Freitag, 29. April 2011

A very important date in Barcelona: e-Patient Connections Europe 2011 (June 20-21, 2011)

What's up in Barcelona?

The e-Patient Connections conference is the “must attend” event for everyone interested in reaching, engaging and educating empowered digital health consumers. Now Kru Research has teamed up with ExL Pharma to bring this show to Europe in 2011!

The schedule is stunning. In Barcelona they will have the most diverse audience and largest representation of actual patients of any conference. Attendees come from life science companies, health systems, non-profits, health 2.0 technology companies and public health agencies. 

There will also be a big exhibition at the e-Patient Connections conference, showing a multifarious range of products and services. Companies will use the conference to position themselves as a leader among new prospects and existing clients alike.

Who should attend?

The program gives proof of the fact that this conference is designed for European based professionals in the life science, provider, health 2.0, mobile health, patient activist, and public health companies whose responsibilities include:
  • eMarketing
  • Digital Marketing
  • Relationship Marketing
  • Online Community Managers
  • Corporate Communications
  • Product/Brand Marketing
  • Internet Communications
  • Information Technology
  • Legal/Regulatory
  • Compliance Officers
You will find further information here:

Donnerstag, 28. April 2011

Das Medien- und IT-Netzwerk Trier-Luxemburg...

... hat sozuagen von MITT zu MITL umfirmiert, was die Notwendigkeit eines neuen Logos mit sich gebracht hat. Roland Dahm hat's entworfen. Sieht gut aus, oder?

Der Medizinische Dokumentationsassistent – wirklich ein "neuer" Beruf im Gesundheitswesen?

Das Gesundheitssystem ist sehr erfinderisch, wenn es um neue Berufe geht. So haben die Umwälzungen, die die Einführung des DRG-Systems in Deutschland 2003 mit sich gebracht hat, zum Beispiel zu einer verstärkten Nachfrage nach Dokumentationsfachkräften geführt. Übernommen werden diese Tätigkeiten von Medizinischen Dokumentationsassistenten. Aber so neu ist dieser Beruf dann doch nicht, denn die MDA werden bereits seit 1969 ausgebildet. Doch kaum jemand hat von diesem Berufsbild schon einmal gehört. Schade eigentlich, denn dabei bietet der MDA mehr als gute Chancen auf einen klasse Job in einer beständigen Branche.

Der Medizinische Dokumentationsassistent - warum kennen viele das Berufsbild nicht?

Die verstärkte Nachfrage nach Spezialkräften, die sich mit Abrechnung und Leistungserfassung von Krankenhausbehandlungen auskennen, schlägt sich in vielen neu geschaffenen Arbeitsstellen nieder. Doch auch sieben Jahre nach Einführung des Fallpauschalensystems ist das Berufsbild Medizinischer Dokumentationsassistent so gut wie unbekannt. Aber woran liegt das?

Zusammenhängen mag dies mit dem Umstand, dass der Medizinische Dokumentationsassistent nicht von den Kliniken selbst ausgebildet wird, anders als z. B. der Gesundheits- und Krankenpfleger. Das kann auch gar nicht funktionieren, denn die MDA-Ausbildung ist keine klassische Ausbildung im so genannten "Dualen System", sondern eine vollschulische Ausbildung, die nur von einer Handvoll Berufsfachschulen angeboten wird. Es gibt damit keine Lehrherren im eigentlichen Sinne und es gibt auch kein Lehrgeld. Stattdessen muss Lehrgeld bezahlt werden, denn an Privatschulen fällt für die Ausbildung Schulgeld an.

