Donnerstag, 18. August 2011

Medizinische Dokumentationsassistentin – der optimale Beruf für Individualisten

Für die Pharmaindustrie werten sie Daten aus Klinischen Studien statistisch aus oder recherchieren in medizinischer Fachliteratur, deren Ergebnisse sie wissenschaftlich aufbereiten. Oder sie dokumentieren Patientendaten in Krankenhäusern oder rechnen Krankenhausbehandlungen ab. Andere wiederum arbeiten als Projektmanager für Gesundheitsbehörden und Auftragsforschungsinstitute oder als Qualitätsmanagementbeaufragte in Kliniken und Gemeinschaftspraxen. Allen gemeinsam ist, dass sie irgendwann in ihrem Leben eine Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) absolviert haben. Denn diese eröffnet den Absolventen ein breit gefächertes Spektrum ganz unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten wie kaum ein anderer Ausbildungsberuf. Das hängt mit der Vielseitigkeit der Ausbildung zusammen.

Auch Sonja Naumes, die ihre Ausbildung zur MDA an den Euro-Schulen Trier von 2002 bis 2004 absolviert hat, ist von der Vielfältigkeit des Berufsbildes begeistert. Als gelernte Zahnarzthelferin suchte sie aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit einen stärker administrativ ausgerichteten Beruf, wollte idealerweise aber im medizinischen Umfeld bleiben. Die Ausbildung zur MDA vereinte beides. „Während der zwei Jahre bilden wir rund 20 unterschiedliche Module und Fächer aus, ein breites Spektrum von Medizin über EDV bis Projektmanagement“, sagt Ulrich Wirth, der die Höhere Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten leitet: „Der Lehrplan ist eigentlich wie ein Werkzeugkasten. Schon während der Ausbildung finden unsere Auszubildenden ziemlich schnell heraus, wo ihre Neigungen liegen.“ Jeder findet die für ihn passende Kombination, wodurch sich die Auszubildenden in diesem Beruf wie in fast keinem anderen Ausbildungsberuf mit ihren individuellen Interessen und Neigungen einbringen können. „Das motiviert, macht Spaß und hält dadurch nebenbei auch gesund“, freut sich Ulrich Wirth. Ein ganz modernes Konzept also, mit dem die Euro-Schulen Trier unter den Bedingungen des demografischen Wandels für die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Absolventen sorgen. „Meine Lieblingsfächer während der Ausbildung zur MDA waren Klinische Studien, EDV, Englisch, Medizinische Terminologie und Pharmakologie“, ergänzt Sonja Naumes, „klar, dass mein zukünftiger Arbeitsplatz auch in diesem Bereich liegen sollte.“

Und auf ihren Arbeitsplatz hat sie sich beinahe generalstabsmäßig vorbereitet, nämlich durch die beiden dreimonatigen Praktika, die die Ausbildungsordnung der Euro-Schulen Trier vorsieht. Im ersten Praktikum arbeitete Sonja Naumes bei einem Anbieter für Krankenhaussoftware, wodurch sie sich einen guten Überblick über die gängigen medizinische EDV-Anwendungen verschaffte. Das zweite Praktikum absolvierte sie in einer Klinik für Knochenmarktransplantation und Hämatologie/Onkologie. Dort erhob sie Patientendaten von 294 anonymisierten Patienten. Das statistische Ergebnis dieser Erhebung zeigte, dass die Überlebenszeit der Patienten und der Schweregrad der immunologischen Reaktion von dem Verwandtschaftsgrad zwischen Knochenmarkspender und -empfänger abhängt. Über dieses Thema verfasste Sonja Naumes MDA ihre Abschlussarbeit, der 2005 mit dem Juniorenpreis 2005 des Deutschen Verbands Medizinischer Dokumentare (DVMD) ausgezeichnet wurde. Die Ergebnisse konnte sie 2005 sogar in der Fachzeitschrift „mdi – Forum der Medizin_Dokumentation und Medizin_Informatik“ veröffentlichen.

Im Anschluss an ihre Ausbildung fand Sonja Naumes direkt eine Stelle als Assistentin in ihrem bevorzugten Arbeitsumfeld, den klinischen Studien. Sie besuchte Fortbildungen, z. B. Aufbaukurse in Business-Englisch, sowie berufsspezifische Zertifizierungen und absolvierte eine Weiterbildung zur Fachreferentin für Arzneimittelsicherheit. „Fortbildungen sind sehr wichtig, wenn man beruflich weiterkommen will“, weiß Sonja Naumes. Und das hat bisher richtig gut geklappt. Nach einem Arbeitgeberwechsel arbeitet sie mittlerweile bei dem Pharmakonzern Merck Serono KGaA in Darmstadt als Safety Compliance Advisor.

Dort gehört zu ihren Aufgaben das Sammeln von Informationen über verspätete interne Prozesse im Bereich der Nebenwirkungsmeldung. Sie unterstützt verschiedene Abteilungen bei der Erstellung von CAPAs, den Bausteinen aus dem Bereich Qualitätsmanagement. Ebenso hilft die MDA mit, die Prozesse der Nebenwirkungsmeldungen zu dokumentieren und ggf. zu verbessern. Weiterhin erstellt sie Informationen für Behördenanfragen zu Inspektionen und Audits. Außerdem fertigt Sonja Naumes monatliche Statistiken für das obere Management an und schult Kollegen im Bereich des CAPA-Managements. „Mein Arbeitstag wird niemals langweilig, weil die Tätigkeiten so breit gefächert sind“, lacht die MDA und wendet sich wieder dem Computer zu.
 
Die Pressemitteilung wurde von Christiane Jung, Kurs MDA 12, im Rahmen des Moduls „Innerbetriebliche Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ bei Bettina Leuchtenberg, textschnittstelle | agentur für mediencontent & text, erstellt.

Sonja Naumes erstellt Informationen für Behördenanfragen zu Inspektionen und Audits. (Foto: privat)


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