Montag, 19. September 2011

Wissensbasiertes Marketing im Bildungssektor?


Bildungsbedarfe und Bildungsangebote frühzeitig aufeinander abzustimmen, ist für Bildungsanbieter nach betriebswirtschaftlicher Logik geschäftskritisch. Da Hintergrundwissen bereits bei der Angebotsentwicklung vorliegen sollte, müssen Bildungsanbieter konkrete Strategien und Vorgehensweisen kennen, um Nutzerbedürfnisse zu ermitteln: etwa anhand von Forschungsliteratur oder nötigenfalls eigener Erhebungen. Kenntnisse der sozialwissenschaftlichen Berufs- und Verbleibsforschung sind hier von Vorteil. Dennoch wird dieser Abgleich viel seltener systematisch vorgenommen, als eigentlich nötig wäre, was wahrscheinlich dem hohen Aufwand gezollt ist.

Demografischer Wandel, Agenda 2020, 10-Jahrespläne usf. aber haben wir überhaupt die passenden Bildungsprodukte? Kennen wir unseren Markt, kennen wir unsere Zielgruppe? Dann lernen wir sie doch kennen! Mit Kundenbefragungen ist intendiert, Marktdaten zu erhalten, um über ein zielgruppenorientiertes Marketing markt- und zielgruppengerechte Bildungsprodukte entwickeln zu können. Durch Interaktion und Kooperation mit den Befragten wird Wissen ausgetauscht bzw. neu generiert. Potenzielle Kunden werden dabei frühzeitig in den Produktentwicklungs- und Marketingprozess eingebunden. Damit geht es letztlich um die Implementierung von Wissensmanagement in den Marketingprozess, mithin um wissensbasiertes Marketing.

Darauf hat sich die schnittstelle:wissen spezialisiert. Und wenn Sie das interessiert, treten wir sehr gerne in den Dialog.

BVDW: 10 Thesen zur Zukunft von Social Media in 2011 *

Wofür Martin Luther und das Cluetrain Manifest noch jeweils 95 Thesen benötigten, schafft der Düsseldorfer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. mit nur zehn Thesen in einer Pressemitteilung, aus der ich hier ausgiebig zitiere: zehn Thesen zur Zukunft von Social Media in 2011. Die Fachgruppe Social Media im BVDW sieht wesentliche Veränderungen in vielen Unternehmensbereichen wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung, Kundenbindung, Personal und Produktentwicklung. Vor allem mittelständische und kleine Unternehmen werden 2011 Social Media intensiver nutzen. 

Zusammenfassend konstatieren die Düsseldorfer, dass im Moment Social Media überweigend im Marketing und für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Doch im Laufe des Jahres würden Social Media in weiteren Bereichen wie Personal, Marktforschung und Produktentwicklung an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die KMU, die kleinen und mittelständischen Unternehmen also, entdeckten zunehmend die Vorteile der direkten Kommunikation mit dem Nutzer für sich, so die frohe Botschaft der digital marketeers, denn dass bedeute steigende Budgets in 2011.

Die Thesen sind m. E. nicht wirklich spektakulär oder provokant und klasse wäre gewesen, wenn's dazu auch eine Studie gegeben hätte, die die Prognosen untermauert. So ist es nichts als alter Wein in neuen Schläuchen, der aber durchaus mundet...
Aber schön, dass jemand sich die Mühe gemacht hat, sie in einer knappen Übersicht zusammenzustellen. Im Einzelnen wurden die folgenden Thesen aufmerksamkeitserregend an die Tür der Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige angeschlagen verkündet.

1. Social Media wird in Unternehmensorganisationen integriert
Die Frage nach der richtigen Organisationsform für den Bereich Social Media wird ein größeres Thema. „Hobby-Lösungen“ mit Praktikanten haben ausgedient. Die Phase eines Hypes oder Trends ist vorbei, Social
Media wird zum Alltag und will disziplinübergreifend organsiert werden. Der Bereich der Unternehmenskommunikation wird hierbei über alle Abteilungen hinweg eine zentrale Rolle spielen.

2. Employer Branding 2.0 
Employer Branding in Social Media wird zum essentiellen Bestandteil für Unternehmen bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern. Statische
Personalbereiche auf Homepages und reine  Anzeigenportale waren gestern. Nicht nur Kunden werden anspruchsvoller, auch Bewerber setzen auf User Generated Content in ihrem Entscheidungsprozess und informieren sich über die  Unternehmen anhand ihrer eigenen Präsenz und ihrer Bewertung sowie der Aktivitäten ihrer Mitarbeiter in Social Media.

