Donnerstag, 27. Januar 2011

U.S. Army gibt Social Media Guideline heraus

U.S. Army Social Media Handbook heißt die Broschüre, die offiziell auf den Seiten der Nationalgarde von Nevada heruntergeladen werden kann. Mit Sicherheit sehr interessant auch für solche Unternehmen, die mit Vorsicht auf ihre Kommunikation achten müssen. Denn das Handbuch beschreibt den Spagat einerseits zwischen der Notwendigkeit, kommunizieren zu müssen, und den Vorteilen und Möglichkeiten, die Soziale Netzwerke dabei bieten, und andererseits der Gefahr, militärische Operation durch zuviel Preisgabe von Daten zu gefährden. Spannend!

Wissensmanagement und Wissenstransfer. Online & offline und sozial & fachlich

"Neurowissenschaftler, IT-Experten und Unternehmensberater können prinzipiell keine konkreten Tipps geben, welches Wissensmanagementsystem und Wissenstransferprozesse im Unternehmen die Richtigen sind. Darum geht es auch gar nicht. Vielmehr geht es darum die Wissenstransferprozesse und Wissenstransferbedingungen in Unternehmen zu optimieren und individuell anzupassen." 
Damit beginnt Tanja Föhrs Untersuchung "Wissensmanagement und Wissenstransfer. Online & offline und sozial & fachlich", wozu sie die vier Unternehmensbereiche Mensch, Organisation, Technik und Kultur betrachtet. Kurz, aber lesenswert.

Dienstag, 25. Januar 2011

Die rettende Krankheit. Eine britische Tarnschrift aus dem 2. Weltkrieg


Hatte ich übrigens schon erwähnt, dass ich in meinem Blog den Begriff Kommunikation zuweilen recht großzügig auslege? Über eine spezielle Form der Kommunikation medizinischer Inhalte informiert der folgende Artikel, der 2007 unter dem Titel „Ich war ganz plötzlich erwachsen geworden“. Der Fund einer britischen Tarnschrift aus dem Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen im Heimatbuch des Landkreis Mayen-Koblenz erschienen ist: die so genannte „Schwarze Propaganda“, ein zu Kriegszeiten probates Mittel der Psychologischen Kriegführung.


„Ich war ganz plötzlich erwachsen geworden.“
Der Fund einer britischen Tarnschrift aus dem 2. Weltkrieg und dessen Folgen

Von Ulrich Wirth

An einem Spätsommermorgen des Jahres 1943 ging ein junges Mädchen die Straße „Im Lehnacker“ entlang zum Spayer Bahnhof. Sie wollte den Gottesdienst in Boppard besuchen, da ihre Konfirmation bevorstand. Auf dem damals noch nicht befestigten Weg lag ein unscheinbares Heftchen wie verloren. Seiner Aufmachung nach gehörte es augenscheinlich zu Reclams Universalbibliothek, die damals wie heute jeder Schüler kennt. Es handelte sich um August Winnigs „Stiegel der Holzhauer“, das sie erst einmal einsteckte. Im Zug und später während der Andacht hatte sie Zeit darin zu blättern und war erstaunt, nach wenigen Seiten einen ganz anderen Text zu lesen, als der Titel der Erzählung versprochen hatte.[1]

Ein trojanisches Pferd
Dem Original täuschend ähnlich
Was das Mädchen, meine Mutter, in den Händen hielt, war eine Tarnschrift hoch brisanten Inhalts, die in der umso harmloseren Aufmachung eines Reclam-Heftchens ganz unschuldig daher kam, nach zwei Seiten aber ihre wahre Natur enthüllte: Bei „Stiegel der Holzhauer“ handelte es sich um ein erfolgreiches Produkt der englischen „schwarzen Propaganda“, hergestellt von der Division of Psychological Warfare, einer Unterabteilung der Political Warfare Executive des Foreign Office.[2] In dieser fingierten Aufmachung oder auch mit anderen „falschen“ Umschlagtiteln, vor allem als „Krankheit rettet“ eines „Dr. med. Wohltat“, richtete sich die kleinformatige Schrift an deutsche Soldaten und Rüstungsarbeiter. Sie enthielt eine Fülle von Informationen, wie man Krankheiten wie Gelbsucht und Tuberkulose mit Erfolg vortäuschen kann, um krankgeschrieben zu werden. Warum es ausgerechnet eine Erzählung des christlich wie national gesinnten Staatsmannes Winnig war, lässt sich heute nicht mehr eruieren. Der Herstellungszeitraum lässt sich dadurch aber umso besser eingrenzen, denn das originale Heft erschien erstmals im Mai 1943 im Leipziger Reclam-Verlag, dann noch einmal im Juni und im November. Später wurde das Bändchen nicht mehr gedruckt.[3]

Vertriebswege
Der Übergang zur Propaganda zeigt sich auch typografisch
Wie ist das Heftchen aber an den Oberspayer Bahndamm gelangt? Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die Mehrheit solcher Heftchen wurde von Agenten der Special Operations Executive oder anderer alliierter Geheimdienste gezielt verteilt.[4] Möglicherweise aus einem Zug heraus? Es könnte aber auch abgeworfen worden sein. Die Briten beschäftigten eine eigene Einheit, die „M“ Balloon Unit, deren Aufgabe es war, Flugblätter und andere Propagandaerzeugnisse mittels spezieller mit Wasserstoff gefüllter Ballons hinter die feindlichen Linien zu bringen.[5] Diese Form der Verbreitung war günstig und gefahrlos, jedoch wahllos und eingeschränkt effektiv.
Aus den Aufzeichnungen der Einheit erschließt sich, dass im fraglichen Zeitraum bis Ende Juli 1943 keine Propagandaballons starteten, erst wieder ab September 1943.[6] Ab diesem Zeitpunkt wurde erstmals „schwarze Propaganda“ abgeworfen, explizit auch die Tarnschrift in der Aufmachung „Krankheit rettet“.[7] Meine Mutter erinnert, dass dies das einzige Heftchen war, das sie am Bahndamm fand. Flugblätter lagen nicht herum.[8] Das mag gegen die Abwurftheorie sprechen. Bis zu 450 Heftchen täglich sollen 1944 und 1945 über dem Reichsgebiet und dem besetzen Ausland abgeworfen worden sein, unglaublich, dass sich in deutschen Archiven nur insgesamt vier Exemplare erhalten haben.[9]

