Mittwoch, 27. Juli 2011

Brustkrebsvorsorge im LKW

Andreas Smidt aus Carolinensiel ist Organisationsleiter der Einheit Mammographie-Screening Niedesachen-Nordwest. Davor arbeitete er als Zeitsoldat bei der Bundeswehr, die ihm zwischen 2005 bis 2007 im Rahmen der Zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung (ZAW) eine Ausbildung zum Medizinischen Dokumentationsassistenten (MDA) an den Euro-Schulen Trier ermöglichte.

Viele Krebsformen haben insbesondere dann eine Aussicht auf Heilung, wenn sie früh erkannt werden. Daher gibt es die Vorsorgeuntersuchungen. So ist z. B. für Brustkrebs die Mammografie als routinemäßige radiologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren nahezu flächendeckend verfügbar. Wie jede Form der Früherkennung setzt auch das Mammografiescreening voraus, dass die Frauen daran teilnehmen. Und genau das ist der Haken. In den ländlichen Gebieten Niedersachsens z. B. war die Teilnahme aus den unterschiedlichsten Gründen offenbar nicht so hoch wie in den Städten. Befragungen ergaben, dass es für die Landbevölkerung teilweise nur mit großem Aufwand möglich war, die ferne Reise zum Gynäkologen in die nächste Stadt anzutreten, weil dadurch mitunter ein ganzer Arbeitstag futsch war. Was also tun? Nun, wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann kommt der Prophet eben zum Berg, muss sich das Niedersächsische Gesundheitsministerium gedacht haben. Es sind also nicht mehr die Landfrauen, die zur Vorsorgeuntersuchung reisen, sondern die Vorsorgeuntersuchung kommt zu den Frauen. Und zwar per Mammobil.

Alle Frauen werden in den ländlichen Regionen von Emden bis Nordenham in einem Turnus von zwei Jahren zu den Mammobilen eingeladen. Das Mammobil ist ein ca. 17 Meter langer Trailer inklusive Sattelzug, der zu einer mobilen Röntgenpraxis umgebaut wurde. „Dadurch dass wir mit den Mammobilen direkt in die ländlichen Regionen fahren, ermöglichen wir den Frauen eine unkomplizierte Mammographie-Untersuchung direkt vor Ort in der jeweiligen Ortschaft“, so Andreas Smidt.

Die Aufgaben von Andreas Smidt sind breitgefächert. Personalmanagement, Qualitätsmanagement, Dokumentation und Evaluation sowie die allgemeine Organisation gehören zu seinem Zuständigkeitsbereich. Zurzeit arbeitet er an zwei Projekten: der Vernetzung der Radiologischen Praxen im Bereich der Chipdrive-Zeiterfassung und der digitale Archivierung des gesamten Screening-Büros.

„Das Schönste an meiner Arbeit ist, dass sie abwechslungsreich ist. Routine oder gar Langeweile gibt es nicht und mein Arbeitstag ist jeden Tag anders als am Tag zu vor“, freut sich Andreas Smidt. Und noch was kommt hinzu: „Jeder Medizinischer Dokumentationsassistent hat die Chance, sich zu einer angesehenen Position hoch zu arbeiten“, so sein persönliches Fazit.

Bildunterschrift Foto:
Standortplanung mit Hilfe von Google Earth und einer Landkarte, die das nordwestliche Niedersachsen umfasst, ermittelt Organisationsleiter Andreas Smidt die idealsten Standorte für das Mammobil, um den anspruchsberechtigten Frauen in der ländlichen Region lange Anfahrtswege zu ersparen. Foto: A. Smidt

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Die Pressemitteilung wurde von Marion Barthems, Kurs MDA 12, im Rahmen des Moduls „Innerbetriebliche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ bei Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle | agentur für mediencontent & text, erstellt.

Die 12 wichtigsten Lehren aus 12 Jahren Erfahrung im Wissensmanagement...

... hat Hans van Heghe formuliert und knapp kommentiert. Ich habe seine zwölf Einsichten einmal frei übersetzt, den kompletten Text inklusive Erläuterungen finden Sie unter www.knowledgeboard.com.