3. Die Produktentwicklung wird sozialisiert
Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen wird auf breitere Beine gestellt. Eine extrem breite Wissensbasis als Input zur Produktentwicklung und extrem schnelles Feedback intern wie extern führt zunehmend zu "Adaptive Engineering". Bald könnte die Zeit langwieriger Marktforschungsaktivitäten wie Befragungen etc. vor der Einführung bzw. Entwicklung neuer Produkte vorbei sein.
 
4. CRM wird nicht mehr sein, was es war

Letztes Jahr lief das Beziehungsmanagement noch weitgehend unsozial ab. In 2011 werden wir eine zunehmende Verschmelzung verschiedener CRM-Bereiche mit Social Media-Komponenten erleben. Leadmanagement, Kundenservice und Kundenbindung sind die ersten CRM-Felder, wo Social Media eine zunehmende Rolle spielen wird. CRM-Systemanbieter werden dafür sorgen, Daten und Prozesse aus Social Media systematisch nutzbar zu machen.
 
5. Unternehmen aus der zweiten Reihe springen auf

Bisher haben große Brands die Entwicklung von Social Media Marketing getrieben. Spezielle Social Media,Budgets sind gesamten Werbebudgets gefolgt. 2011 werden auch die „small“ bis „medium“ Spender auf den Zug aufspringen. Mittelstand, Industrie, B2B, Verbände, NGOs – für sie gilt es aus den Fehlern der Großen zu lernen und einzuschätzen, wo Social Media ihnen wirklich nützt. Der Mehrwert von Social Media wird dabei oft in anderen Unternehmensbereichen gesehen und weniger direkt im werblichen Bereich.

6. Social Media ist mehr als Facebook
Letztes Jahr war geprägt durch den großen, blauen Riesen. Großteile der Budgets in Deutschland sind in Facebook Apps und Media geflossen – der Return of Invest war bisher ungewiss. Die Nutzer werden neue, dynamische Plattformen und Applikationen für sich entdecken, um themen- und kontextspezifische Beziehungen zu führen. Marken werden die gute alte Homepage sozialisieren, um der Community auch im eigenen Garten etwas zu bieten. Spitze Themenplattformen wie Blogs und Foren werden den
„Longtail“ wieder ins Gespräch bringen.

7. „Social Intelligence“ wird zum Erfolgsfaktor
Social Media Monitoring war bereits in 2010 ein großes Thema. 2011 wird es darum gehen, die Tools weiter zu optimieren. Aber viel wichtiger wird die Frage sein, wie und wofür das Wissen eingesetzt werden kann. Von einer adaptiven Aussteuerung der Kommunikation über die Produktentwicklung bis zur Kundensegmentierung – die Daten aus dem Social Web bieten unzählige Möglichkeiten.
 
8. Die ROI Diskussion geht weiter 
Die Messbarkeit der Maßnahmen wird auch in 2011 weiter ein Thema
sein. Was ist Erfolg und wie messe ich ihn? In den letzten Jahren ging
es für Marken darum, dabei zu sein. In Zukunft wird es darum gehen,
was Marken für Ergebnisse erzielen. Social Media wird ein typischer
Aspekt des Kommunikationsalltags werden.

9. Neue Berufsbilder entstehen

Die Nutzung von Social Media erfordert von den Mitarbeitern der Marken neue Fähigkeiten. Gelerntes Marketingwissen  ist nur noch in Teilen anwendbar. Mit Social Media wollen neue Tools und Infrastrukturen bedient werden, zudem muss ein neuer Kommunikationsstil geprägt werden. Community Manager sind die neuen „Arbeiter“ und gleichzeitig die neuen Erfolgsfaktoren der Kommunikation. Marken dürfen es nicht verpassen, diese Positionen gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation und anderen
Fachbereichen der Unternehmensorganisationen intern aufzubauen.

10. Das Ende der Kampagne, wie wir sie kannten
Die für Marken und Agenturen gelernte Kampagnenarbeit ist ein Auslaufmodell. Ideen müssen mehr können, als Aufmerksamkeit zu generieren
Engagement ist gefragt. Media wird nicht mehr gekauft, sondern verdient. Der Launch ist nicht das Ende der Arbeit, sondern der Anfang. 

Wir nehmen das dann mal so hin und lassen uns überraschen.
 
