Samstag, 15. Oktober 2011

Social Media-Guidelines: Unternehmen erstellen Regeln zur Kommunikation im Social Web [mit Infografik]

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich, Mitarbeitern klare Regeln zur Kommunikation im Social Web an die Hand zu geben. In den Jahren 2010 und 2011 wurden jeweils mehr als doppelt so viele Richtlinien über den Umgang mit dem Web 2.0 veröffentlicht als noch 2009. AUSSCHNITT Medienbeobachtung hat 55 öffentlich verfügbare Social Media-Guidelines auf der Basis einer klassischen Inhaltsanalyse untersucht. Die Ergebnisse hat das Unternehmen in einer Studie zusammengestellt und unter www.ausschnitt.de/socialmediaguidelines veröffentlicht.

In Social Media ist Berufliches und Privates schwer trennbar. Unternehmen sehen sich zunehmend gezwungen, den Umgang mit sozialen Netzwerken in Bezug auf das Arbeitsumfeld zu regeln und Tipps im Umgang mit solchen Plattformen zu geben. Trotz der großen Unterschiede folgende Ergebnisse kurz zusammenfassen:
  • Die Mehrheit der untersuchten Social Media-Guidelines stammt von weltweit tätigen Konzernen. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus Industrie, Handel und der IT-Branche.
  • Unternehmen wünschen sich Angestellte, die im Social Web "ehrlich", "authentisch", "respektvoll", "höflich" und "transparent" auftreten. Häufig fordern Firmen zudem ihre Mitarbeiter dazu auf, ihren "gesunden Menschenverstand" einzusetzen.
  • - 53% der Unternehmen nutzen Social Media-Guidelines nicht nur, um Rahmenbedingungen für die Kommunikation in Social Media festzulegen, sondern auch, um eindeutige Inhaltsempfehlungen zu geben.
  • Arbeitgeber fordern Verbindlichkeit. Fast zwei Drittel aller von AUSSCHNITT Medienbeobachtung untersuchten Social Media-Guidelines sind für Mitarbeiter bindend.
  • 62% der Arbeitgeber bitten um Identifikation der Arbeitnehmer im Netz.
  • Ein Drittel aller Arbeitgeber droht bei Nichtbeachtung der Social Media-Guidelines mit Konsequenzen. Diese können von der Löschung der Beiträge bis hin zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses reichen.
  • Zwei Drittel der Unternehmen wünschen keine öffentlichen Kommentare zu ihren Social Media-Guidelines.
Weitere Ergebnisse und ausführliche Erläuterungen zu den Untersuchungsaspekten hat AUSSCHNITT Medienbeobachtung in der Studie zusammengestellt. Die Ergebnisse bieten unter anderem eine Übersicht zur inhaltlichen Ausgestaltung der Guidelines, zur Haltung der Unternehmen gegenüber Social Media und zu den Handlungsspielräumen der Mitarbeiter. Die darin erkennbaren Trends und Tendenzen sollen den PR- und Marketing-Verantwortlichen beim Verfassen eigener Social Media-Guidelines helfen.

Web-Links:

Studie: www.ausschnitt.de/socialmediaguidelines

Infografik zur Studie:www.ausschnitt.de/socialmediainfografik


Analysebasis:

55 öffentlich verfügbare Social Media-Guidelines (36 deutschsprachige, 19 ausgewählte englischsprachige). Die Stichprobe ist nicht repräsentativ. Die Ergebnisse sind als Tendenzen zu verstehen.

(Quelle:
AUSSCHNITT Medienbeobachtung)

Mittwoch, 12. Oktober 2011

DIN ISO 26000:2011 - Ein Leitfaden für Corporate Social Responsibility (CSR)

Die Wirtschaftsethik hat eine neues Buzzword: Corporate Social Responsibility (CSR). Darunter versteht man den freiwilligen Beitrag eines Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen (Compliance) hinausgeht. CSR bezeichnet dabei ein verantwortliches unternehmerisches Handeln im eigentlichen Geschäftsfeld, bezieht ökologisch relevante Aspekte mit ein und umfasst die Beziehungen und den Austausch mit allen relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen, den so genannten Stakeholdern, worunter nicht nur Kunden und Geschäftspartner, sondern selbstverständlich auch die eigenen Mitarbeiter gehören. 