1. Akzeptiere das Chaos!
2. Der Wert einer Informationen und der Aufwand ihrer Beschaffung, Sicherung, Veredelung stehen in einem Verhältnis zu einander.
3. Informations(ab)sicherung ist von Informationspeicherung zu unterscheiden.
4. Sorge für Informationsqualität!
5. Wissensmanagementprogramme müssen flexibel sein, weil Menschen unterschiedlich sind/denken/funktionieren.
6. Wissensmanagement zielt nicht auf Wissenteilung ab, sondern Wissensteilung ist das Ergebnis von Wissensmanagement.
7. Wissensmanagement wird dann akzeptiert, wenn der persönliche Vorteil für einen Mitarbeiter erkennbar wird. Diesen gilt es zu kommunizieren.
8. Wissensmanagement ist mehr als nur IuK-Technik!
9. Fördere die Nutzung vorhandenen Wissens, nicht das Teilen von Wissens.
10. Auf die Informationslogistik kommt es an!
11. Expertise ist nichts, wenn sie nicht zum Nutzen der Organisation eingesetzt wird.

Und zuletzt:
12. Lebe Wissensmanagement vor!

Dienstag, 26. Juli 2011

Followerpower: Benötige Infos zu "Anforderungen der Arbeitswelt von Morgen"!

Globalisierung, individuelle Beschäftigungsformen wie Telearbeit z. B. durch verbesserte IuK-Technologien, der Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft, die gestiegene Bedeutung lebenslangen Lernens usw. usf. - ich frage mich wirklich, ob Auszubildende in gebührender Weise darauf vorbereitet werden, was ihnen als Arbeitnehmer nach der Ausbildung blüht bevorsteht. Wissen sie überhaupt, was sie erwarten wird? Und werden sie damit umgehen können? Sicher, der eine besser als die andere. Aber genügt uns das als Ausbilder? Das kann ja wohl nicht unser Anspruch sein, wenn wir unseren Job ordentlich machen wollen.

Warum also bereiten wir unsere Azubis und Schüler nicht schon in der Berufsschule bzw. Berufsfachschule darauf vor, etwa mittels eines Moduls "Die Anforderungen der Arbeitswelt von Morgen" (Arbeitstitel)? Sollte doch möglich sein, oder? Curricular verankert ist es hingegen bislang nicht.

Wie sollte ein solches Modul aussehen? Kennt jemand vergleichbare Module und sendet mir einen Link oder Hinweis? Hätte jemand ggf. Lust und Interesse, ein solches Modul zu entwickeln?

Ich freue mich auf zahlreiche Hinweise :)

IT-Trends Medizin/Health Telematics 2011 zeigt breites Spektrum aktueller IT-Entwicklungen im Gesundheitswesen

7. IT-Fachkongress in der Gesundheitswirtschaft 
21. September 2011, Congress Center Süd, Messe Essen


Im September versammeln sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Selbstverwaltung auf dem Fachkongress IT-Trends Medizin/Health Telematics, um über  aktuelle  Entwicklungen der Informationstechnologie im Gesundheitswesen zu diskutieren.

Bereits zum siebten Mal trifft sich die Telematik- und eHealth-Branche in Essen, um in zahlreichen Foren mit  hochkarätiger Besetzung  aktuelle  Trends für IT-Lösungen im Gesundheitswesen zu erörtern und in der Begleitausstellung des Fachkongresses Kontakte zu Unternehmen aus NRW und darüber hinaus zu knüpfen. Wie bereits im vergangenen Jahr wird die Veranstaltung von der Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, eröffnet. 

Der Fachkongress IT-Trends Medizin/Health Telematics ist und bleibt die Networking-Plattform für IT-Interessierte in Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Möglichkeit, sich mit einer Standfläche auf dem größten Fachkongress für Informationstechnologien in der Gesundheitswirtschaft in NRW zu präsentieren. Bereits jetzt ist die für die Begleitausstellung vorgesehene Fläche im Congress Center Süd der Messe Essen ausgebucht. Eine Erweiterung ist in Planung. 

Egal ob einrichtungsintern oder sektorübergreifend, ob in der Kardiologie oder in der Pflege: IT-Anwendungen spielen im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle. Insbesondere im Rahmen der Dokumentation, Kommunikation  und Kooperation  sind sie essentiell, um Prozesse qualitativ hochwertig und effizient zu gestalten. So widmen die Veranstalter gleich mehrere Foren dem Thema „Elektronische Kommunikation  im Gesundheitswesen“, u.a. in einer Diskussionsrunde zum Für und Wider aus ärztlicher Sicht. Weiteres Schwerpunktthema ist die Telemedizin, sowohl auf politischer Ebene als auch in der praktischen Anwendung. Darüber hinaus finden innovative Trends wie Mobile Health, AAL und eHealth der Zukunft  im Kongressprogramm ebenso Platz, wie aktuelle Telematikanwendungen (z.B. elektronischer Arztbrief, Aufbau der Basis-Telematikinfrastruktur) und das Risikomanagement in der vernetzten Medizin-IT. Informationen zum ausführlichen Kongressprogramm erhalten Sie unter www.it-trends-medizin.de.

