Freitag, 25. Februar 2011

Wann Facebook abmahnungsfähig wird: “written with the intent to forge a relationship, not to self promote..."

Facebook kann ja als Seite verwandt werden. Neu ist seit einiger Zeit, dass Facebook-Seiten jetzt auch auf Pinnwänden Kommentare posten dürfen. Aber das ist tricky: denn dabei kann ein harmloser Kommentar in bestimmten Fällen sogar als Spam ausgelegt werden und zu Abmahnungen führen. Warum? Nun, wegen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. 
Welche Fallstricke es gibt, darüber klärt dieses Blog kurz, schmerzlos und durchaus amüsant auf. 

Mittwoch, 23. Februar 2011

Studie Cloud Computing und E-Government: Chancen und Herausfordungen dynamischer IT-Dienstleistungen für die öffentliche Verwaltung

Behördengängen zu beschleunigen und effektiver zu machen führt zu großen Einsparungen und ist auch ansonsten eine gute Idee. Kein Wunder, dass daher auch in der öffentlichen Verwaltung diskutiert wird, Daten im Web abzulegen und Applikationen zentral zu hosten und zu verteilen. E-Goverment ermöglicht neue Kommunikations- und Interaktionswege. Da es sich jedoch um personenbezogene und hoheitliche Daten handelt, muss zuallererst der besonderen Sensibilität solcher Daten Rechnung getragen werden. Deswegen muss die Frage nach der Anwendung von Cloud-Technologien im öffentlichen Sektor und die Auslagerung von Diensten in die Cloud in erster Linie aus der Perspektive der Beherrschbarkeit der verbundenen Risiken betrachtet werden. Die Schlüsselthemen von Cloud Computing sind somit Vertrauen, sichere Identitäten, Interoperabilität und sichere Dienste auf Basis elektronischer Safes für Daten und Dokumente.
Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) hat gemeinsam mit der Hertie School of Governance die lesenswerte Studie "Cloud-Computing für die öffentliche Verwaltung" herausgegeben, die einen Überblick über die Chancen und Herausfordungen dynamischer IT-Dienstleistungen für die öffentliche Verwaltung vermittelt. Erklärte Ziel der Studie ist es, die Potenziale von Cloud-Computing für den deutschen öffentlichen Sektor aufzuzeigen und Entwicklungsalternativen anhand von ausgewählten Nutzungs- und Anwendungsszenarien zu beschreiben.

Montag, 21. Februar 2011

Wie bleiben Berufsfachschulen veränderungsfähig und wettbewerbsfähig?

Berufsfachschulen: Sechs Mindestanforderungen zur Wettbewerbsfähigkeit[1]
Was benötigen private Berufsfachschulen auf lange Sicht, um bedarfsgerecht auszubilden, Gewinne erwirtschaften und sich zugleich gegenüber ihren Mitbewerbern behaupten zu können? Aus meiner Sicht als Leiter einer Höheren Berufsfachschule müssen sechs Mindestanforderungen erfüllt werden, damit Berufsfachschulen veränderungsfähig und wettbewerbsfähig bleiben.
Die Bildungslandschaft verändert sich einigermaßen rasant. Der demografische Wandel verkleinert die Märkte. Berufsfachschulen stehen nicht nur in Konkurrenz zu Ausbildungen im Dualen System, sondern auch zu staatlichen Universitäten und privaten Hochschulen, die u. a. mit einem hohen wissenschaftlichen Anspruch, aber mit der Verberuflichung der Studiengänge auch mit dem genauen Gegenteil für sich werben. Der Bologna-Prozess hat zu einer Diversifizierung und damit Individualisierung des Studienangebots geführt, so dass praktisch jeder Studierwillige seine Nische findet. Auch die vielbeschworene internationale Wettbewerbsfähigkeit ist in vielen Studiengängen zunehmend integriert. Na ja, manchmal auch nur verbal.
Weltweit ist ein Trend zur Akademisierung der Bildung bei gleichzeitiger Stigmatisierung beruflicher Bildung erkennbar, wobei der „Academic drift“ zur Einrichtung von zwei- bis viersemestrigen Pseudo-Studiengängen geführt hat, die zuweilen das Niveau von Berufsfachschulen kaum überschreiten. Erlangt man denn wirklich akademische Weihen mit Zertifikaten wie „Wedding Planning“ oder „Home and Gardening“, die im US-amerikanischen Studienmodell „Some College“ erworben werden können? Ob sich dadurch die Bildungschancen der Jugendlichen verbessern, darf guten Gewissens mit „nein“ beantwortet werden. Auch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen dürfte durch solche Alibi-Bachelor auf der Strecke bleiben.
Dennoch: Wo bleiben da die Berufsfachschulen mit ihrem Angebot von A wie „Assistent für Automatisierungs- und Computertechnik“ bis Z wie „Zahnmedizinischer Assistent“? Denn anders als die Universitäten unterliegen die Berufsfachschulen starken institutionellen Zwängen und bürokratischen Vorgaben – Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung, bundesrechtlich und landesrechtliche Regelungen. Sie müssen sich finanziell tragen, um am Markt bestehen zu können, und richtig Gewinn abwerfen, um reinvestieren zu können. Denn außer den Kunden ist sonst ja niemand da, der Geld gibt, und Private Public Partnership-Ansätze sind bisher die große Ausnahme.
Wie also können sich berufsfachschulische Ausbildungen gegenüber den Studienangeboten, wie können sie sich gegenüber ihresgleichen behaupten? Wovon hängt ihr Erfolg ab? Was ist überhaupt Erfolg, vom Gewinn einmal abgesehen? Jeder Stakeholder wird hier doch seine höchstpersönliche Definition haben.
Meines Erachtens sind sechs Faktoren ausschlaggebend. In der richtigen Mischung lassen sie hervorragende Ausbildungseinrichtungen entstehen, deren Wettbewerbsfähigkeit sich bereits mittelfristig beweist.

