Mittwoch, 15. Juni 2011

Medienarchivare und Mediendokumentare sprechen sich klar für den Erhalt des Studiengangs Information und Dokumentation aus

Jüngst haben sich auch der Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) und der Verein für Medieninformation und -dokumentation (vfm) für den Erhalt des Studiengangs Information und Dokumentation an der FH Potsdam ausgesprochen. Der Ton ist durchaus deutlich, wenn z. B. von einer "massiven Abwertung" der Fachausbildungen gesprochen wird. 

Die Medienarchivare und Mediendokumentare haben aber enen weiteren Aspekt mit ins Spiel gebracht und vorsorglich schon einmal vor einer Schließung des Instituts für Information und Dokumentation (IID) gewarnt, einer an der Fachhochschule angesiedelten Ausbildungsstätte für Wissenschaftliche Dokumentare.

Hier der Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Rektor, sehr geehrter Herr Dekan, 

mehreren Presseveröffentlichungen und Berichten von betroffenen Hochschullehrern und Studierenden entnehmen wir, dass der Studiengang Information und Dokumentation des Fachbereichs Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam aufgelöst und dessen Studieninhalte, Studierende und Lehrende auf andere Studiengänge verteilt werden sollen.

Seit vielen Jahren rekrutieren die deutschen Medienunternehmen Nachwuchskräfte des Studiengangs Information und Dokumentation des Fachbereichs Informationswissenschaften der FH Potsdam für ihr Archive und Dokumentationseinrichtungen. Diese Ausbildung und die berufsbegleitende Fortbildung von Medienarchivaren und Mediendokumentaren, für die Verlage wie Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik seit vielen Jahren Praktikanten- und Volontärsplätze bereit stellen, war und ist neben anderen Ausbildungsgängen eine essentiell wichtige Basis zur Gewinnung von fachlich fundiert ausgebildetem Personal. Archiv- bzw. bibliothekswissenschaftliche Ausbildungsgänge können diesen spezifisch dokumentationsfachlichen Qualifikationsbedarf nicht abdecken.

Ein weiterer Aspekt erfüllt uns mit großer Sorge: Das in den Fachbereich Informationswissenschaften integrierte Institut für Information und Dokumentation (IID) für berufsbegleitende Forschung mit dem staatlich anerkannten Abschluss Wissenschaftliche/r Dokumentar/in/Information Specialist scheint in seiner Existenz ebenfalls gefährdet und ist möglicherweise von der Auflösung des Studienganges Information und Dokumentation mit betroffen. Über ganze Generationen sind im IID und früher in dessen Vorläufer, dem von der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation getragenen Lehrinstitut für Information und Dokumentation (LID), Medienarchivare und -dokumentare aus- und berufsbegleitend weitergebildet worden. Damit hat sich das IID bis auf den heutigen Tag als eine wichtige Weitebildungseinrichtung für die deutschen Medienunternehmen profiliert. Ein Wegfall dieses Instituts wäre daher ein außerordentlicher, kaum zu kompensierender Verlust.

Wir, die Medienarchivare im Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) und der Verein für Medieninformation und -dokumentation (vfm), vertreten die Medienarchivare und Mediendokumentare und sind als berufsständische Organisationen natürlich an einer Sicherung und Kontinuität der Ausbildung von Fachpersonal außerordentlich interessiert.

Die vorgesehenen und offensichtlich bereits eingeleiteten Maßnahmen beunruhigen uns daher in höchstem Maße. Wir protestieren nachdrücklich dagegen, dass hier – und unseres Erachtens ohne Not – eine seit Jahren bewährte Fachausbildung und die berufsbegleitende Fortbildung von Medienarchivaren und Mediendokumentaren durch Veränderungen verlagert und damit wohl massiv abgewertet wird. Die zu hörenden Behauptungen, dass die Absolventen keine beruflichen Zukunftschancen hätten, sind aus der Luft gegriffen und in keiner Weise zutreffend. Und so sind, wie wir erfahren konnten, auch Arbietgeber über diese Entwicklung in hohem Maße irritiert. 

Wir bitten die für die Fachbereiche und deren Ausbildungsgänge zuständigen Gremien der Fachhochschule Potsdam, diese Entscheidungen, so sie denn getroffen worden sind oder werden sollen, zu revidieren.

Für den VdA: Dr. Heiner Schmitt – für den vfm: Günter Peters"

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