Psychologische Kriegführung durch „Schwarze Propaganda“
Im offiziellen Sprachgebrauch gehörten diese und ähnliche Erzeugnisse zur „Political Warfare“, zur Feindpropaganda. Deren Aufgabe war es, die Kampfmoral der Soldaten bzw. der „Heimatfront“ zu brechen und Zweifel in die gegnerische Führung zu säen, kurz: die „Fundamente der feindlichen Kriegsmaschinerie zu zerstören“, wie es in einer Denkschrift aus dem Jahre 1942 hieß.[10] Doch warum „schwarze Propaganda“? Im Gegensatz zur „weißen“, bei der der Urheber erkennbar ist, und zur „grauen“, bei der er verschleiert wird, handelt es sich bei der „schwarzen Propaganda“ um Informationen unbekannter, falscher oder fiktiver Urheber – unabhängig zunächst davon, ob es sich beim Inhalt selbst um Fakten oder Fiktionen handelt. Ob Flugblatt, gefälschte Lebensmittelkarten oder Tarnschrift: um Wirkung zu entfalten, mussten sie nur glaubhaft sein.

Den „inneren Schweinehund“ im Visier
Um dies zu erreichen, gingen Sefton Delmer, der die Division of Psychological Warfare leitete, der Drucker Armin Hull und der für den Inhalt verantwortliche Verfasser, ein kanadischer Psychologe namens Dr. John T. McCurdy, sehr geschickt vor. Sie richteten ihre Broschüre genau auf die Zielgruppe aus, was für den Erfolg persuasiver, also überzeugen wollender psychologischer Kriegführung unabdingbar ist.[11] Sie holten die Deutschen dort ab, wo sie sich im vierten Kriegsjahr normativ, emotional, sozial und sprachlich befanden.
Dazu diente insbesondere die Einleitung, in der mit dem Szenario der „Kriegsermüdung“ (S. 3) zunächst behutsam ein Normensystem definiert wurde, durch das der „Drückeberger“ und „Simulant“ zum „Übertreiber aus Notwehr“ (S. 11) umgewertet wurde. Um „Desertion“ ging es nicht, das war ein negativ besetztes Wort. Delmer zielte offensichtlich auf den „inneren Schweinehund“ ab, den es zuvor zu überwinden galt, damit die Deutschen sich ganz auf den Inhalt der Broschüre einlassen konnten.
Emotional positiv besetzt war die Sehnsucht nach Ruhe und Zukunft, die argumentativ entsprechend verstärkt wurden; eindeutig negativ konnotiert waren hingegen die „kriegsgemäßen Lebensbedingungen“ (S. 10), Unfälle durch Kriegsermüdung, Vorbehalte gegen die fragwürdigen Methoden der „totalen Kriegsverordnungen“, durch die die Ärzte gezwungen waren, „keine Arbeitskraft auch nur für einen einzigen Tag aus dem Betrieb zu lassen“ (S. 3). Unter diesen Umständen war es statthaft, sich selbst der Nächste zu sein – auch das war zwischen den Zeilen zu lesen.
Die soziale Argumentation griff die viel beschworene „Volksgemeinschaft“ der NS-Ideologie auf, deutete sie aber um, indem sie den Einzelnen in die Pflicht für die Gemeinschaft nahm, die hier als „Volksgesundheit“ (S. 11) auftrat. Der Selbsterhaltungstrieb, der argumentativ bemüht wurde, war dadurch nicht Zeichen von Egoismus, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Folgender Abschnitt gibt einen Einblick in die intelligente Argumentation (S. 10):



Die rettende Krankheit
Als probates Mittel empfahl Dr. McCurdy „im rechten Augenblick […] eine leichte, ‚richtige Krankheit’“ vorzutäuschen (S. 10). Wer jetzt immer noch Skrupel hatte, bekam diese mit dem Hinweis genommen, er würde seine Krankheit eigentlich nur vorwegnehmen: „Wenn du also die Symptome einer schweren Erkrankung, wie sie unter den heutigen Verhältnissen so wie so unvermeidlich ist, vorwegnimmst, dann kannst du wenigstens damit rechnen, daß rechtzeitig etwas für dich getan wird.“ (S. 11) Das Ganze war nicht risikolos, jedoch berechenbar, denn es war „eine Art Spiel mit festen Regeln. Wenn der Simulant die richtigen Symptome vorweist und sich sonst richtig verhält, dann kann der Arzt nicht umhin, ihn krank zu schreiben [im Original gesperrt!].“ (S. 11) Diese Spielregeln kenne die vorliegende Schrift: „Die hier gegebenen Anweisungen stammen sämtlich von Fachärzten mit großer Erfahrung.“ (S. 11) Genau genommen schlechterdings von einem: Dr. McCurdy. Dieser stellte zwei eiserne Verhaltensregeln auf: „Die richtige Haltung ist die, die dem Arzt den Eindruck gibt: ‚Hier ist ein williger Arbeiter oder ein dienstfreudiger Soldat, der das Unglück hat, sehr gegen seinen Willen krank zu sein.’ [im Original gesperrt!]“ (S. 14) Zur richtigen Haltung bedürfe es dann noch des sympathischen Auftretens, dann habe der Simulant „schon halb gewonnen“ (S. 15). Die zweite Regel besagte, dass der Simulant weder Hinweise auf seine Krankheit geben, noch dass er Symptome aufzählen sollte: „Ein einziges Symptom, das der Arzt durch Fragen und Untersuchung selbst herausfindet, ist mehr wert, als zehn Symptome, mit denen der Patient dem Doktor gleich ins Gesicht springt.“ (S. 14) Hier lag natürlich eine Gefahr, denn der Simulant musste das ein oder andere Detail schon kennen: „Du findest bei jeder Krankheit die einfachsten Elemente der Krankheitsgeschichte, soweit du sie wissen musst, bezw. wissen darfst, wenn du nicht Verdacht erregen willst.“ (S. 19)
Eine richtig platzierte Nuss kann schwere Rückenschmerzen hervorrufen
 Die Krankheiten selbst waren weder nach der Ätiologie, d. h. den Ursachen von Krankheiten, noch nach der Topographie oder nach pathologischen Gesichtspunkten angeordnet, sondern danach, ob man kurz, länger oder für die Dauer des Krieges krankgeschrieben werden wollte. Im ersten Kapitel, überschrieben mit „Hilfe für Alle“ (S. 20ff.), finden sich Anleitungen zum Simulieren von schweren Rückenschmerzen, teilweiser Lähmung, Schmerzen in der Brust, schwerer Verdauungsstörung, „Abwesenheit“, Tuberkulose, „ansteckender“ Halsentzündung und schwerem Durchfall. Wer mit Chemikalien hantierte, für den gab es im zweiten Kapitel „Hauterkrankungen, besonders für chemische Arbeiter“ speziellere Krankheitsbilder (S. 60ff.): Öldermatitis, Trotylvergiftung, Ausschlag auf der Stirn, Körperausschlag, Gürtelrose, Gelbsucht, Geschwür am Bein. Der Anhang wartete schließlich mit ganz sachdienlichen Hinweisen auf (S. 90ff.): „Wie ruft man Ausschlag hervor?“, „Nützliche Pflanzen“, „Einkauf von Arzeneimitteln“, „Verschiedene Mittel zum Auslöschen von Tintenschrift“, „Reproduktion von Stempeln“.

