Dienstag, 1. März 2011

Studie: Facebook-Nutzung US-amerikanischer Krankenhäuser


Soziale Netzwerke werden zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Gesundheitskommunikation. Patienten und Ärzte, Krankenversicherungen und die Pharmaindustrie tummeln sich im Netz. Neben eigenen Netzwerken und Plattformen werden vor allem Social Media wie Facebook und Twitter genutzt. Genutzt – aber was heißt das? Eine US-amerikanische Studie wollte es nun genau wissen.

Von der Grund- bis zur Maximalversorgung
Die Unternehmens-beratung „Verasoni Ah Ha! Insights“ hat die Facebook-Aktivitäten von 120 Krankenhäusern verschiedener Größen aus allen Bundesstaaten der USA untersucht. Das Ergebnis ist, je nach Perspektive, niederschmetternd: die Kliniken nutzen bei weitem nicht die Möglichkeiten, die ihnen Facebook bietet, um Patienten durch Gesundheitsinformationen aller Art besser in den Behandlungsprozess einzubinden und um generell die Vernetzung des Gesundheitssektors voranzutreiben. Auch werde Facebook bislang nur unzureichend als Mittel der Markenbildung benutzt.

US-amerikanische Kliniken verpassten damit mehrheitlich die Chance, die ihnen Social Media Marketing bietet. Natürlich, es gibt die obligatorischen „Leuchttürme“, darunter die viel zitierte Mayo Clinic, die mit ihren Facebook-Aktivitäten als Referenzgröße für modernes Klinik- und Praxismarketing gilt (und darüber hinaus auch für andere Branchen). Die Mehrheit der US-amerikanischen Krankenhäuser nutze Facebook jedoch nicht.

Häufigkeit, mit der Beiträge gepostet werden
Hauptaugenmerk der Auswertung liegt auf der Analyse der Netzwerkgröße, der Häufigkeit und Art der geposteten Beiträge und der Verwendung von Integrations-Tools. Paradox ist dabei, dass nun die Patienten auf Facebook vertreten sind und viele Kliniken mit ihren eigenen Seiten auch – jedoch kommen beide nicht immer zusammen, denn es mangele schlichtweg an Interaktion. Wo hingegen richtiggehend "kommuniziert" werde, wären nicht nur Patienten, sondern auch deren Angehörige und Freunde aktiv, tauschten ihre Erfahrungen aus, und dies oftmals erfreulich positiv in Form von Lob und Empfehlungen. Besonders aktiv sind hier die Kinderkliniken, so die Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind diese:
  • nur 8 von 120 Krankenhäusern (6%) hatten mehr als 10.000 Fans;
  • weniger als 40% der Krankenhäuser posteten täglich; diejenigen, die täglich posteten, konnten tatsächlich mehr Patienten generieren und auch Kontakte zu potenziellen Arbeitnehmern herstellen;
  • Stichwort Events: weniger als 50% nutzten die Kalenderfunktion, um auf Gesundheitsthemen aufmerksam zu machen eigene Veranstaltungen und Aktionen zu promoten;
  • 80% der Krankenhäuser verwendeten nicht die Diskussionsoption, die Facebook bietet; diejenigen, die in die Diskussion einstiegen, wurden mit engagierten Beiträgen, zuweilen Lobhudelei und Empfehlungen von Mitgliedern belohnt;
  • 63% aller Kliniken hatten kein unaufgefordertes Feedback oder Fragen ihrer Follower auf ihrer Seite;
  • 32% erhielten unerwünschtes Feedback von ihren Facebook-Mitgliedern.
Die Ergebnisse der Studie bietet Verasoni zum Download an.

Kommentare:

  1. Und hier noch ein passender Artikel zur Situation in Deutschalnd: klick!

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  2. Das erste Krankenhaus in Trier mit Fanpage und regelmäßigen Tweets ist das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen:

    Facebook und Twitter

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