1. Ein überzeugendes Ausbildungsprogramm
Worin liegt der Bedarf an einem berufsfachschulischen Ausbildungsangebot? Warum sollten Schulabgänger ausgerechnet eine berufsfachschulische Ausbildung, für die in der Regel Schulgeld fällig ist, einer Ausbildung im Dualen System vorziehen, für die sie eine Ausbildungsvergütung bekommen? Und sofern sie über Fachabitur oder Abitur verfügen, warum sollten sie sich dann nicht direkt für einen Studiengang entscheiden? Warum sollten gute und motivierte Praktiker als Honorardozenten an eine Berufsfachschule wechseln, wobei ihnen doch klar sein dürfte, dass die Honorarsätze dort nach oben hin limitiert sind? Ohne eine gründliche Wettbewerbsanalyse und Gespräche mit ausgewiesenen Branchenkennern, Berufsverbänden, unabhängigen Experten kann kein Ausbildungsprofil mit einer klaren Botschaft, überzeugenden Inhalten und neuartigen didaktischen Konzepten hinsichtlich der Stoffvermittlung erarbeitet werden.

2. Eine gesunde Finanzierung
Berufsfachschulen müssen sich rechnen. Werden Ersatzschulen wenigstens von den meisten Bundesländern alimentiert, sind Ergänzungsschulen zumeist vollständig auf Ausbildungsgebühren angewiesen, um sich refinanzieren zu können. Mit einer bestimmten Anzahl Auszubildender ist das gesamte zwei- oder dreijährige Programm gegenfinanziert. Erst wenn diese Gewinnschwelle überschritten wird, kann Gewinn erwirtschaftet werden. Aber nicht unbegrenzt, denn die Größe einer Klasse ist nach oben hin begrenzt – und damit eben auch der Gewinn.
Für wissenschaftlichen Anspruch und ähnliche Mätzchen ist daher an den meisten Berufsfachschulen kein Platz, nicht weil sie es – in sehr abgespeckter Form versteht sich – nicht könnten, sondern weil es sich nicht rechnet: Forschung bringt schlichtweg kein Geld. Aber es gibt einen weiteren Punkt, der mindestens genauso relevant ist. Denn anders als Wissenschaft, die es sich leisten können muss, auch einmal zu irren oder einmal eingeschlagene Lösungswege zu verwerfen, um wieder von vorn anzufangen, haben Berufsfachschulen im Interesse ihrer Auszubildenden zu funktionieren. Funktionieren heißt, die Auszubildenden umfassend auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts vorzubereiten. Employability heißt das auf Neusprech. Um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, benötigen Berufsfachschulen neben einem klaren Businessplan und einer soliden und innovativen Marketingplanung deshalb eine mittel- bis langfristig gesicherte Finanzierungsgrundlage, die auch einmal eine kleine Ausbildungsklasse verkraftet.

3. Ein auf Beschäftigungsfähigkeit ausgerichtetes Betreuungssystem
Kunden stehen neuen Ausbildungen skeptisch gegenüber. Das ist ein Start-up-Problem, das jede Neugründung kennt. Vor allem Eltern sind besorgt, in eine Ausbildung ohne allzu große Erfahrungswerte zu investieren. Denn wie der Return on Investment ausfällt, steht insbesondere für Laien in den Sternen. Neue Ausbildungen müssen sich erst einmal bewährt haben, um die Aufmerksamkeit von Rentenversicherungsträgern oder der Agentur für Arbeit auf sich zu ziehen, denn deren Förderungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bzw. Bildungsgutscheine gehen zunächst einmal an die bewährten Ausbildungsgänge. Auch müssen Arbeitgeber nicht selten mit allerlei Überzeugungskraft dazu bewegt werden, Praktikumsplätze anzubieten. Das klingt mühselig, und das ist es auch. Langer Atem, ein klares Ausbildungskonzept und eine auf Fakten beruhende Kommunikationsstrategie zahlen sich hier aber aus.
Berufsfachschulen arbeiten unter anderem dann objektiv „ausreichend“ gut, wenn sie binnen sechs Monaten nach Ausbildungsende 70% ihrer Absolventen vermittelt haben. Diese Zahl geistert als so genannte Vermittlungsquote bzw. Verbleibsquote nach wie vor durch die Bildungslandschaft und gilt als Referenzwert, auf den Arbeitsagentur oder  Rentenversicherungsträger achten (obwohl es nach AZWV hierzu keine Vorgaben mehr gibt: die Begründung für die erwartete Vermittlungsquote muss lediglich schlüssig sein).
Ich meine, 70% sind allemal steigerungsfähig. Erst 8 von 10 aktiv vermittelten Absolventen sind eine akzeptable Quote für einen seriösen Bildungsanbieter. Durch sorgfältige Umsetzung des Ausbildungsprogramms, qualitativ hochwertigen Unterricht, gewissenhaftes Matching zwischen dem einzelnen Auszubildenden und dem Praktikumsplatz und ein paar anderen Dingen mehr aus dem Betreuungs-Werkzeugkasten des Bildungsanbieters sollte dies möglich sein. Was in der Branche aber gerne übersehen wird, ist die passende Personalstrategie. Damit meine ich nicht die Auswahl des Lehrpersonals und der sonstigen Mitarbeiter, sondern die Rekrutierung der Auszubildenden selbst. Was bedeutet das? Es ist eine ziemlich einfache Rechnung: 20 Teilnehmer bringen kurzfristig mehr Ertrag als 16. Sind vier Auszubildende aber unmotiviert oder stoßen tagtäglich an ihre intellektuellen Grenzen, können sie den Ruf einer Ausbildungseinrichtung schnell gefährden, z. B. durch schlechte Performance im Praktikum. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie auch noch so schwer vermittelbar, dass sie die Vermittlungsquote in den Keller treiben. Dann ist der Ruf des Bildungsträgers mitunter so nachhaltig beschädigt, dass aus der Rechnung eine Milchmädchenrechnung wird. Daraus folgt, dass eine vernünftige Eignungsdiagnostik bereits bei der Auswahl der Auszubildenden zwingend geboten ist. Gewinnmaximierung ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, aber nicht auf Kosten der Reputation. Einmal mehr gilt, dass die alleinige ökonomische Betrachtungsweise einem Tunnelblick gleichkommt.