Schule ist nicht gleich Schule

Wird Schulgeld fällig, sind die Eltern besonders kritisch, auch wenn die MDA-Ausbildung an manchen Schulen mit Schüler-BAföG gefördert wird, welches nicht zurückbezahlt werden muss. Nicht dass Eltern nicht in die Ausbildung ihrer Sprösslinge investieren wollten. Aber viele Eltern wissen nicht so recht, für welche Leistung genau sie eigentlich bezahlen. „Daher sollten sich Eltern im Vorfeld genau über das Leistungsportfolio der Schule informieren“, rät Ulrich Wirth, der die Höhere Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten der Euro-Schulen Trier leitet. Und das tun sie zunehmend. „Während die zukünftigen Schülerinnen und Schüler den Einstellungstest machen, sitzt ein Elternteil meistens parallel im Beratungsgespräch und lässt sich ganz genau erklären, wie unser Ausbildungs- und Betreuungskonzept aussieht.“

Praxisnahe Ausbildung an den Euro-Schulen Trier

Als erste Schule in Rheinland-Pfalz bilden die Euro-Schulen Trier seit dem Jahr 2000 Medizinische Dokumentationsassistentinnen und Dokumentationsassistenten aus. Die Euro-Schulen Trier haben dabei den Anspruch, ihre Absolventinnen und Absolventen nach zwei Jahren intensiver Ausbildung breit ausgebildet in die Arbeitswelt zu entlassen. „Nur wenn wir praxisnah und auf hohem Niveau ausbilden, sichern wir die Beschäftigungsfähigkeit unserer Absolventinnen und Absolventen“, so Wirth, „und das stellt in gewisser Weise einen Teil des Gegenwerts zu den erhobenen Schulgebühren dar. Wenn man so will, handelt es sich damit um ein recht einfaches Tauschgeschäft: Geld gegen Perspektive.“

Mehrwert durch Engagement, Betreuung und ein Netzwerk

Was ist dann aber der andere Teil? „Genauer gesagt sind dies sogar drei Teile“, lacht Wirth, und darin unterschieden sich die meisten Schulen voneinander: „Engagement, Betreuung und der individuelle Vernetzungsgrad der Schule“. Besonders das Netzwerk sei dabei nicht zu unterschätzen: „Wir lassen unsere Schülerinnen und Schüler an unserem Netzwerk aus Stakeholdern aus allen Sparten des Healthcare-Sektors teilhaben, und das während der Ausbildung und auch danach“, sagt Wirth. Und das Netzwerk der Höheren Berufsfachschule kann sich durchaus sehen lassen, denn die Euro-Schulen Trier sind lokal, regional und bundesweit vernetzt. „Wir pflegen sogar internationale Kontakte“, so Wirth, der seine Schülerinnen und Schüler auch mal in Österreich oder sogar in Gabun besucht.

"Unsere Absolventinnen und Absolventen sind ausgezeichnet"

Dass das Ausbildungskonzept der Euro-Schulen Trier aufgeht, ist nicht nur behauptet. Einerseits verdeutlichen dies die hohen Vermittlungsquoten. Andererseits sind die Absolventinnen und Absolventen der Euro-Schulen Trier im doppelten Wortsinne „ausgezeichnet“: Der DVMD-Juniorenpreis in der Kategorie „Praktikums- und Studienarbeiten Medizinische Dokumentationsassistenz“ geht seit 2005 ununterbrochen nach Trier. Mit diesem zeichnet der Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare (DVMD e. V.) innovative und originäre Abschlussarbeiten aus.

Weiterführende Informationen finden sich in dem Bericht von Romy König mit dem Titel "Die Datenjongleure", der u. a. auf einem Interview mit Ulrich Wirth basiert. Erschienen ist der Artikel in "kma - Das Gesundheitswirtschaftsmagazin" 10 (2010), S. 60-62. Der Artikel zum 
Download bereit. Wir danken der Georg Thieme Verlag KG sehr herzlich für die Nutzungsmöglichkeit des Beitrags.

Mittwoch, 27. April 2011

IFHRO Congress Milan 2010 - Personal Congress Impressions

The delegation of Germany has been rather small, comparing to the number of other countries – five had been announced, just four have attended the congress in Milan. Three amongst us had conducted presentations covering the role of the German health information management association (DVMD), the education of young professionals in the context of the concept of “unleashed vocational school” and the role of the reimbursement system (German-related DRGs) on the Clinical documentation.