Absicht und Wirkung
Viele der Arzneipflanzen wuchsen praktisch vor der Haustür
Das Foreign Office verfolgte damit zwei Ziele.[12] Zum einen sollten die Anweisungen von möglichst vielen Soldaten und Rüstungsarbeitern angewandt werden, um Front und „Heimatfront“ zu schwächen. Zum andern sollten Polizei und Abwehr beschäftigt und unter der Ärzteschaft Misstrauen gesät werden. Derart übersensibilisiert, würden die Ärzte auch tatsächlich kranke Männer und Frauen als vermeintliche Drückeberger zurück zum Dienst schicken, wodurch z. B. Epidemien hätten ausgelöst werden können. „Dr. med. Wohltat“ hielt somit nicht das, was sein Name versprach. Primär sollte das deutsche Gesundheitssystem zum Stillstand gebracht werden, um mittelfristig ernsthafte kriegswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Verluste hervorzurufen.
Und die tatsächliche Wirkung? Vor allem in der Endphase des Krieges sollen zahlreiche Simulationsversuche durch die Tarnschrift ausgelöst worden sein, was man deswegen weiß, weil sie kriegsgerichtlich abgeurteilt wurden.[13] Die deutschen Behörden waren von der Tarnschrift so beeindruckt, dass sie sie ins Englische übersetzen ließen und bei den englischen und amerikanischen Truppen einschmuggelten. Kopien davon sollen noch 1952 im Londoner Stadtteil Soho gute Preise erzielt haben.[14]

Die NSDAP im eigenen Haus
Bleibt zuletzt die Frage offen, warum das Heftchen die Kriegszeit überdauert hat. Meine Mutter war damals 13 Jahre alt und hatte nach mehrmaliger Lektüre eine vage Vorstellung bekommen, um was es ging: um Wehrkraftzersetzung, wie man damals sagte, um Unterminierung des Systems. Sie zog ihren Vater ins Vertrauen, der sehr besorgt und ängstlich war. Sie beschlossen, den Fund gegenüber der Familie geheim zu halten, vor allem vor dem Großvater mütterlicherseits, der von 1933 bis 1945 Ortsgruppenleiter von Oberspay war. Sie versteckte das Heft auf dem Dachboden zwischen den Dachsparren, bei Fliegeralarm nahm sie es aber zusammen mit ihrem Tagebuch mit in den Luftschutzkeller, so wertvoll war ihr Fund.
Aus heutiger Sicht ist kaum fassbar, wie meine Mutter das Heft behalten konnte. Wie sie schreibt, war es zum einen ihr Fund, den sie wie einen Schatz bewachte. Zum andern war die Angst vor dem Großvater immens. Vor der Herausgabe des Bändchens hatte sie mehr Angst, als wenn es vom Großvater gefunden worden wäre. Sie wusste auch, dass der Besitz und auch die Weitergabe des Flugblattinhaltes unter Strafandrohung standen, die von Gefängnis und KZ bis zur Todesstrafe reichte: „Trotzdem habe ich mich nicht von dem kleinen Büchlein getrennt. Ich war ganz plötzlich erwachsen geworden. Das Geheimnis um dieses kleine Büchlein hat das Verhältnis zu meinem Vater sehr gefestigt.“ Die Folgen betrachtet meine Mutter aus der Rückschau daher durchaus ambivalent.

Nachleben
„Erlebte“ Geschichte spielte bei uns zu Hause eine große Rolle, meine Eltern wussten viel von ihrer Kindheit und Jugend im Dritten Reich und der Nachkriegszeit zu berichten. Ich kann mich aber daran erinnern, dass meine Mutter im Umgang mit ihrem Fund immer sehr geheimnisvoll tat. Ich wusste bald zwei Jahre von der Existenz des Heftchens, bevor ich es das erste Mal in Augenschein nehmen durfte, etwa mit 14 Jahren. Es hatte beinahe etwas von einer Initiierung. Von Beginn an war ich fasziniert, und groß war die Versuchung, auf medizinisch „fundierter“ Grundlage dem Schulunterricht fernzubleiben. Im Lauf der Jahre und eines Studiums der Geschichte wich die anfängliche Faszination wissenschaftlicher Betrachtung. Geblieben aber ist die Aura des Originals, um mit Walter Benjamin zu sprechen. Heute vermag die Tarnschrift im Unterricht an der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten der Euro-Schulen Trier die Auszubildenden zu verblüffen.