4. Spezialisierung auf die Kundengruppe
In vielen Berufsfachschulen ist die Zusammensetzung der Ausbildungsklassen sehr heterogen. Das beginnt beim Alter der Auszubildenden (16 bis 50 Jahre), betrifft den Bildungsgrad (Mittlere Reife oder deren Äquivalent, ein Hauptschulabschluss mit erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung, Fachabitur bzw. Abitur und Hochschulabsolventen – alle in einer Klasse!), den Migrationshintergrund, streift die Frage der beruflichen Vorerfahrung (Schulabgänger, Studienabbrecher, Berufsrückkehrer) und endet beim Gesundheitszustand. Das ist nicht ungewöhnlich und spiegelt als schierer Befund zunächst nur einmal die alltägliche Wirklichkeit in vielen Bildungseinrichtungen wider. Okay, der Befund stellt eine Herausforderung dar. Und wenn Schulen spätestens jetzt keine Konzepte hätten, handelten sie sich und anderen schnell allerlei Probleme ein. Besser also, sie haben Konzepte.
Betrachten wir beispielsweise einmal die Gruppe der Rehabilitanden. Klassische Berufsfachschulen haben eine andere Zielgruppe als berufliche Fördereinrichtungen, deren Ziel in der Integration von erwachsenen Menschen mit Behinderungen in den 1. Arbeitsmarkt liegt. Das sind z. B. die Berufsförderungswerke, die solchen Erwachsenen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf bzw. ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, Chancen und Perspektiven für einen neuen Start in das Berufsleben eröffnen. Das SGB IX regelt dabei den gesetzlichen Anspruch auf Teilhabe am Arbeitsleben.
Nun kann eine Rehabilitationsmaßnahme aufgrund verschiedenster gesundheitlicher Probleme notwendig werden. Ein Bewerber, der aus orthopädischen Gründen umschult, beispielsweise wegen eines erlittenen Bandscheibenvorfalls, benötigt jedoch eine andere Unterstützung, als ein Bewerber, der aufgrund einer schwerer Depression oder eines Helfersyndroms seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Klassische Berufsfachschulen müssen bei jedem Bewerber mit gesundheitlichen Einschränkungen daher sehr genau prüfen, ob die Einrichtung zum Bewerber und der Bewerber zur Einrichtung passt, oder ob der Bewerber vielmehr auf die speziellen sozialpädagogischen oder psychologischen Angebote angewiesen ist, die in der Regel nur ein Berufsförderungswerk bieten kann. Dazu gehört dann unter Umständen auch ein an die Zielgruppe und deren eingeschränkte Leistungsfähigkeit angepasstes Ausbildungsniveau. Umgekehrt sollten Berufsförderungswerke daher fairerweise auch überprüfen, ob ihr spezielles Angebot auch für Privatzahler sinnvoll und tauglich ist.
Eine permanente Überforderung des Rehabilitanden kann weder im Interesse dessen noch seines Rentenversicherungsträgers liegen und konterkariert die Intention des SGB IX. Erfolgt der Maßnahmeabbruch, kommt dies alle Beteiligten teuer zu stehen, neben dem Rehabilitanden selbst auch den Bildungsträger und letzten Endes die Solidargemeinschaft.
Umgekehrt unterfordert die permanente Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse eines Leistungsschwächeren die leistungsstärkeren Auszubildenden. Diese sind zunehmend frustriert, weil sie an einer Ausbildung teilnehmen, die sie nicht ausreichend fordert, weil sie aus ihrer Sicht unter ihrem eigentlichen Leistungsvermögen liegt. Brechen sie entnervt ab, wirkt sich dies nicht nur unmittelbar für den Bildungsträger nachteilig aus, sondern ebenfalls auf die Gesellschaft: diese kann sich Bildungsumwege unter den Bedingungen des demografischen Wandels einfach nicht mehr leisten.
Ganz schön komplex, wie das alles zusammenhängt, nicht wahr? Jedenfalls sollte sich ein Bildungsträger bei der Rekrutierung seiner Auszubildenden dessen bewusst sein. Und wohlgemerkt: dies geschieht im Interesse aller Anspruchsgruppen: Privatzahler wie Rehabilitanden, Eltern wie Rentenversicherungsträger oder Agentur für Arbeit. Und nicht zuletzt auch im Interesse des Arbeitsmarktes selbst, für den ausgebildet wird.

5. Ein professionelles und zielgruppenorientiertes Marketing
Unter Einhaltung kurzer Entscheidungswege kümmert sich die Schulleitung um die Belange der Auszubildenden und Honorardozenten und arbeitet eng mit diesen zusammen. Um motivierte, ja begeisterungsfähige neue Auszubildende zu gewinnen, muss die Berufsfachschule alle Register eines modernen Marketings ziehen. Regionale Grenzen spielen dabei keine Rolle mehr, denn die Zielgruppe wird nach anderen als regionalen Indikatoren ausgesucht. Somit kommt sie aus der ganzen Republik und je nachdem, wo die Bildungseinrichtung liegt, ist es auch ratsam, die nationalen Grenzen hinter sich zu lassen.
Und wieder ist die Kundensicht maßgeblich. Ein ansprechender Webauftritt wird durch die Pflege von Social Media und produktspezifischen Plattformen im Netz, durch Messebesuche, Tage der offenen Tür, Schnupperunterricht sowie durch eine individualisierte Begleitung der Bewerber im Bewerbungsprozess umrahmt. Und überhaupt: warum beenden viele Berufsfachschulen die individualisierte Begleitung just in dem Moment, in dem die Auszubildenden den Ausbildungsvertrag unterschrieben haben? Haben sie nicht während der Ausbildung und sogar später noch als Alumni das Recht auf eine maßgeschneiderte Betreuung, etwa die Versorgung mit Arbeitsstellen oder bei der Karriereplanung? Der Ausbildungsleiter oder ein eigens dazu abgestellter Mitarbeiter im „Career Center“ hat Praktikanten- und Arbeitsplätzen für Studierende und Absolventen einzuwerben. Daraus ergeben sich mitunter Impulse, die wiederum als Inhalte für den Unterricht, z. B. in Form von Projekten oder Case Studies, verwertet werden können.