As it was the first time we took part in an IFHRO congress, we were much pleasantly surprised as well as impressed by the long list of nations visiting and participating actively during these five days in Milan. However, the high number of attending Italian professionals was quiet natural. But the possibility to exchange experiences with colleagues from other European countries (and not only our German neighbours) as well as colleagues from Australia, North America, Asia, well, even from Melanesia may give more than a clue to solve some “national” problems.

The congress organization was done very well, everything went smooth – except for the weather. The Staff was friendly, very obliging and professional. We attended a lot of interesting sessions. Also the social program is worthy of being mentioned. We’re still impressed about the Historical Archive of the Ospedale Maggiore where we had attended a guided tour through 500 years of historical medical tools and manuscripts.

Tabarnak*, the congress had everything! Sounds like we were quiet happy about having come to Milan, eh*? Yes, we were and still are happy. Just one stain remains, however. Referring to the various sessions we would like to suggest that the time of the different lectures should be adjusted. It’s a pity that some specific and interesting topics were conceded a time frame of just 10 minutes whereby the subject could not be covered, whilst other lectures had the comfort of exploring their subjects in 20 to 25 minutes. However, that’s the only organizational suggestion we would like to give for future congresses: less time for general lectures and more time for specific topics which should be pooled in special sessions (e.g. “Documentation in DRG-countries”, “Comparison of educational curricula in different countries”, “Medical documentation in integrated care”).

We would like to end with a personal remark. Both of us were close to freaking out the moment we got the news that the next IFHIMA congress will be held in Montréal, Québec. And who knows, maybe there will be a chance for us as big fans of the famous “Canadians de Montréal” to see the “Habs” in the Stanley Cup Play-offs, that would top off the certainly perfect social programme to come (Marci knows what we’re thinking about). You see, we have many good reasons for looking forward to visit Montréal in 2013, and we send our best wishes to the organizational team in Canada.

Markus Stein & Ulrich Wirth

* We recently started to improve our Québecois as well as our Canadian English...

Dienstag, 26. April 2011

ESO Nr. 1 bei DIN ISO 29990

Die DIN ISO 29990 wurde als neues Managementsystem für Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung  ISO 29990 im Dezember 2010 veröffentlicht. Es handelt sich dabei sowohl um ein Qualitätsmanagementsystem als auch um einen Servicestandard, bei der der noch Lernprozess stärker im Mittelpunkt steht, als es bei der Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. der Fall war.
Als erstem Bildungsträger bundesweit wurde ESO jetzt von CERTQUA, der Gesellschaft der Deutschen Wirtschaft zur Förderung von Qualitätssicherungssystemen in der Beruflichen Bildung, die Qualität der Bildung nach der Norm DIN ISO 29990 bestätigt.

Dienstag, 19. April 2011

re:publica 11 – Als Digital immigrant unter Netzbürgern

Ich gebe zu, ich bin mit einem Filter im Kopf nach Berlin gefahren. Meine Tätigkeit in der Bildungsbranche und der Charakter der Reise als Dienstreise bringen es mit sich, dass ich mich zumeist auf unmittelbar Verwertbares für das Unternehmen, welches ich repräsentiere, konzentriere. Das mag man „déformation professionelle“ nennen. Aber es ist auf eine altmodische Art zugleich loyal. Und da ich mich auf eine geradezu erschreckende Weise mit meinem Beruf identifiziere, fällt mir dies auch nicht sonderlich schwer. Ich bin zudem gewohnt, aus allem Möglichem Impulse zu ziehen. Deswegen fällt es mir insofern leicht, über den vielbeschworenen Tellerrand zu schauen, da er für mich erst gar nicht existiert. Meine Teller sind sozusagen riesige ineinander übergehende kalte und warme Platten auf einem „buffet de savoir“. Natürlich nehme ich den Tellerrand wahr, immer dann nämlich, wenn ich das Gefühl habe, dass sich mein Halbwissen in Viertel-, Achtel- oder, nun ja, Unwissen atomisiert. Was dann jedoch übrig bleibt, ist schieres Interesse. Neugierde. Staunen zum Teil. Mit diesem Ansatz konnte ich auf der diesjährigen re:publica also gar nicht enttäuscht werden. Ich finde an jedem Büfett immer etwas. Garantiert.