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* Messespecial anläßlich des 10. Multimediakongress der Landesregierung Rheinland-Pfalz in Trier, 19. September 2011 (Originalbeitrag hier).

Samstag, 17. September 2011

New Economy-Déjà-vécu: DRG goes Malta

Können Sie sich noch an die New Economy erinnern? Auch so ein Treppenwitz der digitalen Revolution, die kaum nachdem sie in den späten 1990er geboren wurde schon wieder vorbei war. Bestimmte Vertreter der Generation Golf zehren noch heute davon. 
Employer Branding war damals so ein Thema. Um das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, liessen sich die HR-Abteilungen (vormals: Personalabteilung) mächtig was einfallen, damit sie sich von ihren Mitbewerbern (vormals: Konkurrenten) im Arbeitsmarkt positiv abhoben. Besonders kurious vollzog sich das Buhlen um Arbeitskräfte. Als Beitrag zum Employer Branding wurden High Potentials damals zum Assessment Center nach Dubai eingeladen, Mid Potentials immerhin auf Malle. Kurz darauf platzte die Blase. 

Offensichtlich ist diese jetzt vernarbt, denn neuerding werden DRG-Seminare auf Malta angeboten.

Waynes interessiert... ;)

Freitag, 16. September 2011

Social Media und das Ende der Privatheit

schnittstelle:wissen zu Gast beim 10. Multimediakongress der Landesregierung Rheinland-Pfalz in Trier. 

Sie benutzen Google und sind auf Facebook aktiv? Mit der Volkszählung haben Sie eigentlich ein Problem, aber dass Sie in Sozialen Netzwerken Intimstes preisgeben, stört Sie nicht die Bohne? Datenschutz halten Sie generell für wichtig, hinterlassen aber täglich noch mehr Spuren im Netz als Howard Carpendales Gespielin im Sand? Dann sollten Sie am Montag, 19. September 2011, unbedingt in der Europäischen Kunstakademie in Trier aufschlagen. Auf dem 10. Multimediakongress der Landesregierung Rheinland-Pfalz diskutieren Elmar Hilgers (PCKlinik Mosel, Traben-Trarbach), Andreas Hofer (Propeller, Trier) und Ulrich Wirth (Euro-Schulen Trier, Höhere Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten), zum Thema "Das Netz vergisst nicht – Datensicherheit im Zeitalter von Social Media". Moderiert wird das Streitgespräch von Thomas Vatheuer.
 
Weitere Informationen erhalten Sie im Programm auf den Seiten der Landesregierung Rheinland-Pfalz.

Montag, 5. September 2011

Broschüre: Daten zum Gesundheitswesen 2011

Wie in keiner anderen Branche bietet es sich in der Gesundheitswirtschaft an, mit Zahlen zu operieren. Quantitative Aussagen sind zuweilen schwierig zu treffen, weil es teils sehr mühsam ist, die Zahlen überhaupt erst einmal zu generieren. Die Presseabteilungen von Kliniken sind nicht immer auskunftsfreudig, Standesvertretungen müssen noch längst nicht jede Anfrage beantworten. Sofern man dann brauchbare Zahlen bekommt, lassen sie sich unter Umständen schlecht in den Kontext setzen, weil branchenübergreifendeVergleichszahlen fehlen. Der geübte Rechercheur wird dann auf solche Materialien zurückgreifen, die das Statistische Bundesamt bereitstellt.

Berufstätige ausländische Ärztinnen und Ärzte nach ausgewählten Herkunftsländern in Deutschland, Einsparpotenziale bei Generika, Schulentlassene mit bestandener Abschlussprüfung aus Schulen des Gesundheitswesens – über solche und ähnliche aktuelle Daten des Gesundheitswesens gibt die unlängst erschienene Broschüre "Daten zum Gesundheitswesen 2011" einen guten Überblick. 

Die Daten wurden – der Tradition des "Statistischen Taschenbuchs Gesundheit" folgend – in sozial- und gesamtwirtschaftlichen Bezügen knapp und handlich zusammengefasst. Fortlaufend aktualisierte Daten zur gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung finden sich zudem im Bereich Statistik des Internet-Angebots des BMG. Weiterführendes Zahlenmaterial zum Themenbereich Gesundheit, z. B. zu den Gesundheitsausgaben, zum Gesundheitspersonal oder zu Krankenhäusern, ist darüber hinaus über das Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes erhältlich.