6. Eine kompetente Schulleitung
Dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile ändert nichts daran, dass die Stärke einer Einrichtung immer auch in der Stärke ihrer Individuen liegt: Berufsfachschulen stellen hier keine Ausnahme dar. Jeder engagierte Dozent, aber auch jeder unfreundliche Verwaltungsmitarbeiter wird so zum Aushängeschild der gesamten Einrichtung. Das Profil der Berufsfachschule bildet sich aus der Summe dieser – wahrgenommenen – Einzelleistungen und der Interaktion aller Akteure untereinander. Durch Reibung entsteht Energie. Diese Energie auf ein gemeinsames strategisches Ziel hinzuführen und die gute Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren zu fördern sind wichtige Aufgaben der Schulleitung. Zudem eröffnet dies auch in den starren Grenzen, die ein Rahmenlehrplan zieht, Freiräume, ja Spielräume für innovative und interessante Projekte. Und damit vielleicht auch für Eigeninitiative. Dies ist anspruchsvoll und setzt ein Führungsverständnis voraus, das einen verlässlichen Kurs verfolgt, eine klare und nach innen transparente Zeit- und Ressourcenplanung aufstellt und umsetzt, dabei aber offen ist für Anregungen und Veränderungen. Aus diesem Führungsverständnis heraus und dem ihm zugrunde liegenden Vertrauen gegenüber den Beteiligten der Bildungseinrichtung entstehen Energie und Teamgeist, die eine Berufsfachschule langfristig veränderungsfähig und wettbewerbsfähig halten.

Anmerkung:
[1] Angeregt durch die Lektüre von Markus Baumanns: In fünf Schritten zur Exzellenz. Was brauchen neu gegründete Hochschulen, um sich zu Spitzeneinrichtungen zu entwickeln? Ein Erfolgsrezept. In: Die ZEIT 4 (20. Januar 2011), S. 63.

Samstag, 19. Februar 2011

Mein individueller Weg in die Cloud

Expo-Gelände Hannover
"Microsoft ist einer der Vordenker des Cloud Computing. Weltweit nutzen bereits mehr als 40 Millionen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Microsoft Cloud Services. Mit unserer 'Cloud Power'-Werbeoffensive wollen wir nun den deutschen Geschäftsentscheidern ihren individuellen Weg in die Cloud aufzeigen", sagt Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland. Cloud Computing sei kein Hype mehr, sondern bereits Realität. Echt? Vielleicht noch nicht in Trier. 100 Millionen Euro läßt sich Microsoft jedenfalls die "Go Cloud"-Initiative kosten, um auch den letzten skeptischen Entscheider zu überzeugen.
Mich spricht die Kampagne nicht an. Muss sie auch nicht, denn ich bin nicht deren Zielgruppe. In puncto Cloud Computing bin ich kein Entscheider, allenfalls ein Entscheiderchen, haha.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Medizinische Dokumentation: Ein ausgewogenes Kompetenzenprofil ist die Grundlage für Beschäftigungsfähigkeit

Im Berufsfeld Medizinische Dokumentation sind überwiegend wissensbasierte Dienstleistungen gefragt. Für diese Tätigkeiten ist eine sehr gute und breit fundierte Qualifikation die Voraussetzung. Deswegen kann es nicht das Ziel sein, „Fachidioten“ auszubilden, sondern jungen und jung gebliebenen Menschen eine Anleitung zu geben, wie sie sich auf Grundlage eines soliden Fachwissens jeder Herausforderung gelassen stellen können: dies trägt zur Beschäftigungsfähigkeit bzw. Employability bei. Lehrpläne und Curricula müssen dies abbilden.

Neben der Vermittlung von Fachkompetenzen sind daher auch Methodenkompetenz sowie eine „berufsfeldbezogene Qualifikation“ gefordert. Letztere beinhaltet die Fähigkeit, gelernte Theorie und Methodik in der Berufspraxis zur Problemlösung einzusetzen; somit auch alle grundlegenden Fähigkeiten, die die Auszubildenden für den Erwerb und die Entwicklung einer Fachkompetenz benötigen. Darunter fallen die bereits erwähnten Soft Skills wie Kommunikation und Rhetorik, Präsentation und Moderation, Projekt- und Teamarbeit. Und andere, wie die beigefügte Grafik zeigt. Sie ist ein erstes Ergebnis der Umfrage "Anforderungsprofile im Berufsfeld Medizinische Dokumentation", die die Euro-Schulen Trier im Februar 2011 durchgeführt haben, und zeigt, welche Soft Skills innerhalb der Branche gefordert sind.

Über welche Soft Skills der ideale MDA verfügen sollte
Die Herausforderung der Neukonzeption von Curricula besteht also nicht zuletzt darin, für ein ausgewogenes Kompetenzenprofil zu sorgen. Fach-, Methoden-, Sozial-, Persönlichkeits- sowie Informations- und Medienkompetenz müssen einander ergänzen, um zu überzeugenden Qualifikationen zu gelangen und auch wechselnden Berufsprofilen gerecht zu werden.
Letztlich geht es also um Beschäftigungsfähigkeit und vor allem die Fähigkeit zur Erhaltung derselben in einem Arbeitsmarkt, der zukünftig immer stärker von einer raschen Veränderung der Rahmenbedingungen und der Nachfrage geprägt sein wird.