Entsprechend berichte ich über diese drei Tage im April 2011 – drei Tage ohne Internet quasi – von demjenigen, was in den Panels, die ich besucht habe, so serviert wurde. Die Auswahl reicht dabei von Schnitzel mit Pommes über getrüffelte Wildente bis zu Grütze. Was so schlecht nicht ist.

Tag 1: Schnitzel mit Pommes
Die Schere im Kopf, schnipp-schnapp. Gleich am ersten Tag erging mir das so, und zwar bei der Keynote von Philipp Schäfer, der hie und da auch auf die Gesundheitswirtschaft zu sprechen kam, was mich aufmerken ließ. Schäfer arbeitet für den deutschen Ableger der amerikanischen Innovationsberatung IDEO und sprach über „Design Thinking“. Dabei geht es um nichts Geringeres als um Methoden zur Lösung komplexer Probleme und zur Entwicklung innovativer Ideen. Das gelinge aber nur, wenn man sich von den Denkstrukturen befreie, die zur Entstehung eben dieses Problems beigetragen hätte, so Schäfer feat. Albert Einstein. Wieso fühlte ich mich hier nur an meine Branche erinnert?

"Ultra-Coordinated Mother-Fuckary"
Was sonst noch an diesem Vormittag geschah, sei hier nur im Zeitraffer erwähnt. Der Vortrag über Psychologie, Struktur und Wirkmächtigkeit von „Anonymous“ (Gabriella Coleman) war für mich als Nicht-Eingeweihten höchst interessant, die Werbeveranstaltungen von LichtBlick und Mozilla waren es nicht. Überhaupt: Werbeveranstaltungen. Ich kenne das von vielen anderen Kongressen und auch der Spruch, dass man sein Unternehmen kurz vorstellen müsse, damit man den folgenden Ausführungen folgen könne, ist meistens gelogen. Auf der re:publica hätte ich solches Treiben nicht erwartet, den ich hätte gedacht, die Zuhörer würden mit Shitstörmchen reagieren. Einige Tweets gehen in diese Richtung. Man sollte jedoch niemals die Traute und Dreistigkeit von Unternehmensvertretern unterschätzen.

Weil ich mich derzeit mit Infografiken beschäftige, fand ich den Beitrag von Johannes Kretzschmar ziemlich anregend. Neben seiner Tätigkeit as WissMa an der Uni Jena findet der Informatiker noch Zeit, Comics zu zeichnen. Der Öffentliche Dienst ist offensichtlich auch nicht mehr das, was er mal war ;) Der Comic als Medium der Informationsvermittlung, etwa im berufsfachschulischen Unterricht – das könnte für unsere Zwecke recht interessant sein. Auch Internet Memes zum Beispiel. Bei Internet Memes oder Internet-Phänomenen handelt es sich um ist ein Bild, ein Video, eine Phrase oder einfach eine Idee, die von einer Person zu einer anderen verbreitet wird, und das zunächst ohne einen vordergründigen logischen Grund. Auch in der Ausbildung könnte diese Meme wie einfache Infografiken verwendet werden, und generell statt Skripten auch Infografiken oder Comics, gezeichnet wie in Fotoform. Meine eigenen Talente sind hier deutlich limitiert, aber die Auszubildenden lassen sich sicherlich ganz prima einbinden.