Der Fachkongress IT-Trends Medizin/Health Telematics wird gemeinsam von der ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH, der Messe Essen GmbH und der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH veranstaltet. Die Veranstaltung wird mit inhaltlicher Unterstützung durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen  (KGNW e.V.), die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS e.V.) und die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed e.V.) umgesetzt.  

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ztg-nrw.de.  

Samstag, 23. Juli 2011

Wird immer beliebter: mit Hinweisschildern im öffentlichen Raum auf Soziale Netzwerke hinweisen

Like us on Facebook. Check-in here on Foursquare. Unternehmen werben nicht nur in Sozialen Netzwerken um die Aufmerksamkeit ihrer Kunden, sondern sie bewerben umgekehrt ihre Social Media-Präsenzen zunehmend auch am Verkaufsort selbst. Werbung am Point of Sale ist z. B., wenn auf Türen und Schaufenstern Logos von Facebook & Co kleben. Das ist 1.0 und damit in gewisser Weise klassisch, insofern aber auch wieder modern, weil man diese Werbeform an der Schnittstelle zum öffentlichen Raum momentan noch nicht so oft sieht.  

Mit diesen beiden Hinweisschildern bewirbt neuerdings 2be Moodshopping im beschaulichen Brügge seine Webpräsenzen auf Facebook und Foursquare. 

Mittwoch, 13. Juli 2011

Neues Wiki: Studierendenrat Informationswissenschaften an der FH Potsdam informiert über Schließung

Prima Idee! Der Studierendenrat Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam hat ein Wiki eingerichtet, mit dem er über die Schließung Umstrukturierung [sic!] des Studiengangs Information und Dokumentation tagesaktuell informiert. Die Links sind chronologisch sortiert und nicht kommentiert, sondern sollen laut Angaben der Macher "die unterschiedlichsten Meinungen und Interpretationen zum Thema" wiedergeben.

Hier geht's zum Wiki.

Dienstag, 12. Juli 2011

Von einer, die auszog, MDA zu werden

Wieso man sich durchaus trauen sollte, einen Beruf zu erlernen, der Vielen nach wie vor wenig bekannt ist? Ganz einfach, weil er sehr gute berufliche Perspektiven eröffnet. Ist doch klar, oder? Jedenfalls für Katrin Haupt, und sie zögerte keinen Augenblick von der Ostsee an die Mosel zu wechseln, um an den Euro-Schulen Trier den Beruf der Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) zu erlernen. Im Interview spricht Katrin Haupt über ihre Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut hat.
Die gelernte Physiotherapeutin konnte krankheitsbedingt ihren Beruf nicht mehr ausüben. Auf der Suche nach Alternativen stieß sie auf das Berufsbild der MDA. Katrin Haupt erzählt: „Ich habe mich vorher genauestens über dieses Berufsbild informiert, hier würde ich mein vorhandenes medizinisches Wissen anwenden und vertiefen können. Außerdem ist dieser Beruf sehr vielfältig, genau das hat mich gereizt.“ Daraufhin kam sie 2006 von Flensburg ins ferne Trier um ihre Ausbildung an den Euro-Schulen Trier zu beginnen. „Die Ausbildung an den Euro-Schulen fand ich außerordentlich gut“, schwärmt sie. Mit umfassenden Fachkenntnissen und zwei gut betreuten Praktika wurde sie bestens für ihren Neustart gerüstet. Nach ihrem Examen arbeitete sie zunächst drei Monate in Trier, bis es sie dann doch von der Mosel zurück in den Norden zog, diesmal an die Elbe. Nach Hamburg, der Liebe wegen.
Katrin Haupt an ihrem Arbeitsplatz. Foto: V. Müller
An ihrem Arbeitsplatz im Marienkrankenhaus Hamburg wird sie täglich mit den verschiedensten Aufgaben konfrontiert. In erster Linie ist Katrin Haupt in der Frauenklinik für die Kodierung nach dem DRG-System zuständig, mit dem die relevanten Diagnosen und Prozeduren anhand der Dokumentation in der Patientenakte kodiert werden. „Anders als im Trierer Krankenhaus hat man in unserem Haus alle MDA zentralisiert, was bedeutet, dass ich nicht mehr vor Ort auf der Station bin. Deshalb ist die interdisziplinare Kommunikation schwieriger. Das würde ich persönlich gerne wieder ändern“, sagt Haupt. 
Eine genaue Dokumentation für die Kodierung der Fälle ist unerlässlich, ist hier jedoch ein Punkt nicht ganz klar, oder fehlt gänzlich, muss die MDA mit den Pflegekräften und Ärzten kommunizieren um diesen Fehler zu beheben. Um eine fehlerhafte und unvollständige Dokumentation zu vermeiden, führt Katrin Haupt regelmäßige Schulungen für Ärzte und Pflegepersonal durch. Weiter erklärt die MDA: „Außerdem erarbeite ich gemeinsam mit Kollegen aus dem ärztlichen oder pflegerischen Bereich Dokumentationsbögen, z. B. Patientenschulungen und Stillanleitungen oder auch Komplikationsdokumentationen nach gynäkologischen Eingriffen. Das Vorbereiten von Tumorkonferenzen, sowie das Vorbereiten und Durchführen einer Begehung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen gehören ebenfalls zu meinen Aufgabengebieten.“
Besonders gut gefällt ihr an ihrem Arbeitsplatz das freie und selbstständige Arbeiten, welches durch die Chefärzte gefördert wird. Und Katrin Haupt ist sich sicher: „Die Entscheidung für diesen Beruf würde ich jederzeit noch einmal treffen.“ 
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Die Pressemitteilung wurde von Yvon Weitemeyer, Kurs MDA 12, im Rahmen des Moduls „Innerbetriebliche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ bei Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle | agentur für mediencontent & text, erstellt.