Montag, 14. Februar 2011

Veränderungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Berufsfachschulen - aber wie?

Was benötigen private Berufsfachschulen auf lange Sicht, um bedarfsgerecht auszubilden, Gewinne erwirtschaften und sich zugleich gegenüber ihren Mitbewerbern behaupten zu können? Am Montag, 21. Februar 2011, erscheint hier ein Artikel aus meiner Sicht als Leiter einer Höheren Berufsfachschule. In diesem beschreibe ich sechs Mindestanforderungen, die erfüllt werden müssen, damit Berufsfachschulen veränderungsfähig und wettbewerbsfähig bleiben.
Eigentlich wollte ich schon vorher fertig sein, doch mein Werkstattbericht zum Thema "Was die Branche will. Anforderungsprofile von Arbeitnehmern in der Medizinischen Dokumentation" ist noch nicht ganz fähig, ähem, und der hat Priorität: schließlich muss er am 17. Februar 2011 zur DVMD-Tagung in Hannover fertig sein...

Sonntag, 13. Februar 2011

Social Media Guidelines für KMU der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfahren, wie einfach es für deren Kunden wie auch Mitarbeiter im Web 2.0 ist, ihre Meinung zu und Erfahrungen mit deren Produkten und Dienstleistungen einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. In Kommentaren, Posts, Blogs, Kurzmeldungen, Foren usw. tauscht man sich über die Unternehmen aus. Das kann eine Chance für die Unternehmen sein - oder auch unangenehm: es ist schon ein Kreuz mit den Soziale Netzwerken, und gerade viele KMU sind mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten noch überfordert, im Gegensatz zu den zumeist größeren börsennotierten Unternehmen, die großen Vorsprung haben.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat mit den "Social Media-Guidelines für KMU" nun klare Richtlinien für die geschäftliche Nutzung von Facebook, Twitter und Co. erstellt. Diese sollen es den Unternehmern wie auch deren Mitarbeitern erleichtern, individuelle Richtlinien für das Unternehmen zu entwickeln. Die Guidelines sind so formuliert (links, links, links-zwo-drei-vier), dass sie zackig praktisch direkt und unverändert übernommen werden können, um eine Vereinbarung zur Social Media-Nutzung mit den Mitarbeitern zu treffen, die keine Zweifel offenlässt.

Na, eben wie es sich für eine anständige Guideline gehört. Der Sprachstil passt allerdings herzlich wenig zu dem, was er regeln soll:
"Ob zum Austausch von Information, Meinungen, Perspektiven, Standpunkten oder Anekdoten, die Stimme des Menschen ist offen, natürlich und ehrlich",
lautet die vierte These des Cluetrain Manifests. Hätte die WKÖ durchaus berücksichtigen dürfen.

Die "Social Media-Guidelines für KMU" können heruntergeladen werden.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Greencard, bessere Bezahlung, Kitas – was hilft gegen Fachkräftemangel?

Jedem Aufschwung folgen die Klage von Industrie und Handwerk über einen Fachkräftemangel sowie eine politische Diskussion um Kinder und Inder. Im Gesundheitswesen verschärft sich das Fachkräfteproblem allerdings unabhängig von der Konjunktur durch die Demografie.

Was kommt heraus, wenn ein Beratungsunternehmen eine Markt­analyse macht? Ein bedrohliches Szenario plus drängender Beratungsbedarf. Hilfe zur Problemlösung bietet man Politik und Marktteilnehmern natürlich gerne an – die Studie liefert zugleich die Know-how-Referenz. „Gesundheitssystem vor dem Kollaps – 2030 fehlen eine Million Fachkräfte“, lautet dementsprechend das Fazit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (PricewaterhouseCoopers). Auslöser ist eine Betrachtung und Fortschreibung von Altersstruktur, Ausbildung und Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen. Studienpartner ist das Darm­städter WifOR-Institut, eine Ausgründung des finanz- und wirtschaftspolitischen Lehrstuhls von Prof. Dr. Bert Rürup.

Dienstag, 8. Februar 2011

Eingruppierung von Medizincontrollern nach TVöD: Vortrag und Folien


Von Sabine Kapsammer
"Aktuelle Entwicklungen im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes" - ein Titel, der nicht auf Anhieb einen spannenden und anregenden Informationsgewinn verspricht!
Wer jedoch den Karlsruher Rechtsanwalt Jürgen Kutzki schon einmal im Vortrag gehört hat, weiß, dass auch das "dröge" Eingruppierungsrecht zu bewältigen ist, wenn man es von einem Fachmann erklärt bekommt, der diesen Sachverhalt in leicht verdaulichen und anregenden Portionen serviert.
Auf der 11. Fachtagung des DVMD wird Herr Kutzki, der den Verband bereits seit Jahren berät und auch in Ludwigshafen als Redner zu hören war, für Neueinsteiger und "alte Hasen" im öffentlichen Dienst über den aktuellen Stand im TVöD sprechen.
Zeit und Ort:  Donnerstag, 17. Februar in der Session "Aus- und Weiterbildung II" (12.45 - 14.15 Uhr) Expo-Plaza 12, R.1.16
Zeit und für Fragen und Diskussion ist eingeplant.
Übrigens sind die Folien seines Vortrages in Ludwigshafen und andere Beiträge von Herrn Kutzki zu diesem Thema auf der DVMD-Website zum Nachlesen verfügbar.

Montag, 7. Februar 2011

BVDW: 10 Thesen zur Zukunft von Social Media in 2011

Wofür Martin Luther und das Cluetrain Manifest noch jeweils 95 Thesen benötigten, schafft der Düsseldorfer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. mit nur zehn Thesen in einer Pressemitteilung, aus der ich hier ausgiebig zitiere: zehn Thesen zur Zukunft von Social Media in 2011. Die Fachgruppe Social Media im BVDW sieht wesentliche Veränderungen in vielen Unternehmensbereichen wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung, Kundenbindung, Personal und Produktentwicklung. Vor allem mittelständische und kleine Unternehmen werden 2011 Social Media intensiver nutzen. 