Anmerkungen:
[1] Nach der Niederschrift von Annemie Wirth, geborene Weber, Jahrgang 1930.
[2] Tarnumschlag: Stiegel der Holzhauer. Britisches Codezeichen H. 1059. Format: 68 x 104 mm, 116 Seiten einschließlich Titel und Tarnung, durchlaufend paginiert, 18 Abbildungen, Bindeart: zwei Klammern im Rücken, Schmuckfarbe Rot.
[3] Freundliche Mitteilung der Philipp Reclam jun. Verlag GmbH vom 31. Januar 2006. Da das Heft 1943 gefunden wurde, ist damit die heutige Forschungsliteratur zu korrigieren, die es auf 1944 datiert: Klaus Kirchner: Krankheit rettet. Psychologische Kriegführung. Erlangen 1976, S. 167.
[4] Vgl. Sefton Delmer: Die Deutschen und ich. Hamburg 1963, S. 544.
[5] Vgl. dazu Lee Richards: The ‘M’ Balloon Unit. British Balloon Distribution of Aerial Propaganda During WWII. Online im Internet: http://www.psywar.org/linker.php?url=psywar/reproductions/mballoon.pdf.
[6] Vgl. Summary of Operations Record Book. ‘M’ Balloon Unit. Online im Internet: http://www.psywar.org/mopbook.php.
[7] Vgl. Richards, S. 9.
[8] Gemäß Runderlass des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD vom 12. Januar 1940 oblag das Einsammeln von Flugblättern den Ortspolizeibehörden sowie den örtlich zuständigen Hoheitsträgern der Partei (vgl. dazu Kirchner, S. 215f.). In der Aktenüberlieferung der Ortsgemeinde Spay (LHA Ko Best. 618: Amt und Stadt Boppard sowie Best. 487: Landratsamt St. Goar) finden sich jedoch keine Hinweise auf solche Vorgänge.
[9] Vgl. Kirchner, S. 210.
[10] Vgl. Political Warfare Executive: The Meaning, Techniques and Methods of Political Warfare. o. O. 1942, S. 3 (Übersetzung durch den Autor). Online im Internet: http://www.psywar.org/psywar/reproductions/MeanTechMethod.pdf.
[11] Vgl. dazu Sascha Carl: Krieg der Köpfe. Medien als Waffe im Kampf um Meinungen, Haltungen und Ideologie. Diss. München 2004, S. 76 und 260f. Online im Internet unter: http://137.193.200.177/ediss/carl-sascha/meta.html.
[12] Vgl. Delmer, S. 539.
[13] Vgl. Kirchner, S. 234ff.
[14] Vgl. Delmer, S. 540.


Montag, 24. Januar 2011

Die wichtigsten Social Media Studien des Jahres 2010

Das ikosom - Institut für Kommunikation und soziale Medien war fleißig und hat einen Überblick über die wichtigsten Social Media-Studien des Jahres 2010 zusammengestellt und nach folgenden Bereichen geordnet:
  • Demographie und Infrastruktur 
  • Jugend
  • Senioren
  • Politik/Governance
  • Nutzungsverhalten
  • Digital Fundraising
  • Lesenswerte Leitfäden
  • Weitere interessante Studien
Danke! Und weil Fleißarbeit unbedingt belohnt werden muss und ich demnächst ohnehin über Demografische Daten und Social Media referiere, wozu ich ein Handout erstelle, habe ich das ganze freiwillig orthografisch bereinigt und in ein Tabellenwerk überführt.

Sonntag, 23. Januar 2011

Studie: Digitale Gesellschaft lässt weiter auf sich warten

Bereits Anfang Dezember 2010 hat die Initiative D21 die zweite Ausgabe der Studie „Die digitale Gesellschaft – sechs Nutzertypen im Vergleich“ veröffentlicht und aktualisierte damit den Statusbericht der deutschen Gesellschaft auf dem Weg in die digitale Welt. Im Großen und Ganzen wird die Entwicklung zwar als erfreulich, dennoch aber auch als entwicklungsfähig betrachtet: zwar sind inzwischen über ein Drittel (37 Prozent) der deutschen Bevölkerung in der digitalen Alltagswelt angekommen. Dennoch ist allerdings immer noch die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht Teil der digitalen Gesellschaft. Zu den „Digitalen Außenseitern“ als auch den „Gelegenheitsnutzern“ zählen jeweils28 Prozent der Bevölkerung. Werden die „Berufsnutzer“ (7 Prozent) noch hinzugenommen, sind insgesamt 63 Prozent unserer Gesellschaft nicht oder wenig souverän im Umgang mit der digitalen Technik und ihren Medien. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Initiative D21-Studie, für die TNS Infratest insgesamt 1.001 telefonische Interviews durchgeführt hat.

Unter www.digitale-gesellschaft.info oder www.tns-infratest.com/presse steht die Studie „Digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“ zum kostenfreien Herunterladen zur Verfügung.

Samstag, 22. Januar 2011

Suchbild: Finde die Referentin! // Hidden-image puzzle: find the contributor

;-)

Social Media-Artisten in der Unternehmenskuppel: ratlos

In einer Gemeinschaftsstudie haben sich die Uni Leipzig, das Berliner Magazin Pressesprecher und die Wiesbadener PR-Agentur Fink & Fuchs Public Relations AG des Themas "Social Media Governance" angenommen. Die Befunde sind m. E. äußerst spannend. Zugespitzt liesse sich am ehesten formulieren, dass Social Media als Thema zwar angekommen sind, im Top-Management jedoch nach wie vor eine gewisse Ratlosigkeit herrscht, weil sie eine Herausforderung darstellen. Zwar hätten die Hälfte der 1007 befragten Unternehmen, Behörden und NGOs "Strategien" für den Einsatz von Social Media, recht eigentlich aber fehle das Know-how und in der Regel auch ausgebildetes Personal: eine eigene Social Media-Abteilung gab es nur bei fünf Prozent der Befragten, zumeist den größeren börsennotierten Unternehmen. Rund ein Drittel der Befragten sind sich der Unterstützung ihrer Führungskräfte und einer generell Social Media-förderlichen Unternehmenskultur gewiss - immerhin, aber deutlich steigerungsfähig.

Spontanes Bloggen und Tweeten also? Übereilt zusammengeschusterte Facebook-Kampagnen, die mehr an den überhasteten Aufbau einer IKEA-Küche nach einmaligen Überfliegen der Montageanleitung erinnern? Immerhin tummeln sich mittlerweile 54% der Befragten in Sozialen Netzwerken. Unfassbar eigentlich, dass dann nur 16% eine Strategie im Sinne der Social Media Governance haben, so die Studie. 