Freitag, 8. Juli 2011

Medizinische Dokumentationsassistenten im Fallmanagement

Foto: Mirko Reitz
Das Medizinische Informationsmanagement ist eine der zukunftsträchtigsten Branchen überhaupt. Doch Berufe wie der Medizinische Dokumentationsassistent (MDA) sind nach wie vor nur wenig bekannt. Dass man dies dringend ändern muss, ist die Überzeugung von Cornelia Sauber, selbst MDA. Die passenden Tipps dazu, wie man das Berufsbild bekannter machen könnte, liefert sie gleich mit.

Wenn die Absolventin der Euro-Schulen Trier über ihren Beruf spricht, gerät sie ins Schwärmen: „Vor allem ist der MDA ein vielseitiger Beruf, in dem sprachliche Fähigkeiten, Medizin, Logik und immer mehr auch EDV eine sehr große Rolle spielen“, sagt Cornelia Sauber, die als Fallmanagerin im Marienhaus Klinikum Bitburg-Neuerburg in Bitburg tätig ist. Ihr Aufgabengebiet umfasst das komplette Fallmanagement auf Station – von der Aufnahme des Patienten bis zu dessen Entlassung.

Während des Aufenthalts eines Patienten fallen die vielfältigsten administrativen und organisatorischen Aufgaben an. Ursprünglich sollten MDA die Ärzteschaft von arztfernen Tätigkeiten entlasten. Denn Ärzte müssen nicht selbständig Termine mit Patienten ausmachen oder die Kodierung übernehmen – dafür sind sie nicht ausgebildet worden und dafür sind sie auch schlichtweg zu teuer. Cornelia Sauber sieht aber auch das Potenzial, welches MDA für die Pflege darstellen: „MDA arbeiten doch immer stärker an der Schnittstelle zwischen Ärzten und Pflege. Von der Pflege können sie doch auch z. B. administrative Aufgaben übernehmen wie die Betten- und OP-Planung, wodurch sie enorm zur Entlastung auch dieser Berufsgruppe beitragen.“

„Bei meiner Tätigkeit kommt mir meine Erstausbildung als Krankenschwester sehr zu Gute“, so Cornelia Sauber. Die 42-jährige betont aber, dass die Ausbildung in einem Medizinischen Beruf keine Voraussetzung für die Ausbildung zur MDA sei. Denn alles, was man für den Einsatz in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern benötigt, lernt man während der 2-jährigen Erstausbildung, die zu einem staatlich anerkannten Abschluss führt. Und nicht nur im Krankenhausbereich haben die MDA beste Chancen, auch in anderen Bereichen des Healthcare-Sektors finden sie Jobs. In der Pharmaindustrie oder auch wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen entsteht ein immer größerer Bedarf an vielseitig ausgebildetem Fachpersonal.