Spannend auch der Beitrag zum „Visuellen Datenjournalismus“ (Gregor Aisch), der einmal mehr betont hat, warum der Beruf des Journalisten geschützt werden sollte dass im Journalismus, auch wenn er sich Datenjournalismus nennt und dessen Produkt aus nicht mehr, aber auch nicht weniger als einer Infografik besteht, Technik in erster Linie immer noch Inhalte repräsentiert. Klasse dann aber „Wie Journalisten Daten finden und sicher nutzen“ (Christina Elmer), was einen unmittelbaren Verwertungsnutzen für mich gehabt hat. Eindrucksvoll stellte Elmer dar, welcher Tools es bedarf, um aus sperrigen Datensätzen aussagekräftige Aussagen zu treffen. Mit Excel hat sie anschaulich demonstriert, wie man „Geschichten in Daten findet“, wenngleich nicht „im Nu“, wie die generalstabsmäßig vorbereitete präparierte Demonstration hätte suggerieren können.

Alles in allem solide Hausmannskost in meinen Panels des ersten Tages, quasi Schnitzel mit Pommes: lecker, durch und bekömmlich. 

Etwas fade lediglich der Beitrag mit dem vollmundingen Titel „Blogs in Deutschland“ (Stine Eckert), der sich als im Ansatz stecken gebliebene qualitative Auswertung von 20 willkürlich ausgewählten Blogs entpuppt hat, wofür die Referentin reichlich Schelte einstecken musste und auch per Tweets verbal gesteinigt wurde, na ja, zumindest gepiesakt. Kann passieren, wenn unter der Panade kein saftiges Schnitzel, sondern leider nur ein Pappendeckel hervorlugt.
Ich möchte nicht nachtreten, aber ich beobachte seit Jahren, dass auf vielen wissenschaftlichen Kongressen nicht mehr für die Qualität der Präsentationen garantiert werden kann. Ein Mindeststandard sollte jedoch erfüllt werden, weshalb ich für eine bessere Peer Review votiere.


Tag 2: Getrüffelte Wildente
Ich mag Schnitzel mit Pommes, aber nicht jeden Tag. Umso erfreuter war ich, dass ein Herr mittleren Alters namens @wilddueck zu getrüffelter Wildente lud. Yummy! Vielleicht kennen Sie das ja auch. Man verspürt Unbehagen an etwas, ist aber nicht in der Lage, dies zu artikulieren, so als fehlten einem die Worte. So erging es mir beim Vortrag von Prof. Dr. Gunter Dueck, CTO bei IBM, der mir in aller Deutlichkeit die passenden Worte geliefert hat für mein Unbehagen am deutschen Bildungssystem. Ich kann sagen, ich bin regelrecht erschüttert, denn was Dueck über die Schere zwischen Schulsystem und Arbeitswirklichkeit gesagt hat, trifft sich voll und ganz mit meinen eigenen Beobachtungen aus vielen Jahren an der Uni und als Dozent. Grandios sein Plädoyer für Professionals die anstatt über IQ über Emotionale Intelligenz (EQ) verfügen, dazu Energie, Verkaufstalent, Sinn für Attraktivität, Liebe zum Kunden usw. – der Dienstleister des 21. Jahrhunderts. Schule heute diene hingegen nur dazu, die innere Festplatte zu füllen. Dabei wisse ein „frisch Gesurfter“ mehr als dessen Lehrer, und das gelte auch für andere Berufe, z. B. auch im Gesundheitswesen (Arzt vs. e-Patient z. B., mehr dazu hier). Klasse überdies seine Ausführungen zur „Ver-Credit-Pointung“ à la Bolognese.