Zusammenfassend konstatieren die Düsseldorfer, dass im Moment Social Media überweigend im Marketing und für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Doch im Laufe des Jahres würden Social Media in weiteren Bereichen wie Personal, Marktforschung und Produktentwicklung an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die KMU, die kleinen und mittelständischen Unternehmen also, entdeckten zunehmend die Vorteile der direkten Kommunikation mit dem Nutzer für sich, so die frohe Botschaft der digital marketeers, denn dass bedeute steigende Budgets in 2011.

Die Thesen sind m. E. nicht wirklich spektakulär oder provokant und klasse wäre gewesen, wenn's dazu auch eine Studie gegeben hätte, die die Prognosen untermauert. So ist es nichts als alter Wein in neuen Schläuchen, der aber durchaus mundet...
Aber schön, dass jemand sich die Mühe gemacht hat, sie in einer knappen Übersicht zusammenzustellen. Im Einzelnen wurden die folgenden Thesen aufmerksamkeitserregend an die Tür der Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige angeschlagen verkündet.

1. Social Media wird in Unternehmensorganisationen integriert
Die Frage nach der richtigen Organisationsform für den Bereich Social Media wird ein größeres Thema. „Hobby-Lösungen“ mit Praktikanten haben ausgedient. Die Phase eines Hypes oder Trends ist vorbei, Social
Media wird zum Alltag und will disziplinübergreifend organsiert werden. Der Bereich der Unternehmenskommunikation wird hierbei über alle Abteilungen hinweg eine zentrale Rolle spielen.

2. Employer Branding 2.0 
Employer Branding in Social Media wird zum essentiellen Bestandteil für Unternehmen bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern. Statische Personalbereiche auf Homepages und reine  Anzeigenportale waren gestern. Nicht nur Kunden werden anspruchsvoller, auch Bewerber setzen auf User Generated Content in ihrem Entscheidungsprozess und informieren sich über die  Unternehmen anhand ihrer eigenen Präsenz und ihrer Bewertung sowie der Aktivitäten ihrer Mitarbeiter in Social Media.

3. Die Produktentwicklung wird sozialisiert
Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen wird auf breitere Beine gestellt. Eine extrem breite Wissensbasis als Input zur Produktentwicklung und extrem schnelles Feedback intern wie extern führt zunehmend zu "Adaptive Engineering". Bald könnte die Zeit langwieriger Marktforschungsaktivitäten wie Befragungen etc. vor der Einführung bzw. Entwicklung neuer Produkte vorbei sein.
 
4. CRM wird nicht mehr sein, was es war

Letztes Jahr lief das Beziehungsmanagement noch weitgehend unsozial ab. In 2011 werden wir eine zunehmende Verschmelzung verschiedener CRM-Bereiche mit Social Media-Komponenten erleben. Leadmanagement, Kundenservice und Kundenbindung sind die ersten CRM-Felder, wo Social Media eine zunehmende Rolle spielen wird. CRM-Systemanbieter werden dafür sorgen, Daten und Prozesse aus Social Media systematisch nutzbar zu machen.
 
5. Unternehmen aus der zweiten Reihe springen auf

Bisher haben große Brands die Entwicklung von Social Media Marketing getrieben. Spezielle Social Media,Budgets sind gesamten Werbebudgets gefolgt. 2011 werden auch die „small“ bis „medium“ Spender auf den Zug aufspringen. Mittelstand, Industrie, B2B, Verbände, NGOs – für sie gilt es aus den Fehlern der Großen zu lernen und einzuschätzen, wo Social Media ihnen wirklich nützt. Der Mehrwert von Social Media wird dabei oft in anderen Unternehmensbereichen gesehen und weniger direkt im werblichen Bereich.

6. Social Media ist mehr als Facebook
Letztes Jahr war geprägt durch den großen, blauen Riesen. Großteile der Budgets in Deutschland sind in Facebook Apps und Media geflossen – der Return of Invest war bisher ungewiss. Die Nutzer werden neue, dynamische Plattformen und Applikationen für sich entdecken, um themen- und kontextspezifische Beziehungen zu führen. Marken werden die gute alte Homepage sozialisieren, um der Community auch im eigenen Garten etwas zu bieten. Spitze Themenplattformen wie Blogs und Foren werden den „Longtail“ wieder ins Gespräch bringen.

7. „Social Intelligence“ wird zum Erfolgsfaktor
Social Media Monitoring war bereits in 2010 ein großes Thema. 2011 wird es darum gehen, die Tools weiter zu optimieren. Aber viel wichtiger wird die Frage sein, wie und wofür das Wissen eingesetzt werden kann. Von einer adaptiven Aussteuerung der Kommunikation über die Produktentwicklung bis zur Kundensegmentierung – die Daten aus dem Social Web bieten unzählige Möglichkeiten.
 
8. Die ROI Diskussion geht weiter 
Die Messbarkeit der Maßnahmen wird auch in 2011 weiter ein Thema
sein. Was ist Erfolg und wie messe ich ihn? In den letzten Jahren ging
es für Marken darum, dabei zu sein. In Zukunft wird es darum gehen,
was Marken für Ergebnisse erzielen. Social Media wird ein typischer
Aspekt des Kommunikationsalltags werden.
 
9. Neue Berufsbilder entstehen

Die Nutzung von Social Media erfordert von den Mitarbeitern der Marken neue Fähigkeiten. Gelerntes Marketingwissen  ist nur noch in Teilen anwendbar. Mit Social Media wollen neue Tools und Infrastrukturen bedient werden, zudem muss ein neuer Kommunikationsstil geprägt werden. Community Manager sind die neuen „Arbeiter“ und gleichzeitig die neuen Erfolgsfaktoren der Kommunikation. Marken dürfen es nicht verpassen, diese Positionen gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation und anderen
Fachbereichen der Unternehmensorganisationen intern aufzubauen.
 