Kritisch betrachtet Cornelia Sauber, dass manchen Arbeitgebern im Gesundheitswesen das Berufsbild selbst im Jahre 2011 noch weitgehend unbekannt sei, wodurch sie letztlich das Potenzial, welches der Medizinische Dokumentationsassistent mit seiner vielseitigen Ausbildung mitbringe, nicht nur total unterschätzten, sondern geradezu verkennen. Sie empfiehlt daher, schon früh auf das enorme Spektrum, welches der Beruf birgt, aufmerksam zu machen, z. B. durch Vorstellungen des Berufsbildes an Schulen. Auch die Präsenz auf Ausbildungs- oder fachspezifischen Gesundheitsmessen hält sie entsprechend für wichtig, und das ist eine Aufgabe, die sich die sympathische 42-Jährige sehr gut für sich selbst vorstellen kann. „Ich mir auch“, lacht Ulrich Wirth, Leiter der Euro-Schulen Trier, Höhere Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten, „und deswegen haben wir Conny schon oft gebeten, an unserem Tag der offenen Tür ihr Berufsbild vorzustellen. Und das hat sie ganz großartig gemacht.“

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Die Pressemitteilung wurde von Mirko Reitz, Kurs MDA 12, im Rahmen des Moduls „Innerbetriebliche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ bei Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle | agentur für mediencontent & text, erstellt.

Donnerstag, 7. Juli 2011

"Heutzutage weiß ein chronisch Kranker möglicherweise mehr über seine Krankheit und die Therapie als der Facharzt."

Lesen Sie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung? Nein?! Dann haben Sie diesen überaus spannenden Artikel von Lisa Nienhaus zum ePatient verpasst. Unter dem Titel "Patienten an die Macht" beschreibt Frau Nienhaus, wie mündige Patienten ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen und mittels Internet, Social Media und Selbsthilfegruppen für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen. Und dadurch sogar Kosten senken.

Den Artikel lesen Sie hier.

Der Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare (DVMD) e. V. reagiert auf die Schließung der Schule für Medizinische Dokumentation (SMD) in Ulm

Wir erinnern uns: Mitte März 2011 hatte das Universitätsklinikum Ulm verkündet, dass die Schule für Medizinische Dokumentation (SMD) in Wiblingen noch in diesem Jahr geschlossen werde, um dann im Laufe der nächsten beiden Jahre abgewickelt zu werden. Eine offizielle Pressemitteilung ist das Universitätsklinikum Ulm bis heute schuldig geblieben. Auf diese jedoch hatte der Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare (DVMD) e. V. bis zuletzt gewartet - letztlich vergeblich. Das ist der Grund, warum die Stellungnahme des Fachverbands für Berufstätige im Medizinischen Informationsmanagement erst gestern veröffentlich worden ist. 

Auf Anregung der Euro-Schulen Trier und von schnittstelle:wissen ist auch die Schließung des Studiengangs Information und Dokumentation der Fachhochschule Potsdam im selben Schreiben thematisiert worden.


Im Folgenden finden Sie den Wortlaut der Pressemitteilung:

"Schließung der Schule für Medizinische Dokumentation (SMD) an der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm 

Stellungnahme des DVMD e.V. – Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin  

Die Nachrichten der letzten Wochen: 
„Schließung der Schule für Medizinische Dokumentation in Ulm“
„Schließung des Studiengangs für Dokumentation in Potsdam“
 
Herrscht Krisenstimmung in der Branche?
Hier eine traditionsreiche MD-Schule, dort ein BA-Studiengang. Sind Zusammenhänge erkennbar? Muss man sich grundsätzliche Sorgen machen? 

In jedem Fall grundsätzliche Betrachtungen:

Der DVMD ist seit fast 40 Jahren sehr eng mit der Schule für Medizinische Dokumentation in Ulm verbunden. Dass diese traditionsreiche Schule 2013 schließen wird, hat aber nicht nur beim DVMD große Betroffenheit ausgelöst, sondern stößt auch in weiten Fachkreisen auf nverständnis. Die Schließung dieser Schule wird mit dem seit Jahren zu verzeichnenden kontinuierlichen Rückgang der Schülerzahlen begründet, obwohl Fachkräfte im Bereich Medizinische Dokumentation und Information auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.