In der schnellen Informationsverbreitung sehen 82 Prozent der Befragten die größte Chance von Social Media. 46 Prozent betrachten die Verbesserung von Service und Kundenbindung als Chance. Als Risiko erscheint vielen der Kontrollverlust.

Kommunikation, Kundenbindung, Kontrollverlust diese Stichworte deuten darauf hin, wo Social Media strategisch angesiedelt sind: überwiegend in den PR- und Marketingabteilungen und bei grundlegenden Fragen auch in der Unternehmensführung. Auch die IT-Abteilungen sind involviert: bei knapp 60% der Befragten nur bei der technischen Betreuung und bei weniger als 10% nur bei der Beobachtung der Social Media Entwicklung.

Die Studienautoren sehen einen Zusammenhang zwischen Social-Media-Aktivitäten und Governance-Strukturen. Unternehmen sollten idealerweise als Basis in einem ersten Schritt einen Ordnungsrahmen für Social Media entwickeln, dann Mitarbeiter ausbilden, um so Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, lautet ihre Empfehlung. 

Donnerstag, 20. Januar 2011

Berufliche Weiterbildung – wer ist verantwortlich: Arbeitnehmer oder Arbeitgeber?

Autoren, die sich auf die eine oder andere Art mit organisiertem wie informellem beruflichem Lernen beschäftigen, beginnen in der Regel damit, dass kontinuierliche Weiterbildung wichtig sei, um im Beruf mitzuhalten und voranzukommen, und dies gerade in konjunkturell unsicheren Zeiten immer wichtiger werde. Geschenkt. Wir wollen hier einmal unterstellen, dass das „lebenslange Lernen“ als Zielvorstellung heute weitestgehend Akzeptanz genießt. Zudem handelt es sich um einen nationalen wie internationalen Rechtsanspruch des Einzelnen: „Jede Person hat das Recht auf Bildung sowie Zugang zur beruflichen Ausbildung und Weiterbildung“, heißt es z.B. in Artikel II-74, Ziffer 1 der EU-Verfassung. Dies hatte die Bundesregierung unter Gerhard Schröder übrigens als Slogan für ihre Anzeigenkampagne „Europa tut Deutschland gut“ übernommen.

Doch bei wem liegt die Verantwortung für die Aktualisierung der eigenen Qualifikation: bei den Arbeitnehmern oder den Arbeitgebern? Einerseits erwarten Unternehmen von ihren Mitarbeitern verstärkt eine prinzipielle Lernbereitschaft und ein freiwilliges Engagement im Sinne der 3L: Lifelong learning und damit die persönliche Weiterqualifizierung ist aber nicht nur eine permanente, sondern zunehmend auch eine selbst gesteuerte Aufgabe. Arbeitnehmer sind gut beraten, sich um die langfristige Sicherung ihrer eigenen Beschäftigungsfähigkeit zukünftig selbst zu kümmern. Das ist den meisten auch bewusst. Das nach britischem Vorbild eingeführte staatlich subventionierte Weiterbildungssparen ist z. B. ein klares Signal in diese Richtung.

Andererseits mehren sich die Stimmen, dass Personalentwicklung von oben kommen muss.

Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte. Laut einer (immer noch aktuellen) Online-Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) von 2005 ist die Mehrheit der Unternehmen (58,8%) zu höheren Investitionen in Weiterbildung bereit, wenn die Mitarbeiter dafür ihre Urlaubs- und Freizeit opfern. Zudem erklärt jeder fünfte Unternehmer (18,7%), dass mit einer finanziellen Beteiligung des Mitarbeiters für betriebsspezifische Weiterbildungen seine Bereitschaft steigt, mehr zu investieren. 

Was die Verantwortungszuschreibung angeht, rückt demnach also zunehmend die Erkenntnis in den Vordergrund, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam in der Pflicht stehen. Die viel beschworene "Employability" wird auch für Unternehmen immer wichtiger. Zwar vollzieht sich der demografische Wandel schleichend, dessen massiven Auswirkungen dräuen jedoch schon jetzt am arbeitsmarktlichen Horizont, aktuell z. B. in Form des Fachkräftemangels. Zwischen 2015 bis 2030 geht die Babyboomer-Generation in Rente, wodurch die Zahl der Arbeitnehmer überhaupt langfristig abnimmt. Gleichzeitig wird Wissen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Und weil Deutschland im Moment noch ein wenig davon entfernt ist, Billiglohnland zu sein, wird es gegen die globalen Wettbewerber nur mit hoch qualifizierten Arbeitnehmern eine Chance haben. Letztlich sichern ein vorausschauendes Personalmanagement und berufliche Weiterbildung womöglich mehr, als nur die Beschäftigungsfähigkeit eines einzelnen Arbeitnehmers

Mittwoch, 19. Januar 2011

Six lessons from five companies that use social media

Very useful article from on how to ride the social media network to ones advantage. Based on the experiences of five companies which have have more than a million facebook fans and twitter followers and have been on social media platforms for less than a year (on average). Except for one, they neither have a budget nor staff for social media marketing activities. But they acknowledge that social media marketing is the "backbone of their marketing efforts."  These are the lessons from the five companies that have understood social media and have used it to grow their business:
  • Listen
  • Integrate
  • Engage
  • Use discussion boards
  • Inform not just advertise
  • Social Media Marketing is really free 

Medien- und IT-Netzwerk Trier-Luxemburg als Verein gegründet

Das Medien- und IT-Netzwerk der Region Trier-Luxemburg ist seit dem gestrigen Abend ein Verein. In den Räumen der IHK Trier wurde die Vereinsgründung am 18. Januar 2011 besiegelt. Dadurch soll nun die Professionalisierung der grenzüberschreitenden Netzwerkstrukturen weiter vorangetrieben werden.

Ausführliche Pressemitteilung hier!

Dienstag, 18. Januar 2011

How social is the internet?

A very interesting survey was published today: "The Social Side of the Internet". In short, one can state that the internet is now deeply embedded in group and organizational life in America. The Pew Research Center’s Internet & American Life Project has found that 75% of all American adults are active in some kind of voluntary group or organization and internet users are more likely than others to be active: 80% of internet users participate in groups, compared with 56% of non-internet users. And social media users are even more likely to be active: 82% of social network users and 85% of Twitter users are group participants. 