10. Das Ende der Kampagne, wie wir sie kannten
Die für Marken und Agenturen gelernte Kampagnenarbeit ist ein Auslaufmodell. Ideen müssen mehr können, als Aufmerksamkeit zu generieren
Engagement ist gefragt. Media wird nicht mehr gekauft, sondern verdient. Der Launch ist nicht das Ende der Arbeit, sondern der Anfang. 
 
Wir nehmen das dann mal so hin und lassen uns überraschen.

Bank für Sozialwirtschaft AG: Web 2.0 erobert die Gesundheitswirtschaft

Nun ist mein Artikel über Soziale Netzwerke im Gesundheitssektor doch glatt von der Bank für Sozialwirtschaft AG rezipiert worden:

Bank für Sozialwirtschaft AG: Web 2.0 erobert die Gesundheitswirtschaft. In: Trendinformationen für Führungskräfte der Sozialwirtschaft 10 (2010). 

Fein!

Freitag, 4. Februar 2011

Folgen des Plagiarismus

Die Universität Bergen, Norwegen, warnt mit einem professionell gemachten und sehr amüsanten Video vor den Folgen des Plagiarismus:


Donnerstag, 3. Februar 2011

Kropf der Woche: 101 Fragwürdigkeiten für die digitale Welt

Leitlinie 29 der eEtiquette lautet:
"Sich für fehlgeleitete Inhalte zu entschuldigen verschlimmert die Situation nur. Denke das nächste Mal einfach nach, bevor Du etwas veröffentlichst."
Ich weiß ja nicht, ob die Deutsche Telekom, die hinter dieser Seite steckt, an die INETBIB-Mailingliste und ihre zahlreichen mit "Upps, jetzt ist es auch mir passiert"-Beiträge dachte, aber zeugt es nicht von wahrer Größe, einen begangenen Faux-pas einzugestehen, und ist es darüber hinaus nicht höflich, sich für diesen zu entschuldigen?

Nachlesen und Kopfschütteln hier.

Internetrecherche - Recherchieren wie die Profis

Sie brauchen Literatur, Zitate, Quellen... Und die besorgen Sie sich im 21. Jahrhundert nicht mehr in Bibliotheken oder Büchereien, sondern im Internet. So weit, so klar. Doch wie oft endet die so optimistisch begonnene Internetrecherche auf Wikipedia oder bei Google? wissen.de und die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften zeigen Ihnen die besten Recherchekniffe für Ihre Internetrecherche und machen Sie zu Profi-Rechercheuren, die sich in Onlinekatalogen und auf Fachportalen auskennen wie in ihrer Westentasche.

Internetrecherche: Literatur
Das Thema ist gefunden. Jetzt brauchen Sie nur noch die richtige Literatur. Doch wie beginnt man nur mit der Internetrecherche? Und was haben Thesauri, DBIS und LOTSE damit zu tun?


Internetrecherche: Onlinekataloge
Kommt nach der ersten Suche kein relevanter Treffer, verlassen viele Laien-Rechercheure gleich frustriert den aufgesuchten Onlinekatalog. Lesen Sie unsere Tipps und Sie werden ruckzuck zum Profi der Internetrecherche.

Internetrecherche: Faule Eier?
Ihre Internetrecherche hat eine Reihe an Suchergebnissen ergeben und jetzt wissen Sie nicht, ob sich darunter vielleicht ein faules Ei befindet? Wir zeigen Ihnen, wie sie schnell und einfach die Qualität ihrer Treffer erkennen.

Internetrecherche: Zettelchaosa adé
Gegen Zettelchaos ist ein Kraut gewachsen. Immer mehr Tools helfen bei der Literaturverwaltung. So finden Sie jedes Zitat und jede Quelle wieder. Ihre Internetrecherche wird so zu einer todsicheren Sache.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Literaturtipp: Social Media Handbuch - Theorien, Methoden, Modelle

Für Grillparzer war "beschriebene Musik [...] wie ein erzähltes Mittagessen“. Und über Social Media ein dickes Buch zu schreiben anstatt zu tweeten, bloggen, "socialisieren", erinnert fast ein bisschen an dieses Bonmot. Für den Praktiker besteht die Crux solcher Werke wie Uwe Hettlers "Social Media Marketing: Marketing mit Blogs, Sozialen Netzwerken und weiteren Anwendungen des Web 2.0" einerseits in der wissenschaftlichen Annäherung an das Thema, das oftmals mit einer gewissen Theorielastigkeit einhergeht, andererseits in der eklektizistischen Aneinanderreihung von Themen, so dass kein roter Faden erkennbar ist. Für Praktiker und Checklisten-Junkies, die das gerade zuvor Gelesene am liebsten direkt in der betrieblichen Praxis anwenden möchten, geben Werke solcherart zumeist kaum Hilfestellung.

Ich glaube, dass die beiden Autoren Daniel Michelis und Thomas Schildhauer mit ihrem "Social Media Handbuch" (ISBN 978-3832954703, 29 €) diese Lücke geschlossen haben. Ihr kompakter Überblick  über Soziale Netzwerke ist zu allererst eine Art Werkzeugkasten mit Tools für die Praxis, wobei die angewandten Theorien, Modelle und Methoden ebenfalls nicht zu kurz kommen. Vor dem Hintergrund der enorm schnellen Entwicklung im Bereich der digitalen Kommunikation liefern die einzelnen Kapitel übergeordnete Ansätze, die sich nicht an den einzelnen Phänomenen und Technologien orientieren, sondern an den grundlegenden Mechanismen der voranschreitenden Digitalisierung. Wer primär am operativen Geschäft interessiert ist oder sein muss und deutschsprachige Literatur bevorzugt, kommt an diesen 352 Seiten im Moment nicht vorbei.  