Der Vortrag ist übrigens im Netz:



Die von Philipp Banse moderierte Gesprächsrunde mit dem Titel „Blogger_innen im Gespräch“ war okay, vielleicht ein büschen zäh zuweilen. Thematisch hatten wir René Walter als tragischen Nerd Held – unerschütterlich trotz beinahe erlittenen Heldentods (aufgrund einer Abmahnung inklusive Domain-Pfändung) – und Katrin Rönicke zu Stereotypen, Quoten und Frauenstammtischen. Bin ich nicht der richtige Ansprechpartner, möchte aber bezweifeln, dass sie in diesen zehn vertanen Minuten viel für S/Q/F getan hat. 
Und Richard Gutjahr, ja. Der hat es im Zuge der ägyptischen Revolution dank seiner Live-Berichterstattung zu einiger medialer Prominenz gebracht. Hatte irritierenderweise aber den Polohemdkragen hochgeschlagen. Mag blöd klingen, hat mich aber abgelenkt.
Und dann kam ein Augenschmaus. Die gehörlose Julia Probst, die auf eindrucksvolle Art in nur zehn Minuten wahrscheinlich mehr für die Wahrnehmung Behinderter getan hat, als Wim Thoelke, Wum, Wendelin & der blaue Klaus zusammen in 219 Folgen „Der Große Preis“ für die „Aktion Sorgenkind“. Sie bloggt auf www.meinaugenschmaus.blogspot.com und kommentierte seit 2010 mediales Leben aus der Sicht einer Gehörlosen. Das tat sie so witzig wie charmant, so dass sie die CPUs Herzen des Auditoriums sozusagen im Sturm eroberte. Rührend zu sehen, wie der ganze Saal am Ende beidhändig in Gebärdensprache Beifall bekundet hat. Das bedeutet ja auch nicht zuletzt, dass für einen Moment lang zahlreiche mobile devices aus der Hand gelegt worden sein müssen. Und das will auf einer Veranstaltung wie der re:publica was heißen.

Zum Nachtisch: nicht rote, nein magentafarbene Grütze
Was wären solche Veranstaltungen ohne die obligatorischen Zerstreuungspanels? Nach einem Vormittag und einem Nachmittag an Input stellt sich zuweilen der Information overload ein. Zur Zerstreuung habe ich mir am ersten Abend Sascha Lobo's "Publikumsbeschimpfung" à la Peter Handke reingetan. Ging es Handke seinerzeit darum, das Nachdenken über Theater an sich zu fördern, nahm Lobo mit seinen „Jüngsten Erkenntnissen zur Trollforschung“ auf gewisse Weise eine Ortsbestimmung der Blogosphere vor, immer oszillierend zwischen dem Allgemeinen („Ihr“) und dem Speziellen („Ich“), garniert mit Verbalattacken, die aber quasi als Livetroll-Übung angekündigt waren. Seine Ausführungen waren amüsant und zuweilen luzide, tragikomisch dort, wo es persönlich wurde, durchaus unterhaltend und auch in Sachen Selbstinszenierung lehrstückhaft. 
Sodann Powerpoint-Karaoke. Nun ja. Ohne meinen Fanblock hatte ich nicht die Eier, um selbst zu performen. Nach zwei Versuchen von Mutigeren habe ich mich dann für ein Dreigang-Menu im Café Jolesch (evtl. hat der Koch gewechselt?!) entschieden.

Dein Stammbaum ist ein Kreis
Am zweiten Abend fand die Twitterlesung statt. Davon hatte ich schon viel gehört. Zum Besten gegeben wurden Tweetperlen, die die Jurymitglieder aus ihren jeweiligen Timelines zusammengeklaubt hatten. Geclustert gemäß der Existenz-Segmentierung des durchschnittlichen re:publica-Besuchers: Familie und Arbeit, Berlin und Bahn usw. Ebenfalls amüsant und spannend zu sehen, wie immer wieder die gleichen Twitterer zitiert wurden. In irgendeinem Kommentar-Tweet habe ich das unschöne Wort „Inzucht“ in diesem Zusammenhang verwendet gesehen. Mich hat es eher an die „Zitierkartelle“ während meines Studiums erinnert.