In Potsdam werden andere Gründe angeführt, die der Präsident der DGI folgendermaßen kommentiert: „...müssen wir als Realität akzeptieren, dass Kernbestandteile des Berufsprofils "Dokumentation" in der öffentlichen Wahrnehmung schlicht nicht mehr existieren...“

Betrachten wir die Schließung der Ulmer Schule einmal im Kontext der allgemeinen Entwicklung im Bereich der Ausbildungs- bzw. Studiengänge sowie den allgemeinen Entwicklungen im Gesundheitswesen:

Wir leben heute in einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft, von der insbesondere auch der Gesundheitsbereich erfasst worden ist und höhere Qualifikationsansprüche stellt. Grundlegende Änderungen der Rahmenbedingungen und immer strenger werdende Regularien, wie die Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG), umfassende Qualitätssicherungssysteme, integrierte Versorgungs- und Diseasemanagement-Programme (DMP) stellen hohe berufliche Anforderungen. Die gestiegenen Anforderungen ziehen einen Bedarf nach höheren Qualifikationen und Schlüsselkompetenzen nach sich und haben gleichzeitig neue Berufe und Positionsbezeichnungen entstehen lassen, wie den Case Manager, Data Manager, Medizincontroller etc.

Die Einführung des aus dem angelsächsischen stammenden Bachelor-Master-Systems ermöglicht einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss schon nach drei Jahren, der gleiche Zeitraum, der auch für eine Fachqualifizierung zum Medizinischen Dokumentar erforderlich ist mit dem Unterschied, dass durch den Bachelor- bzw. Masterabschluss ein akademischer Grad erworben wird. Zahlreiche Ausbildungen, die vorher an Fachschulen wie beispielsweise der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm (SMD) durchgeführt wurden, haben sich inzwischen akademisiert: Insbesondere reagieren Fachhochschulen auf diesen Trend zur Höherqualifizierung und richten entsprechende akademische Studiengänge ein. In diesem Zusammenhang wurde an einigen Orten die Berufsausbildung zum Medizinischen Dokumentar an die Fachhochschulen verlegt. Zusätzlich bieten diese innovative Studiengänge für die entsprechenden Bereiche und verwandten Gebieten an. Dadurch entstand in den vergangenen Jahren ein großes und teilweise sehr heterogenes Berufsfeld, nicht nur im Bereich der Medizinischen Dokumentation.

Der klassische „Medizinische Dokumentar“ dokumentiert schon längst nicht mehr ausschließlich, vielmehr ist er zunehmend zum Informationsmanager geworden. Die gestiegenen Anforderungen, die sich verändernden und komplexer werdenden Tätigkeitsfelder und der Einsatz moderner Technik machen den Beruf in der heutigen Zeit erst recht interessant und vielseitig. Der Weiterentwicklung des Berufes Medizinischer Dokumentar zum „Informationsmanager“ war auch die aktuelle Umbenennung des DVMD zum Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin geschuldet. Damit hat sich die Berufsbezeichnung zu einem zeitgemäßeren und damit auch attraktiveren Begriff für den Ausbildungsnachwuchs  gewandelt, ohne die Wurzeln zu verleugnen, die weiterhin in der Medizinischen Dokumentation liegen.
 
Es bleibt festzuhalten, dass mittlerweile auch im Bereich der Medizinischen Dokumentation und des Medizinischen Informationsmanagements eine zunehmende Anzahl von Bachelor-Studiengängen mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen existieren. Ebenso ist die vermehrte Aufnahme eines Studiums als Erstqualifikation bei Abiturienten zu beobachten. Parallel dazu gibt es viele Fachschulen, die Schulabgängern mit mittlerem Bildungsabschluss eine fundierte, hochwertige Ausbildung zu Fachexperten auf dem Gebiet der Medizinischen Dokumentation und des medizinischen Informationsmanagements bieten. Diese Ausbildungsmöglichkeiten sollten unbedingt erhalten bleiben, um auch Schülern mit mittlerem Abschluss eine interessante berufliche Perspektive zu bieten. Zusätzlich müssen jedoch für diese Gruppe Optionen geschaffen werden, um an diese Ausbildung gezielte Weiterbildungsmaßnahmen für höher qualifizierte Tätigkeiten oder ggf. bei entsprechender Voraussetzung ein Studium anzuschließen.