Klingt umfassend, nicht wahr? Dadurch dass Märkte weit stärker zu Gesprächen geworden sind, als es sich das Cluetrain Manifest 1999 noch hatte vorstellen können, ist es mit der Freiwilligkeit von CSR jedoch so eine Sache: Durch veränderten Rahmenbedingungen, bedingt durch Vernetzung, verbesserte Informations- und Kommunikationstechnologie und die gestiegene Bedeutung von kritischen Nichtregierungsorganisationen, ist die Öffentlichkeit, sind die Verbraucher weitaus kritischer und zwingen Unternehmen geradezu dazu, sich mit CSR auseinanderzusetzen. Das gilt für global agierende Konzerne, überregional tätige KMU genauso wie für national wie lokal arbeitende Bildungsträger. Unabhängig davon, ob man will oder nur glaubt, wollen zu müssen: wie kann die Umsetzung von ISO 26000 geschehen?

Zwar ist mit der internationalen Norm ISO 26000 erstmalig ein Framework geschaffen worden, das es Organisationen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen weltweit ermöglicht, ihre gesellschaftliche Verantwortung, also die Corporate Social Responsibility (CSR), systematisch zu identifizieren und zu priorisieren. Aber es handelt sich um einen Leitfaden, keine Norm. Keine Norm, "nur" ein Leitfaden? Ganz recht: Diese Norm ist ein Leitfaden, jedoch keine Managementsystemnorm wie EN ISO 9000 ff. Sie bietet Empfehlungen, Ratschläge, macht Vorschläge und gibt Orientierung. Man kann aus der ISO 26000 anwendbare Empfehlungen auswählen, aber man muss es nicht. Wäre sie eine Norm, so müsste man sie als Ganzes befolgen. Und weil sie nicht den Charakter einer Norm hat, ist sie für die Anwendung zur Zertifizierung nicht geeignet. Man kann sein Unternehmen nicht nach ISO 26000 zertifizieren lassen, auch wem es sinnvoll erschiene. Aber man kann den Empfehlungen individuell folgen. Und meines Erachtens sollte man auch. Wie man als Unternehmen vorgehen kann, ist auf den Seiten der International Federation of Standards Users (IFAN) zusammengestellt und auch hier.

Das Potenzial, welches ISO 26000 für Unternehmen und Organisationen bietet, liegt in der Motivation. Der Motivation des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und Kunden, kurz: aller Stakeholder. ISO 26000 zeigt Unternehmen, wie sie gesellschaftliche Verantwortung in ihre Wertvorstellungen und Praktiken integrieren können.

Gerade einem Bildungsträger stünde die vertiefte Auseinandersetzung mit einem solchen auf Nachhaltigkeit ausgelegten Leitfaden recht gut, denn er ist als Multiplikator tätig. Zudem käme er einem Wunschgedanken der Schulgesetzgebung auch praktisch nach. So heißt es z. B. in § 2 Absatz 4 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes, dass "die Schule [...] die Entfaltung der Person, die Selbstständigkeit ihrer Entscheidungen und Handlungen und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl, die Natur und die Umwelt" zu fördern habe und dass sie die Schülerinnen und Schüler befähige, "verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten." Nichts anderes bedeutet CSR.



Montag, 10. Oktober 2011

Study: Healthcare in Europe and in the USA

In 2006, Europ Assistance Group and the Cercle Santé Société started with CSA Institute an European annual barometer about "relationship and behaviours of European towards their healthcare system". The objectives are both to measure and compare public opinion about health main topics and look into evolutions.
 
Studied topics are
  • Assessment of the healthcare system and of quality of care
  • Healthcare and social requirements
  • Patients mobility for access to treatment
  • Management of ageing and dependent people
  • New technologies
  • Prevention
  • Contribution of healthcare sector to economy
Free download here.

Heute vor elf Jahren: Siemens vollzieht die Wandlung zur "E-Driven Company"

Es war nur eine Pressekonferenz, aber schon der Titel war durchaus bemerkenswert: "Siemens The E-Driven Company". Und was Heinrich von Pierer, der damalige Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, an eben jenem 10. Oktober 2000 in München verkündete, war nichts Geringeres als Siemens' Eintritt in die E-Welt. Er tat dies mit wunderbar markigen Phrasen wie "Wir schaffen New Economy mit Substanz" oder auch "Leadership von der Spitze weg und Commitment auf allen Führungsebenen". Nun ja, die Noughties waren bekanntermaßen in Sachen Sprachverwendung so vollmundig wie experimentierfreudig... 