Die Inhalte werden in zwei Teilen aufbereitet: in einem theoretischen Teil und einem Anwendungsteil. Im theoretischen Teil wird sich mit den Werken führender Autoren auseinandergesetzt - zu jung vielleicht, um bereits als Klassiker zu gelten -, ausgewählte Literatur in Form von Zusammenfassungen und Rezensionen dargestellt sowie Theorien, Methoden und Modelle beschrieben, die als Leitfaden für die Lösung von Praxisproblemen dienen sollen. Ohne Terminologie geht's nicht, aber die Autoren umschiffen elegant die Klippen des Fachjargons, wodurch das Buch auch für Einsteiger verstehbar ist und nicht nur für Marketeer. Im sich anschließenden Anwendungskapitel werden Fallbeispiele dargestellt, in denen die vorher vorgestellten Theorien, Methoden und Modelle ihre Anwendung finden. Die systematische Aufbereitung der Inhalte durch 
  • viele wertvolle Praxistipps
  • konkrete Anwendungsanleitungen
  • aktuelle Beispiele
  • anschauliche Modelle
  • präzise Begriffsdefinitionen und
  • Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Akteuren
ermöglichen dem Leser einen umfassenden Einstieg in die Welt der Social Media. Durch den Praxisbezug liefern Michelis und Schildhauer mehr als eine gute Grundlage für den Aufbau einer eigenen Social Media-Strategie. Ob's schließlich was wird, haben dann nicht mehr die beiden Autoren in der Hand, sondern obliegt der Kreativität des Lesers ;)


PS:
Für die zweite Auflage empfehlen wir Nomos allerdings ein gründlicheres Lektorat, denn in manchen Kapiteln finden sich - was wohl der individuellen Rechtschreibfähigkeit der Autoren gezollt sein dürfte - zu viele orthographische Unzulänglichkeiten. Und aus Mark Zuckerberg einen Zuckerman zu machen, nun ja...

Dienstag, 1. Februar 2011

Eingruppierung einer Study Nurse

Es gibt so Dauerbrenner-Themen unter unseren Auszubildenden. Eines davon ist die Frage nach der Eingruppierung, die immer dann auftaucht, wenn entweder Stellen in Instituten zu besetzen sind, die sich nicht an tariflich geregelten Entgeltgefügen orientieren – z. B. TVöD, TV-L, BAT, AVR, IGBCE/Chemietarif etc. –, oder eine drittmittelgeförderte Stelle in einem Krankenhaus zum ersten Mal besetzt wird, aber keine Erfahrungswerte vorliegen. Im Arbeitsgebiet Klinische Studien sind das z. B. Stellen für eine Study Nurse, eine Studienassistentin oder einen Studienassistenten. Die einschlägigen Gehaltsvergleichsseiten geben oftmals nur einen unzureichenden Überblick.

Doch nicht nur die Auszubildenden tappen im Dunkeln. Oftmals sind es auch die Arbeitgeber selbst. Woher ich das weiß? Weil wir gefragt werden. Unter vielen Arbeitgebern hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Berufsfachschulen eine ideale Stellenbörse sind. Sie verfügen nicht nur über geeignete Bewerber, sondern sie haben diese während zwei Ausbildungsjahren so weit kennengelernt, dass sie ihre Auszubildenden einschätzen können. Und weil Berufsfachschulen wegen der Vermittlungsquote ein natürliches Interesse daran haben, ihre Auszubildenden in Lohn und Brot zu sehen, und zudem auch zukünftig ein verlässlicher Partner sein wollen, nehmen sie ein seriöses Matching zwischen Auszubildendem und Stellenprofil vor. Obendrein ist diese Serviceleistung für den Arbeitgeber wie den zukünftigen Arbeitnehmer in der Regel kostenfrei. Und das Stelleninserat spart man sich auch…

Ich beobachte, dass sich etwa seit 2007 die Anfragen von Auftragsforschungsinstituten, Personalern und Oberärzten mehren, die uns auf eine zu besetzende Stelle hinweisen und sich nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten erkundigen. Bei dieser Gelegenheit fragen sie ebenfalls häufig nach, wie es sich mit der Eingruppierung verhält.

Aber wie verhält es sich nun mit der Eingruppierung? Nun, kontaktieren Sie uns einfach, wir teilen Ihnen gerne unsere Erfahrungswerte mit.

Umfrage: 2. Weiterbildungsbarometer Medizinische Dokumentation

Bitte zu beachten: diese Umfrage wendet sich nur an Beschäftigte im Berufsfeld Medizinische Dokumentation, danke sehr!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

um im Beruf mithalten zu können und voranzukommen, bedarf es kontinuierlicher Weiterbildung. Gerade in konjunkturell angespannten Zeiten und unter den Bedingungen des demografischen Wandels wird diese Form des lebenslangen Lernens immer wichtiger. Hinzu kommt, dass Unternehmen von ihren Mitarbeitern verstärkt eine prinzipielle Lernbereitschaft im Sinne der 3L erwarten: Lifelong learning und damit die persönliche Weiterqualifizierung ist aber nicht nur eine permanente, sondern zunehmend auch eine selbstgesteuerte Aufgabe.

Ob Medizincontrolling, Klinische Studien, Epidemiologie oder Tumorforschung – das Berufsfeld Medizinische Dokumentation ist da sicherlich keine Ausnahme. Doch wie verhält es sich genau? Die erste und bisher letzte Untersuchung, die den Weiterbildungswunsch von Informationsdienstleistern widerspiegelt, ist von 2007. Nach vier Jahren ist, denke ich, ein Update fällig. Daher möchte ich Sie herzlich bitten, ein paar Minuten zu opfern, um an dieser kurzen Umfrage mitzumachen.

Den Fragebogen unserer Umfrage finden Sie unter:

http://www.umfrageonline.com/live.php?code=ecdf9bf


Natürlich erfolgt die Auswertung anonym. Die Ergebnisse werden im Laufe des 2. Quartals 2011 publiziert werden.


Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!

Freundliche Grüße
Ulrich Wirth