Diese Möglichkeiten, auf die Ausbildung zum Medizinischen Dokumentar/Medizinischen Dokumentationsassistenten aufzubauen, beispielsweise um einen Hochschulabschluss wie den Bachelor oder Master zu erwerben, waren in der Vergangenheit kaum gegeben. Dies war fast ausschließlich im Ausland, z.B. in Österreich oder England problemlos möglich, da die dreijährige MD-Ausbildung dort als Bachelor anerkannt wird. In den letzten Monaten und Jahren hat sich aber auch in Deutschland einiges bewegt.

Der DVMD wird sich dafür engagieren, diese Entwicklung weiter voranzubringen, um durchgängige Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.

Damit vertritt er die Interessen sowohl der Informationsmanager mit akademischen Studienabschluss als auch derjenigen, die eine Fachschule für Medizinische Dokumentation/Medizinische Dokumentationsassistenz  absolviert haben oder als Quereinsteiger in dieses Berufsgebiet gelangt sind. Als Brücke zwischen den einzelnden Berufsgruppen einserseits und den politischen Entscheidungsträgern andererseits setzen wir uns dafür ein, dass der „Medizinischen Dokumentar“  bzw. der „Medizinische Informationsmanager“ sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Schulabgängern weiterhin ein attraktiver und zukunftsorienter Beruf bleiben wird."

(Quelle: www.dvmd.de)


Kommentar:
"Diese Möglichkeiten, auf die Ausbildung zum Medizinischen Dokumentar/Medizinischen Dokumentationsassistenten aufzubauen, beispielsweise um einen Hochschulabschluss wie den Bachelor oder Master zu erwerben, waren in der Vergangenheit kaum gegeben. [...] In den letzten Monaten und Jahren hat sich aber auch in Deutschland einiges bewegt."

Und das ist der Punkt: erster Abschluss z.B. als MDA plus drei Jahre Berufserfahrung genügen in den meisten Bundesländern, um sich für einen B.A. einzuschreiben. Die FH Hannover erkennt mittlerweile sogar Leistungen im Umfang von ca. 30 Credit Points an, die an einer Berufsfachschule erworben wurden.

Darüber hinaus ist im Berufsfeld Medizinisches Informationsmanagement seit Jahren die sogenannte "Outcome-Orientierung" zu beobachten: wichtig ist ein Abschluss und sonst eigentlich nur, dass der potenzielle Bewerber das kann, was der Arbeitgeber von ihm verlangt. Alles andere wäre erstens Blödsinn und zweitens unter den Bedingungen des demografischen Wandels ohnehin nur noch schwer nachzuvollziehen.




Stichwort Akademisierung:
Ich bezweifle doch stark, dass "der Bedarf nach höheren Qualifikationen und Schlüsselkompetenzen", wie vom DVMD angeführt, das Hauptargument für die Nachfrage nach akademisch qualifiziertem Personal ist. Die Euro-Schulen Trier haben im Herbst 2010 Experteninterviews geführt, die zum Ergebnis kamen, dass eine Bachelor-Qualifikationen für die meisten der befragten Unternehmen vollkommen uninteressant sind. Will heißen: nicht der Abschluss ist primär von Interesse, sondern das Portfolio aus hard und insbesondere soft skills (mehr dazu in diesem Blogbeitrag). 

Dass ehrgeizige Eltern für ihre EinzelKinder auch notfalls den Schulplatz am Gymnasium einklagen, ist wohlbekannt und wird derzeit im Kontext der Abkehr der Bundes-CDU vom dreigliedrigen Schulsystem diskutiert. Gleiches wiederholt sich dann noch einmal nach dem mittelprächtigen Abitur, dann nämlich, wenn es Hinz und Kunz zur Universität drängt. Für diesen "academic drift" gibt es handfeste gesellschaftspolitische Gründe, zudem das individuelle Verlangen des Bewerbers oder seiner Eltern. 

Mit den Anforderungen der Arbeitgeber muss dies, wie weiter oben gesehen, erst einmal weniger zu tun haben. Machen wir uns doch nichts vor: ein mittelmäßige Arbeitnehmer bleibt mittelmäßig, daran ändert auch ein Universitätsdiplom nichts.

Nota bene:
Ein Gutes hat der Trend zu akademischen Weihen: Entgeltsysteme wie der TVöD bekommen jetzt ihre Eingruppierungsmerkmale frei Haus geliefert. De facto, besser gesagt: netto ist ein Bachelor-Diplom nach sechs Semestern damit mehr wert als das Zeugnis einer dreijährigen Ausbildung. 