Während von Pierer also das Hohelied des E-Business sang, erläuterte er, warum die Transformation von Siemens zur E-Company bitter nötig sei, und er erklärte dies aus der unternehmenskritischen Notwendigkeit heraus, im richtigen Moment auf das Wissen des gesamten Unternehmens zurückgreifen zu können. Knowledge Management also, was es auch vor 2000 schon bei Siemens gegeben hatte. Neu war aber, dass im Siemens-Intranet jüngst ein Programm namens Sharenet implementiert worden war, was sich schon kurz nach der Einführung bestens bewährt habe, wie von Pierer an einem Beispiel erläuterte.

Dabei formulierte von Pierer das legendäre Bonmot "Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß" übrigens von Siemens selbst "in einem Anfall von Selbstironie" geprägt, um den ungenügenden Wissensaustausch unter und zwischen Unternehmensbereichen, Abteilungen und Arbeitsteams aufs Korn zu nehmen um in "Siemens weiß, was Siemens weiß". Was freilich nicht mehr ganz so geflügelt klingt und daher in den einschlägigen Veröffentlichungen zum Thema Wissensmanagement oder den zahlreichen Präsentationen auf einschlägigen Tagungen zugunsten des ersten Zitats gerne unterschlagen wird.

Ich habe mir die Rede nochmals durchgelesen und fand eine andere Bemerkungen wesentlich visionärer:
Siemens ist eines der größten menschlichen Netzwerke.
Bei Siemens arbeiten weltweit 440.000 Mitarbeiter, davon weit mehr als 10 Prozent
nämlich über 50.000 in Forschung und Entwicklung. In jedem Winkel der Welt, in jeder Kultur und jeder Zeitzone sind Siemens-Mitarbeiter zuhause. Das ist unsere einzigartige Quelle für Knowledge Sharing.
Wenn Sie mögen, lesen Sie die ganze Rede von Pierers hier.

Notabene: Für alle diejenigen, die sich für den Einfluss des Englischen auf die deutsche Gegenwartssprache interessieren, sei von Pierers Rede als Lehrstück in Sachen Denglisch, Engleutsch & Germish wärmstens ans Herz gelegt. Kostprobe gefällig?
Meine Damen und Herren,

ich habe eine Vision, was die E-Welt für Siemens bringen wird, und diese Vision steht nicht in den Sternen, sondern ist zum Greifen nahe:

Siemens, eine E-Community aus 440.000 Networkern!
Siemens, der Leader der E-Conomy!
Siemens, New Economy mit Substanz!

Siemens.com, der E-Outperformer!

Da wollen wir hin, und das werden wir schaffen.
D'oh!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Personal Branding: How we market ourselves to others

Dan Schawbel defines personal branding as 
"the process by which individuals and entrepreneurs differentiate themselves and stand out from a crowd by identifying and articulating their unique value proposition, whether professional or personal, and then leverage it across platforms with a consistent message and image to achieve a specific goal. In this way, individuals can enhance their recognition as experts in their field, establish reputation and credibility, advance their careers, and build self confidence".
Or in shortform: "How we market ourselves to others".

I have tested a couple of social networking sides which aims are to enable people to open a professional as well as fancy profile easily: unfortunately providers like flavors.me, krop.com, dropr.com, carbonmade.com were not me. Not that their features were boring or improper, no, their target audience is to be find in creative areas like designers and music producer and me, well, I am an education manager working in the field of corporate social responsibility (CSR). I am quiet creative as a photographer in my private life so I would have had enough pictures for a portfolio but hey!, it has nothing to do with my business life. Sure, Uli? Tee hee. 

Someone gave me the advise to check out wordpress.org with their dozens of themes and css, but I don't have a provider and to be honest I wasn't in the mood to go and grab on. So I finally found out that tumblr.com was the tool of my choice, at least with the right theme which I had found here

So here is the result of my first steps in personal branding called "Sustainable concepts for education" ("Nachhaltige Bildungskonzepte").

What do you think?

Freitag, 7. Oktober 2011

Wenn der Dokumentar auf den Hund kommt - wird er zum Maulwurf?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass während meiner postgradualen Ausbildung am Institut für Information und Dokumentation (IID) der Fachhochschule Potsdam die Tätigkeit des wissenschaftlichen Dokumentars beim Information Retrieval, der Recherche also, mit der eines Golden Retriever gleichgesetzt wurde. So wie dieser vorzugsweise dasjenige Entlein wiederbrächte, welches vorher von Herrchen oder Frauchen erlegt worden war, so könne jener auch nur diejenigen Informationen wiederfinden, die vorher abgelegt worden wären. Denn zum Zwecke des Wiederfindens seien sie schließlich gespeichert worden, lernten wir.