Read full report!

Serie "Neue Gesundheitsberufe": Medizinischer Dokumentationsassistent (MDA)

Okay, so neu wie alle tun ist das Berufsbild dann doch nicht: die ersten Medizinischen Dokumentationsassistenten wurden nämlich bereits in meinem Geburtsjahr 1969 ausgebildet. Vielleicht zeugt dies aber vom immer noch unzureichenden Bekanntheitsgrad dieses Berufsbilds, wenn ein entsprechender Artikel in der Rubrik "Neue Gesundheitsberufe" erscheint. Und vielleicht auch davon, dass der Bekanntheitsgrad dringend gesteigert werden muss...

Jedenfalls ist in der "kma - Das Gesundheitswirtschtschaftsmagazin" 10 (2010), S. 60-62, ein Artikel names "Die Datenjongleure" erschienen, der u. a. auf einem Interview mit mir beruht.

Montag, 17. Januar 2011

Conferences referring to Social Media in Healthcare in 2011

Social Media in Healthcare

27.01.2011
Zürich/CH
Social Media Conference
15.-16.02.2011
Hamburg/D
DVMD-Tagung
16.-17.02.2011
Hannover/D

Service Innovation in the 21st century. Opportunities for Swiss Enterprises

28.02.2011
Bern/CH
Gesundheitskongress des Westens
15.-16.03.2011
Essen/D
Health 2.0 Spring Fling
21.-22.03.2011
San Diego/USA
Web 2.0 Expo
ConhIT
28.-31.03.2011
5.-7.04.2011
San Francisco/USA
Berlin
Web 2.0 Kongress
6.-7.04.2011
Frankfurt am Main/D
Med@Tel
6.-8.04.2011
Luxemburg/L
Enterprise 2.0 Forum
13.-14.04.2011
Köln/D
re:publica 2011
European eHealth Week 2011
13.-15.04.2011
10.-12.05-2011
Berlin/D
Budapest/HU
Hauptstadtkongress
11.-13.05.2011
Berlin/D
I-KNOW - 11th International Conference on Knowledge Management and Knowledge Technologies
7.-9.09.2011
Graz/AT
Health 2.0 Fall
26.-27.09.2011
San Francisco/USA

10. Europäischer Gesundheitskongress

13.-14.10.2011
München/D
LeWeb
7.-8.12.2011
Paris/F

Dokumentarfilm zum Thema Zwangssterilisation in der NS-Zeit

Den Dokumentarfilm "Komm doch mit, sei ganz ruhig, wir gehen da mal hin". Die Zwangssterilisation des Hans Lieser zeigt die VHS Trier am 10. Februar 2011, Raum R 005, im Domfreihof Trier, 19:30 bis 21:00 Uhr.
 
Hans Lieser gehört zu den Zeitzeugen, die in der Ausstellung von Marie-Louise Lichtenberg porträtiert werden.
Er wurde 1925 gehörlos in Kordel geboren und ist einer der etwa 400.000 Kinder und Erwachsenen, die zwischen 1934 und 1945 im nationalsozialistischen Deutschland zeugungsunfähig gemacht wurden. Im Gegensatz zu den meisten Betroffenen und deren Angehörigen schweigt Hans Lieser nicht. Er ist der erste gehörlose Zwangssterilisierte, der vor eine Kamera tritt und seine Geschichte preisgibt.
An den Film schließt sich ein Nachgespräch an. 

Film von Harry Günzel und Bettina Leuchtenberg (© schnittstelle 2006). Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Thomas Schnitzler. 

Hintergrundinformationen hier.

Social Media in Healthcare: Tagung am 27. Januar 2011, 9:00-17:15 Uhr im Technopark Zürich

Aufgrund des großen Erfolges der Tagung vom Januar 2010 mit rund 150 Teilnehmenden führt die eHealth Consulting GmbH auch in 2011 eine Tagung zu diesem Thema durch.

Obwohl Facebook, Twitter, YouTube und andere Social Media Anwendungen aus dem Leben der meisten Internet-Nutzer nicht mehr wegzudenken sind, nutzen die Player im Gesundheitswesen diesen direkten Zugang zu ihrer Zielgruppe nur im Ansatz. Insbesondere Krankenhäuser und Versicherungen aber auch MedTech-Firmen scheinen diese Möglichkeit zu einer vorteilhaften Positionierung im Gesundheitsmarkt zu verschlafen. Die Tagung zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Gesundheitswesen auf.




Tagungsort

Technopark Zürich, Technoparkstrasse 1, CH-8005 Zürich


Programm 




08:30-09:00
Registrierung und Begrüssungskaffee
09:00-09:15
Update: Social Media in Healthcare
Dr. Eberhard Scheuer, eHealth-Consulting.ch
09:15-09:45
ePatient und seine Auswirkungen auf den Healthcare Markt
Dr. cand. Alexander Schachinger, Gründer healthcare42.com; Interview HealthTechWire "ePatienten: Die Weisheit der Masse"
09:45-10:15
Konvergenz von Web und TV bei Gesundheitsinformationen
Dr. med. Markus Meier, Medizinischer Leiter Health Unit, Leiter Internet a.i., Ringier AG
10:15
Kaffe & Ausstellung
10:45-11:15
Dos and Don’ts in Online Marketing: Wie bekomme ich die User auf meine Seite?
Stefano Santinelli, CEO Schibsted Classified Media Switzerland (www.tutti.ch)
11:15-11:45
Mehr als Webgezwitscher: Authentische Social Media Kommunikation im Pharmabereich
Nicole Tappée, Head of Business Unit PR & Social Media, antwerpes ag
11:45-12:15
Gesundheitsförderung mit Einsatz von Internet bei Jugendlichen – Erfahrungen aus 8 Jahren Schtifti und GORILLA.CH
Roger Grolimund, Gründer und Geschäftsführer Schtifti Foundation & Horst Buchholz, CEO ActiSmile AG
12:15-13:30
Lunch & Ausstellung
13:30-14:00
Wie eine Non-Profit Organisation Social Media im Kampf gegen seltene Krankheiten einsetzt
Robert Derham, CheckOrphan President (www.checkorphan.org)
14:00-14:30
Einsatz von YouTube in Spital und medizinischen Zentren
Dr. Clarence P. Davis, Medical Director swissestetix & Dr. Eberhard Scheuer
14:30-15:00
Ostomy Appliances: User Innovation through Online Communities
Peter Kragh, Senior Principle Scientist, Global Research & Development - Coloplast A/S
15:00-15:30
Kaffee & Ausstellung
15:30-16:15
Empowering Health Activists to Help Others
Jack Barrette, CEO and Founder WEGO Health, Boston (www.wegohealth.com)
16:15-17:15
Schlussdiskussion: Social Media - Grosser Nutzen für Patienten oder reine Zeitverschwendung?
mit: Cristina Galfetti, Rheumapatientin und Sozialpsychologin; Alexander Schachinger, Verfasser ePatient Studie D2010, Professor Dr. med. Edouard Battegay, Direktor Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, UniversitätsSpital Zürich;