Fraglich, wie lange sich die zitierte "Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft" einen solchen Luxus noch erlauben kann.

Montag, 4. Juli 2011

Krankenschwester und Medizinische Dokumentationsassistentin – ein unschlagbares Doppel in einer Person

Bevor Isabelle Kohl die Umschulung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) an den Euro-Schulen Trier begonnen hatte, arbeitete sie als Krankenschwester im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier. Nach ihrer Ausbildung arbeitet sie wieder dort – jedoch als Studienassistentin. Mit ihrer Berufswahl ist sie überaus zufrieden.

Isabelle Kohl ist examinierte Krankenschwester, bevor sie sich nach einem Unfall beruflich umorientieren musste. „Ich konnte in meinem alten Beruf nicht mehr tätig sein“, so die 40jährige. Ihr Reha-Berater der Deutschen Rentenversicherung riet ihr 2007, eine Umschulung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin an den Euro-Schulen Trier aufzunehmen. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung war insbesondere eine ausgiebige Recherche zu den Jobperspektiven, die ihr die Kombination aus Krankenschwester und MDA bringen würde. Nach zwei Jahren Ausbildung examinierte sie 2009 erfolgreich zur staatlich anerkannten Medizinischen Dokumentationsassistentin.

Und ihre Rechnung ist aufgegangen, denn unmittelbar nach der Ausbildung begann Isabelle Kohl an ihrer alten Wirkungsstätte, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier. Jedoch nicht mehr auf Station, sondern in einem Studiensekretariat. Auf die Frage, ob sie damals lange gesucht habe, antwortet sie: „Nein, überhaupt nicht. Ich hatte bereits nach meinem ersten Praktikum neben der Schule stundenweise als Studienassistentin gearbeitet, und nach meinem zweiten Praktikum im Uniklinikum Köln hätte ich auch dort sofort beginnen können!“

Während der zweijährigen Ausbildung ist pro Studienjahr jeweils ein dreimonatiges Praktikum vorgesehen. Isabelle Kohl schätzt diese Praktika als sehr wertvoll für die spätere Arbeitsplatzsuche ein: „Meine Praktikumsstelle in Köln war Gold wert, denn dort habe ich unheimlich viel gelernt und war danach bestens gerüstet für meine berufliche Zukunft“, sagt sie. Die Kenntnisse für dieses Praktikum zog sie insbesondere aus den während der Schulzeit gelehrten Fächern Anatomie, Arzneimittellehre und Klinische Studien.

Heute arbeitet Isabelle Kohl im Studiensekretariat der I. Medizinische Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier als Studienassistentin. Ein Studiensekretariat ist die Forschungsabteilung des Krankenhauses. Dort geht es um wissenschaftliche Studien, die Isabelle Kohl mit viel Engagement betreut: „Mein Tagesablauf ändert sich ständig, momentan ordne ich für alle beteiligten Prüfer und Subprüfer Dokumente wie Lebenslauf, GCP-Bescheinigungen (Good Clinical Practice-Regeln für die Durchführung von klinischen Studien), Anschreiben an die Hausleitung, Arztbriefe usw. Der Kontakt mit den Patienten und deren Betreuung während der Studie ist mir sehr wichtig“.

Obwohl sie der Meinung ist, dass das Berufsbild des Medizinischen Dokumentationsassistenten zu wenig bekannt sei, arbeiten in ihrem Krankenhaus sehr viele MDA: „Auf beinahe jeder Station im Brüderkrankenhaus arbeitet eine MDA.“

Ist sie mit ihrer Arbeitsstelle und Ihrer Berufswahl zufrieden? „Ja, ich bin sehr zufrieden, ich kann mir meine Arbeit selbst einteilen und ich arbeite gerne mit den Studienteilnehmern zusammen. Es ist alles interessant! Als Study Nurse bin ich Ansprechpartnerin für Patient und Arzt, quasi die Schnittstelle zwischen beiden“, so Isabelle Kohl: „Ich würde immer wieder diesen Beruf ergreifen“.

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Die Pressemitteilung wurde von Martina Dörzapf, Kurs MDA 12, im Rahmen des Moduls „Innerbetriebliche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ bei Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle | agentur für mediencontent & text, erstellt.
Foto privat.