Mittwoch, 2. Oktober 2013

Quo vaditis, Berufsverbände? 10 Handlungsfelder des strategischen Verbandsmanagements


Ob Berufsverband, Gewerkschaft oder Sportverein: Für Verbände wird es immer schwieriger, Menschen zwischen 16 und 45 Jahren zu rekrutieren. Erst hat die Berufsausbildung Vorrang, dann die Familiengründung und parallel dazu die Etabierung im Beruf. Hinzu kommen gesellschaftliche Trends, die auch vor Verbänden nicht halt machen:
  • anhaltende Individualisierung, 
  • zunehmende überregionale und internationale Mobilität
Lange Rede, kurzer Sinn: Menschen binden sich zunehmend ungern, was die Mitgliederbasis von Verbänden gefährdet. Die geringe Bindungsbereitschaft ist dabei vom Verband kaum beeinflussbar. Hier sind neue Konzepte gefragt, die eine temporäre Einbindung von Personen in die Verbandsstrukturen erlaubt.

In einem Beitrag im Verbändereport haben sich Andreas Fischer-Appelt und Lars M. Heitmüller Gedanken zum strategischen Verbandsmanagement gemacht. Sie analysieren Trends in der Verbändelandschaft und leiten daraus leider keine Handlungsanleitungen ab, auf welche Herausforderungen Verbände zu reagieren haben.

Als die drei maßgeblichen Trends benennen die Autoren Pluralisierung, Heterogenisierung und Mediatisierung, woraus sie insgesamt 10 Handlungsfelder ableiten, die Verbände in ihre Tätigkeit zu integrieren haben:
  • Profil
  • Leadership
  • Selbstverständnis
  • Stakeholdermanagement
  • Lernende Organisation
  • Ressourcenoptimierung
  • Komplexitätsreduktion
  • Interne Kommunikation
  • Sichtbarkeit
  • Kampagnenfähigkeit
Spannend! Ich selbst würde gerne noch um einen Punkt erweitern: Berufsverbände müssen die traditionellen Sektorengrenzen überwinden. Das bedeutet, dass sie ihre überkommenen Programme überwinden müssen, um so an neue Zielgruppen zu gelangen. Innovative Beratungs- und Serviceleistungen als Mehrwert für Mitglieder sind dringend notwendig, wodurch en passant auch der wahrgenommene Nutzen einer Verbandsmitgliedschaft gestärkt wird.

Und wo wir gerade beim Thema sind: In Berufsverbänden tummelt sich so viel brachliegendes Expertentum, dass die Vergeudung dieser Ressourcen schon wehttut. Was spricht zum Beispiel dagegen, dass Berufsverbände endlich einmal ihr gesammeltes Know-how nutzen und in Konkurrenz zu Wirtschaftsunternehmen treten, etwa im Bereich von Bildungsdienstleistungen? Nichts!

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