Freitag, 4. März 2011

Psoriasis: Die Krankheit bleibt, aber der Erkrankte fühlt sich besser

Sehr verkürzt könnte man die Ergebnisse von Andrea Greves Zwischenauswertung der Psoriasis-Studie am Universitätsklinikum Erlangen auf diesen Nenner bringen. Im Rahmen ihres Praktikums untersuchte die Absolventin der Euro-Schulen Trier den Zusammenhang zwischen Patientenschulungen und Lebensqualität. Für diese Studienarbeit wurde sie jetzt mit dem Juniorenpreis des Deutschen Verbands Medizinischer Dokumentare (DVMD) e. V. ausgezeichnet. Damit geht der Preis im siebten Jahr in Folge nach Trier.

Die Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des Menschen. Je nach Verlauf und Ausmaß der Erkrankung kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich eingeschränkt sein. Wie bei den meisten chronischen Erkrankungen ist es daher für den Patienten umso hilfreicher, je tiefer sein Wissen um seine Krankheit ist: nur dann kann er adäquat mit seiner Krankheit umgehen. Erfolg versprechen Schulungsmaßnahmen, jedoch werden diese für Schuppenflechte in Deutschland bislang kaum angeboten. Wohl aber in der Universitäts-Hautklinik Erlangen, die diese im vierten Jahr anbieten und mittlerweile über 100 Betroffene geschult haben. Doch wie ist es um die Wirksamkeit solcher Schulungen bestellt? Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Schulung und verbesserter Lebensqualität? Bisher stand der statistische Beweis noch aus.

Diesen Beweis dürfte Andrea Greve mit ihrer Abschlussarbeit „Effekte von standardisierten Schulungsmaßnahmen auf Krankheitsaktivität und Lebensqualität bei Erwachsenen mit Psoriasis“ nun erbracht haben. Dass sich die Schulungen positiv auf die Lebensqualität der Erkrankten auswirken, fand die Triererin in ihrer statistischen Untersuchung heraus, die sie als Projektarbeit im Rahmen ihrer Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) an den Euro-Schulen Trier erstellt hatte. Das bedeutet konkret, dass die Erkrankten zwar nicht gesund werden, jedoch ihre Krankheit akzeptieren lernen und sich einfach besser fühlen, und das sogar noch ein Jahr nach der Schulung.

Prof. Dr. med. Michael Sticherling, leitender Oberarzt der Hautklinik, hob in seinem Gutachten zur Arbeit hervor, dass die Ergebnisse der Studie einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Behandlung der Psoriasis darstellen und sicherlich zur Etablierung der Psoriasis-Schulung nicht nur in Erlangen beitragen werden.

Die 35-jährige Andrea Greve nahm den Nachwuchsförderpreis auf der Verbandstagung am 17. Februar 2011 in Hannover aus den Händen von Katharina Thorn entgegen, der Vorsitzenden des DVMD. Damit geht der DVMD-Juniorenpreis in der Kategorie „Praktikums- und Studienarbeiten Medizinische Dokumentationsassistenz“ ununterbrochen seit 2005 nach Trier. Ausgezeichnet werden innovative und originäre Abschlussarbeiten, wobei es sich bei Andrea Greves Arbeit letztlich sogar um eine eigenständige wissenschaftliche Publikation handelt. „Dies zeigt einmal mehr, wie praxisnah und auf welch hohem Level die Medizinischen Dokumentationsassistenten an den Euro-Schulen Trier ausgebildet werden“, freut sich Ulrich Wirth, Leiter der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten: „Und in puncto Beschäftigungsfähigkeit sind wir uns sicher, dass sich unsere berufsfachschulische Ausbildung auch locker gegenüber entsprechenden Studienangeboten behaupten kann.“

Die Ausbildung zur MDA an den Euro-Schulen Trier dauert zwei Jahre und beinhaltet die Hauptfachgruppen Medizin, Dokumentation, EDV sowie Organisation und Projektmanagement. Sie kann als Erstausbildung für Schulabgänger ab der Mittleren Reife absolviert werden. Als Weiterbildung ist der Beruf des MDA interessant für diejenigen, die bereits eine Ausbildung im pflegerischen, medizinisch-technischen oder kaufmännischen Bereich gemacht haben und sich weiter qualifizieren wollen. Der nächste Kurs startet am 4. Oktober 2011.

Informationen zur Ausbildung finden Sie auf den Seiten der Euro-Schulen Trier unter http://www.trier.eso.de.

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