Dienstag, 7. Juni 2011

Hätten Dokumentare eine Bibel, das könnte sie sein...

... nämlich dieses schwergewichtige Werk*:


Monsieur Otlet gilt als Pionier des Informationsmanagements und Begründer der modernen Dokumentationswissenschaft. Im Allgemeinen wird er als einigermaßen besessen dargestellt, besessen nämlich davon, das Wissen der Welt zu ordnen. Mit seinem Standardwerk und mehr noch seinem ganzen Tun hat er die organisatorischen und technischen Grundlagen für die Dokumentation des Weltwissens gelegt. Bei Heise gab's dazu einen gelungenen Beitrag.

Nota bene: seine Filmbiografie trägt den Titel "L'Homme qui voulait classer le monde". "Monsieur CDU" hätte sie auch heißen können, denn zusammen mit seinem Kollegen Henri La Fontaine hatte Otlet 1895 mit der "Universellen Dezimalklassifikation" (franz.: Classification décimale universelle) eine europäische Variante von Melville Deweys "Dewey Decimal Classification" kreiert.

Was mich zunächst schmunzeln ließ, mich dann aber hoffnungsvoll stimmte, ist, dass der Film von einer Brüsseler Produktionsgesellschaft namens Wild Heart Productions hergestellt worden ist. Wild Heart? Über Dokumentare?! Das läßt mich im Annus horribilis 2011 dann doch hoffen...

;-)

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* Wahrscheinlich ähnlich oft zitiert aber ungelesen wie Vannevar Bushs "As We May Think"...

Kommentare:

  1. Abdelaziz Rustom, wissen.Dokumentar27. Juni 2011 um 13:10

    Ich finde dieser Kommentar ist sehr historisch und wissenschaftlich und intelligent dargestellt, ich hoffe das wir eine deutsche Übersetzung vom diesem oben erwähnten Film, für uni Studenten und Forscher des Fachstudien, Geschichte der Dokumentation, vorhanden ist oder wird an der jeder Informationswissenschaft Fakultät vorhanden sein!

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  2. Hallo Herr Rustom, eine deutsche Fassung gibt es nicht, aber die DVD ist in englischer und niederländischer Sprache erhältlich.

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