Tag 3: Resteessen
1000 Jahre Blogs in Deutschland (Don Dahlmann, Felix Schwenzel, Jörg Kantel und Anke Gröner). Für Blogtalgiker. Das bin ich aber nicht. 
Nachmittags eingeschifft, um an wenigstens einem sozialen Event teilgenommen zu haben. Halt, Stopp, retour, ich hatte ja bereits am Mettmob teilgenommen.

Unterm Strich: ein Update in Sachen Digitalität
Endlich kenne ich jetzt wieder viele lustige Vokabeln, die ich bei meiner täglichen Arbeit in der Provinz nun anwenden kann, was mir vielleicht einen Hauch Kennertum verschafft, haha. „Zwangsdigitalisierung“ (Jürgen Ertelt, ebenfalls klasse Session!) ist so ein Wort.
Ich weiß jetzt überdies, was „flittern“ ist und werde mir beizeiten einen privaten Twitter-Account anlegen, so für alle Fälle, denn ich bin Ü40.
Ich habe aber auch gelernt, dass nicht jeder Netzbürger, Twitterer, Blogger, so eloquent er auch über 140 Zeichen sein mag, automatisch über Frontsau-Qualitäten verfügt. Aber auch das verwundert nicht wirklich.
Aber mal im Ernst: Was ich in meinem Berufsalltag ab und an vermisse, nämlich kritische Masse, fand ich auf der re:publica zu Hauf vor, in Form von einigen sehr inspirierenden Vorträgen, dem ein oder anderen guten Gespräch und zudem in unzähligen kritischen Tweets.
Danke dafür.

Update: Der Mettmob als neues Ernährungsmodell in der Blogosphere...

Der erste deutsche #MettMob findet fand am 13.4.2011 um 9:30 Uhr vor der Bäckerei Taudien... ach, lest doch selbst:

Lecker war's.


Montag, 11. April 2011

Neue Studie: (Wie) Nutzen Ärzte Facebook, Twitter & Co?

Ich möchte auf eine Pressemitteilung aufmerksam machen, mit der der Ärztenachrichtendienst (ÄND) jüngst auf Befragungsergebnisse aufmerksam gemacht hat. Da ich mir diesen kostenpflichtigen Studienergebnisse vermutlich nicht leisten kann, zitiere ich lediglich aus der Pressemitteilung, ausnahmesweise, weil's doch Relevanz besitzt. Wohlan:

"Mehr als jeder zweite niedergelassene Arzt nutzt bereits soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (ÄND) unter den Lesern seiner Portale Facharzt.de, Hausarzt.de und Zahnärztenachrichtendienst.de. Mehr als 1.000 Mediziner beteiligten sich und machten die Umfrage damit zur größten ihrer Art zu diesem Thema.

'Die hohe Aktivität der Ärzte auf sozialen, nicht-medizinisch geprägten Netzwerken hat selbst uns überrascht', sagt Karl-Heinz Patzer, Projektleiter für Marktforschung und Umfragen beim ÄND. Doch wie stark nutzen Ärzte diese Medien auch wirklich beruflich? 'Auch dazu hat die Studie sehr klare Ergebnisse erbracht', berichtet Patzer. Klar ist aber auch: Weit mehr als die Hälfte der Ärzte sind fest davon überzeugt, dass Social Media in Zukunft ein weit wichtigere Rolle spielen wird – und sie sich deshalb damit auch intensiver beschäftigen werden.


Sehr klare Aussagen trafen die Befragten auch dazu, was sie sich von solchen Medien in Zukunft versprechen und wünschen. Abgefragt wurde darüber hinaus: Welche Plattformen rangieren auf der Bekanntheits- und Beliebtheitsskale auf den oberen Rängen? Haben die Ärzte dort einen eigenen Account? Wie aktiv nutzen sie die Plattform? Nutzen sie sie auch mobil? Und: Was hindert die 'Verweigerer', sich auf sozialen Plattformen zu engagieren?


