Donnerstag, 15. November 2012

PwC-Studie: Potenzial von Dokumentationsfachkräften zur Entlastung der Pflege

Dass Medizinische Dokumentationsassistenten entscheidend den durch den demografischen Wandel bedingten Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen lindern könnten, wenn sie konsequent auf Station eingesetzt werden würden, wissen Szenekenner schon lange.
PwC empfiehlt in der kürzlich erschienen Studie "112 - und niemand hilft", Pflegefachkräfte konsequent von solchen Tätigkeiten zu entlasten, die außerhalb ihrer Kernkompetenz liegen. Wenn Ärzte oder Pflegekräfte nicht am Patienten arbeiten, geht wertvolle Arbeitszeit für die Versorgung verloren. Werden Tätigkeiten, die auch geringer Qualifizierte übernehmen könnten, von den Fachkräften auf andere "Experten" verlagert, ergeben sich erhebliche Potenziale, so geht aus der PwC-Studie hervor.
"Mit der zunehmenden Etablierung von Fachkräften für die Dokumentation medizinischer Leistungen sehen wir bereits eine erste Entwicklung in die richtige Richtung", so die Studie einen Satz später. Hier ist kritisch anzumerken, dass Dokumentationstätigkeiten damit im gleichen Atemzug genannt werden mit den Tätigkeiten, die die erwähnten geringer Qualifizierten ausüben können. Dieser Eindruck darf unter keinen Umständen entstehen, denn es ist die Tätigkeit der Medizinischen Dokumentation und Leistungserfassung, die sich entscheidend auf die Dokumentationsqualität und damit in letzter Konsequenz auf die Liquidität eines Klinikums auswirkt. Dokumentation und Leistungserfassung sind in keiner Weise Tätigkeiten, für die eine geringere Qualifikation ausreichend ist.
PwC spricht sich aber dafür aus, die Tätigkeit von Dokumentationskräften auch über den Bereich ärztlicher Leistungen auf die Pflege auszudehnen. Dort erkennt man Chancen auf Entlastung der Pflege, so dass dort Kapazitäten frei werden, die dann wiederum die bislang von Ärzten verrichteten Tätigkeiten übernehmen können.
Die Studie kann hier kostenfrei bestellt werden.

Kommentare:

  1. Geringer qualifizierte Experten... klingt ja sehr vorteilhaft... ;)

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