Ich fand das passiv und wenig kreativ und auch ein bisschen despektierlich, denn ich war, einerseits als Historiker die kreative Archivarbeit gewohnt, andererseits gerade vom Fachjournalismus kommend, durchaus der Meinung, dass Dokumentation nicht bei der Zuarbeit im Sinne der Informationsvermittlung ende, sondern - je nach Branche, Aufgabengebiet, Arbeitsteilung - ein gleichsam schöpferischer Prozess sei. Das versuche ich in meiner derzeitigen Tätigkeit als Leiter einer Ausbildungseinrichtung für Medizinische Dokumentationsassistenten Informationsmanager weiterzugeben.

Jetzt (ich hatte vorher keine Zeit!) muss ich im Juli/August-Heft von "Information. Wissenschaft & Praxis" (IWP), der Verbandszeitschrift der DGI, im Zusammenhang mit der Abwicklung des Studiengangs Information und Dokumentation an der FH Potsdam, unter der Überschrift "Das Tot-Schweigen der Dokumentation" Folgendes lesen:
"Und sind Dokumentare im Grunde nicht schon immer wie Maulwürfe gewesen, die im Verborgenen tätig sind? Wie Ghostwriter oder Literaturübersetzer - zwar unersetzliche Partner, ohne die bestimmte Reden nie gehalten würden und keine Weltliteratur möglich wäre, von den Personen ihrer Umgebung, die von ihnen profitieren, auch hoch geschätzt, aber eben zumeist unerkannt, unsichtbar, ungenannt?"
Da sei es doch kein Wunder, dass man statt "Dokumentar "doch lieber "Records Manager, Informationsarchitekt, Informationsmanager" usf. sein wolle.

Das Editorial endet sodann mit dieser Empfehlung:
"Doch wenn wir eine Redokumentarisierung (Hervorhebung im Original; U. W.) wollen, dann müssten wir auch in unseren Bezeichnungen offensiv dazu stehen und dürfen die Dokumentation nicht totschweigen oder mit Anglizismen und Informatikjargon zudecken."
Das klingt eher altbacken-konservativ als berufsständisch-selbstbewusst, und ob ich die neue Studierendengeneration, die allesamt aus digital natives besteht, mit solchen Sprüchen hinterm iPad hervorlocken kann, halte ich für fraglich und letztlich für kontraproduktiv. Aber wir müssen sie hervorlocken, allein weil die Branche den Nachwuchs braucht. Und weil uns sonst das widerfahren kann, was der SMD in Ulm passiert ist: man wird mangels Nachfrage abgewickelt - und beraubt eine ganze Branche vielleicht nicht der besten, aber auf jeden Fall ganz hervorragend ausgebildeter Köpfe.

Und hey!, sind nicht gerade wir Dokumentare diejenigen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, sich an Inhalten zu orientieren und diese zu erschließen, nicht aber irgendwelche Bezeichnungen? Ich glaube ja. Macht sich Redokumentalisierung wirklich an Namen oder Berufsbezeichnungen fest? Ich glaube nicht. Kann sich unsere Branche solches konservatives Gebaren leisten? Ich glaube nicht. Zementierte ein Festhalten an Namen (wohlgemerkt nicht an Inhalten) nicht gerade dem maulwurf-esken Touch, der unserer Branche anhaftet? Davon bin ich überzeugt.

Auch wenn neuerdings, d. h. seit Bologna, Bezeichnungen wie "XY-management" ein bisschen inflationär verwendet werden, so halte ich es für gerechtfertigt, einen Berufsstand wie den der Dokumentare aus der Passivität ihrer Nomenklatur zu befreien. Der DVMD hat es 2010 vorgemacht und sich von "Deutscher Verband Medizinischer Dokumentare" in "Der Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin" umbenannt. Dafür gab es handfeste inhaltliche Gründe, die der Veränderung der verschiedenen Berufsbilder innerhalb des Medizinischen Informationsmanagements Rechnung trugen. Dass die Bezeichnung "Dokumentation" schon immer irgendwie unsexy klang, spielte nur eine untergeordnete Rolle, wurde aber billigend in Kauf genommen. Ob die Umbenennung marketingtechnisch wie verbandspolitisch von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt jetzt abzuwarten.

Hinsichtlich des profession branding halte ich es persönlich jedenfalls für einen längst überfälligen Schritt.