Ein Arzt fasste zum Abschluss der Umfrage den Stand der Dinge für sich so zusammen: 'Wenn ich Social Networks nutze, will ich mich optimal darstellen. Kostet viel Zeit, wird im Gesundheitswesen mit zunehmender Konzentration kommen und wer überleben will – wie wir – wird sich diesen Entwicklungen nicht verschließen.'"

Den kostenpflichtigen Berichtsband mit Ergebnisinterpretation, grafischer Aufbereitung und Tabellenwerk ist hier erhältlich.

Sonntag, 10. April 2011

Die schnittstelle:wissen ist jetzt auf Facebook...

... und lässt sich ab sofort "liken", natürlich nur sofern Sie uns mögen. Die Zugriffsraten deuten aber darauf hin. Danke an dieser Stelle! Sie finden uns ab sofort hier:
http://www.facebook.com/pages/schnittstellewissen/213793081980640


Freitag, 8. April 2011

Der Workmob als neues Arbeitsmodell in der Wissensgesellschaft?

Beim Flashmob handelt es sich, wie unser Lieblingslexikon Wikipedia weiß, um einen kurzen, sich spontan gerierenden Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, wobei sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und dennoch oder deswegen eher Ungewöhnliches miteinander treiben. Das ist ein Phänomen der Naughties und darf mittlerweile als bekannt gelten, auch in Nürnberg: schließlich fand dort noch Mitte Januar ein Flashmob statt mit dem Ziel, das easyCredit-Stadion in Max-Morlock-Stadion umzubenennen.
Heute hingegen ereignete sich wahrhaft Mittelfrankenweltbewegendes: und zwar der erste Workmob in Deutschland. Zumindest stand bisher noch nichts in der Presse, wie meine Recherche bei Genios ergeben hat.
Was zum Teufel ist ein Workmob? Klingt irgendwie so, als träfe sich die Digitale Bohème auf zwei Chai latte in einem Bohemelokal (inkl. kostenfreien WLAN), um nicht wie sonst allein, nein, um einmal gemeinsam an "Projekten" zu arbeiten? Jepp!

So geschehen heute in Nürnberg. Das ist nichts Geringeres als eine gut organisierte vollkommen neue Form des Arbeitens in der Wissensgesellschaft. Klasse!

Mittwoch, 6. April 2011

Mit DHL können Kunden neuerdings auch in...

... Gebärdensprache kommunizieren. Klasse, das nenne ich innovativ! Und das war DHL laut Aussage von Dr. Thomas Ogilvie, Senior Vice President, DHL Paket, noch nicht einmal eine Pressemitteilung wert? Tue Gutes und spreche gebärde das nächste Mal darüber...

http://www.dhl.de/de/paket/kundenservice/kontakt/kontakt-gebaerdensprache.html

Montag, 4. April 2011

Dokumentations-, Administrations- und Organisationsaufwand der Ärzte im Krankenhaus, Auswirkungen auf die Arbeitszeit

... ebenfalls eine Präsentation, die während der 11. DVMD-Tagung am 17. Februar 2011 großen Zuspruch fand.

Papierlose Klinische Dokumentation - ein "irrealer" Traum?

Auf der 11. DVMD-Tagung am 17. Februar 2011 in Hannover hielt Markus Stein, Ethianum Heidelberg, eine wie ich finde ganz "reale" und hochinteressante Präsentation zum Thema:

Anforderungsprofile von Arbeitnehmern in der Medizinischen Dokumentation

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Sonntag, 3. April 2011

Der Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare (DVMD) e.V. jetzt auf Facebook und Twitter

Der Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare (DVMD) e.V. ist der Berufsverband für alle Beschäftigten im Medizinischen Informationsmanagement und seit heute auf Facebook vertreten:


Auf Twitter ist der Berufsverband für alle im Medizinischen Informationsmanagement Tätigen nun unter @DVMDeV aktiv.