Social Media revolutionieren den One-Night-Stand

Im Mutterland der sexuellen Revolution hat sich das Sexualverhalten durch AIDS seit den 1980er Jahren sehr geändert. Schade, muss sich Ramin Bastani gedacht haben, es wäre doch so viel einfacher, wenn man einschlägige Informationen zum Gesundheitszustand seines Gegenübers per Knopfdruck diskret aufs Handy bekommen könnte. Sprach’s und entwickelte den SMS-Service Qpid.me, der getreu dem Motto „Spread the Love, Nothing Else“ die aktuellen Testergebnisse in puncto AIDS, Syphilis und anderer sexuell übertragbarer Krankheiten aufs Mobiltelefon des jeweiligen potenziellen Partners für die Nacht sendet. Dadurch hat Health 2.0 nun auch noch den One-Night-Stand revolutioniert: wow…


Qpid.me's Ramin Bastani auf der Health 2.0 in San Francisco, 7. Oktober 2010.

(Quelle: click!)


Sonntag, 16. Januar 2011

Erfahrungswissen geht in Rente? Nicht jammern: klatschen!


Gestern ist eine neue Ausgabe von Wissensmanagement – Das Magazin für Cargo-Kult-Wissenschaften Führungskräfte in meinem Briefkasten gelandet. Das ewige „Megathema“ Demografischer Wandel macht auch vor (dem) Wissensmanagement nicht halt und entsprechend lautet das Schwerpunktthema diesmal „Demografiefalle: wenn Erfahrungswissen in Rente geschickt wird“. Dies hat mein Interesse insofern geweckt, als dass ich als wissenschaftlicher Dokumentar und Ausbilder einerseits und als zertifizierter Demografieberater andererseits gleich aus mehreren Perspektiven auf dieses Thema schaue.

Behandelt werden die im Zusammenhang mit Demografischen Wandel wenig überraschenden  Themen Erhaltung der Employability der Mitarbeiter 50+ (Schütt), Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern im Finanzdienstleistungssektor (Piessnegger), Wissensweitergabe durch Storytelling und Rollenspiele in einer studentischen Unternehmensberatung (TriRhena Consulting e. V. – lesenswerter Beitrag von Christian Kretschmer), Fachkräftemangel und Innovationsmanagement (Nolden) sowie Personalrecruitment unter den Bedingungen des demografischen Wandels (Knorr).

Nach der Lektüre bin ich nun insofern ein wenig enttäuscht, weil das vielbeschworene Erfahrungswissen wieder einmal nur in seiner positiven Form thematisiert wird. Es sei unabdingbar für die Bewältigung beruflicher Anforderungen und die Erhaltung der Handlungsfähigkeit beruflicher Akteure, so der Tenor. Dies gelte unisono für alle Arbeitsbereiche, von automatisierten oder stark informatisierten Arbeitsprozessen bis hin zu Dienstleistung und Handwerk, besonders wenn es sich um qualifizierte und selbstverantwortliche Tätigkeiten handele. Gehe Erfahrungswissen in Rente, drohten den Unternehmen nicht selten wirtschaftliche Risiken.

Ja. Ja. Ja doch, es stimmt ja.

ABER es ist unter Umständen doch toll, wenn Wissen in Rente geht! Aus meiner Tätigkeit als Demografieberater weiß ich, dass Unternehmen geradezu froh sind, wenn mit dem Ausscheiden älterer Mitarbeiter deren veraltetes Wissen ausscheidet. Gerade im Gesundheitswesen ist das so. Neulich sagte mir ein Pflegedirektor, er sei überhaupt nicht unglücklich, wenn ein ausscheidender Mitarbeiter sein „mit ihm im Laufe der Jahre vergreistes Wissen“ (O-Ton!) mit in den Ruhestand oder die Rehabilitationsmaßnahme nehme. (Vergreistes Wissen? Oha! Dass das Unternehmen möglicherweise über keine wissensmanagementfreundliche Unternehmenskultur verfügt, sollte dabei zu denken geben.)

Aber warum ist das so? Auch Wissen hat eine Halbwertszeit, und diese wird immer kürzer. [1] Mit Ablauf des Haltbarkeitsdatums wird es zur Hemmnis und ggf. zur Gefahr. Denn veraltetes Wissen verstopft nicht nur die Informationskanäle, sondern kann auch zu Fehlentscheidungen führen, was gerade für die Gesundheitswirtschaft ein hohes Risiko mit sich bringt. Deshalb muss es unbedingt identifiziert werden. Bei Daten und Dokumenten kann ein Verfallsdatum angegeben werden oder die Häufigkeit der Nutzung protokolliert werden. Wird das Haltbarkeitsdatum überschritten oder ein Dokument nicht mehr genutzt, kann es nach Prüfung unter Umständen gelöscht werden. Veraltete Arbeitsabläufe lassen sich hingegen nicht so einfach löschen. Als erfahrungsgeleitetes Handeln sind sie dem Arbeitnehmer gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen und bilden nicht selten die Grundlage der beruflichen Identität. Solche Mitarbeiter muss man erkennen lassen, dass es einen effektiveren Ablauf gibt, um sie dazu zu bringen, den Stationsablauf und damit ihre eigene Rolle im System entsprechend zu ändern. Am besten gelingt dies, wenn die Mitarbeiter selbst den neuen Ablauf erarbeiten und dann gemeinsam anwenden.