Montag, 3. Oktober 2011

Wenn ein Sieg doppelt schmeckt. Absolventin der Euro-Schulen Trier erneut ausgezeichnet

Andrea Greve darf sich schon wieder freuen. Nachdem sie im Februar 2011 bereits mit dem Juniorenpreis des Fachverbands für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin (DVMD e. V.) ausgezeichnet worden war, erhielt sie nun auch den renommierten GMDS-Förderpreis für Studierende. Das ist durchaus ungewöhnlich, denn Andrea Greve wird nicht für eine Diplomarbeit ausgezeichnet, sondern für ihre Abschlussarbeit als Medizinische Dokumentationsassistentin (MDA). Diese Abschlussarbeit, bei der es sich um die Zwischenauswertung der Psoriasis-Studie handelt, hatte sie im Rahmen ihres Praktikums als MDA am Universitätsklinikum Erlangen erstellt. Das deutet einmal mehr daraufhin, wie hochwertig die Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin an den Euro-Schulen Trier ist, wenn deren Absolventen auch mit Hochschulabsolventen mithalten können.

Die Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des Menschen. Je nach Verlauf und Ausmaß der Erkrankung kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich eingeschränkt sein. Wie bei den meisten chronischen Erkrankungen ist es daher für den Patienten umso hilfreicher, je tiefer sein Wissen um seine Krankheit ist: nur dann kann er adäquat mit seiner Krankheit umgehen. Erfolg versprechen Schulungsmaßnahmen, jedoch werden diese für Schuppenflechte in Deutschland bislang kaum angeboten. Wohl aber in der Universitäts-Hautklinik Erlangen, die diese im vierten Jahr anbieten und mittlerweile über 100 Betroffene geschult haben. Doch wie ist es um die Wirksamkeit solcher Schulungen bestellt? Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Schulungen von Patienten mit Schuppenflechte und der Verbesserung von deren Lebensqualität? Bisher stand der statistische Beweis noch aus.

Diesen Beweis hat Andrea Greve mit ihrer Abschlussarbeit „Effekte von standardisierten Schulungsmaßnahmen auf Krankheitsaktivität und Lebensqualität bei Erwachsenen mit Psoriasis“ nun erbracht. Und das Ergebnis ist durchaus beeindruckend: Dass sich die Schulungen positiv auf die Lebensqualität der Erkrankten auswirken, fand die Triererin in ihrer statistischen Untersuchung heraus, die sie als Projektarbeit im Rahmen ihrer Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) an den Euro-Schulen Trier erstellt hatte. Das bedeutet konkret, dass die Erkrankten zwar nicht gesund werden, jedoch ihre Krankheit akzeptieren lernen und sich einfach besser fühlen, und das sogar noch ein Jahr nach der Schulung.

Andrea Greve nahm den mit 500 Euro dotierten Förderpreis auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) am 28. September 2011 in Mainz aus den Händen von Prof. Dr. Johannes Haerting entgegen, dem Vorsitzenden der GMDS. „Nachdem der DVMD-Juniorenpreis in der Kategorie ‚Praktikums- und Studienarbeiten Medizinische Dokumentationsassistenz’ ununterbrochen seit 2005 nach Trier geht, freuen wir uns mit Andrea Greve über den erstmaligen Gewinn des GMDS-Preises“, strahlt Ulrich Wirth, Leiter der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten: „Das beweist einmal mehr, dass sich unsere berufsfachschulische Ausbildung auch locker gegenüber entsprechenden Studienangeboten behaupten kann.“

Die Ausbildung zur MDA an den Euro-Schulen Trier dauert zwei Jahre und beinhaltet die Hauptfachgruppen Medizin, Dokumentation, EDV sowie Organisation und Projektmanagement. Sie kann als Erstausbildung für Schulabgänger ab der Mittleren Reife absolviert werden. Als Weiterbildung ist der Beruf des MDA interessant für diejenigen, die bereits eine Ausbildung im pflegerischen, medizinisch-technischen oder kaufmännischen Bereich gemacht haben und sich weiter qualifizieren wollen. Der neue Kurs hat soeben am 4. Oktober 2011 begonnen, einige wenige Plätze sind für Schnellentschlossene noch frei.

Bildunterschrift: 
Andrea Greve (links) nimmt den Förderpreis aus den Händen des GMDS-Vorsitzenden Prof. Dr. Johannes Haerting entgegen (Foto: Ulrich Wirth)