Canada: It's one thing to have a Facebook account, but another to use it

Ottawa based Abacus Data Inc. did a survey in how Canadians use social media. The survey focuses on a certain generation called "millennials", about their behaviour in social media and how that differs from other generations. The scope is narrow they say, and that it's all about Facebook use, but the message and the differences are clear. That's the "big deal" with Facebook in generational terms: Facebook has become an integrated and often seamless communication tool for a whole generation. And understanding the uniqueness of millennials is a critical step in developing products, services, and business strategies to capitalize on this new, and very savvy, group of potential customers.

Unfortunately it wasn't part of the scope about what subjects the millennials share information. Though the utility of social media for health communication in Canada was already subject of a survey and may be considered as well-known, eh?.

(Source: http://www.thoughtballoons.net/wp-content/uploads/2007/04/Untitled-1.jpg)

Samstag, 15. Januar 2011

It's weekend! 9 easy to follow recommendations for an anti-depressant lifestyle...

... carried together by our Italy correspondent Aulus Cornelius Celsus with his matchless dreadful scrawl extraordinaire penmanship:

"Live in rooms full of light
Avoid heavy food
Be moderate in the drinking of wine
Take massage, baths, exercise, and gymnastics
Fight insomnia with gentle rocking or the sound of running water
Change surroundings and take long journeys
Strictly avoid frightening ideas
Indulge in cheerful conversation and amusements
Listen to music."

Frightening ideas - like what, haha? (Source: Celsus, Aulus Cornelius: De medicina libri VIII - BSB Clm 69, Florence, ca. 1465 [BSB-Hss Clm 69])

Medizinische Dokumentation: TILAK Innsbruck setzt auf Medizinische Organisationsassistenten

Seit Januar 2011 beschäftigt die Klinik für Neurologie der Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH (TILAK) in Innsbruck zwei Medizinische Organisationsassistenten. Von dem neuen Berufsstand verspricht sich die Klinikleitung eine enorme Entlastung der Ärzteschaft, aber auch der Pflege. 

Was zum folgenden Artikel noch zu ergänzen ist: das Pilotprojekt ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die als Kooperation zwischen dem Ausbildungszentrum West der TILAK, namentlich Dr. Joannes Castelein, und den Euro-Schulen Trier, Höhere Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten (MDA) sehr erfolgreich seit Anfang 2008 lief. Bereits 2008 wurde der erste MDA eingestellt. Der Medizinische Dokumentationsassistent, wie er in Deutschland ausgebildet wird, stand dabei Pate für den Organisationsassistenten.

Neue Helfer bringen Ärzten mehr Zeit für den Patienten

An der Klinik für Neurologie startet ein Pilotprojekt mit Organisationsassistenten.

Von Elke Ruß

Innsbruck – Bis zu einem Drittel ihrer Arbeitszeit brauchen Spitalsärzte bereits für Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben. Das ergab zuletzt eine bundesweite Umfrage – und das deckt sich mit den Erfahrungen an der Innsbrucker Klinik für Neurologie, berichtet OA Armin Muigg.

Die elektronische Krankenakte erleichtere zwar den Zugriff auf Patientendaten und Befunde, sie bedeute aber auch, „dass man sehr viel in den PC einspeichern muss. Am Nachmittag bleibt kaum mehr Zeit für ein Patientengespräch. Arztbriefe müssen häufig nach dem Dienst geschrieben werden und die Überstunden werden mehr.“

Aufgaben erledigen zu müssen, die sie nicht als Kern ihres Berufes sehen, ist kein Problem der Ärzte allein, weiß Martina Augl, die Organisationsentwicklerin der Tilak. Das betreffe Pfleger, Therapeuten und Sozialarbeiter genauso: Termine, Befunde, Transporte, Entlassungen, Kontrollen und Therapien müssen organisiert bzw. ko­or­diniert werden. Nicht immer dringen dabei alle Informationen zu denen vor, die sie brauchen.

„Wenn dafür nur jemand fix zuständig wäre und den Überblick hätte!“ – Dieser Stoßseufzer wird jetzt erhört: Ähnlich wie es in Deutschland „Case-Manager“ gibt, starten im Jänner auf zwei Stationen der Neurologie „Organisationsassistenten“. Bis April werden alle Stationen versorgt sein.

Augl umreißt die Aufgaben der Assistenten: Schon vor geplanten Aufnahmen werden sie etwa Vorbefunde und nötige CR- und MR-Termine organisieren. „Notfallpatienten wissen, dass das nur auf Abruf geht“, sagt Muigg. „Aber bei einer geplanten Aufnahme hat ein Patient kein Verständnis, wenn er dann vier Tage auf eine Untersuchung warten muss.“ Die Assistenten sorgen dann dafür, dass die Ergebnisse bei der Visite abrufbar sind und organisieren weitere Termine. Auch vor der Entlassung bleiben sie am Ball, damit Angehörige informiert sind und alles Nötige – vom Transport über Hilfsmittel und Arztbrief bis zur Kontrolle – zeitgerecht vorbereitet wird.

Das Modell soll die Abläufe verbessern, Überstunden sparen und nicht nur das Stationspersonal zufriedener machen: „Die Patienten sind viel beruhigter, wenn man am Nachmittag noch Untersuchungsergebnisse besprechen und mit Angehörigen reden kann und sie nicht bis zur Visite in der Früh warten müssen“, weiß Muigg. 

Möglich werden die Helfer durch eine Einigung mit der Tilak. Muigg: „Wir haben seit Jahren Ärzte-Planstellen, die wir nicht nach­be­setzt bekamen. Jetzt wird je eine Arztstelle auf zwei Or­ga­ni­sationsassisten­ten aufgeteilt.“ 

„Das Pilotprojekt läuft zwei Jahre und wird von der Tilak begleitet“, erklärt Augl. Die Assistenten bringen entweder Erfahrung in der medizinischen Dokumentation oder Pflege mit und werden ergänzend geschult. Wenn das Modell die Erwartungen erfüllt, soll es ausgedehnt werden. Auch ein eigener Lehrgang am AZW sei dann denkbar.

(Quelle: Tiroler Tageszeitung vom 30.12.2010)